
Habe ich hier schon einmal über Frechen Königsdorf geschrieben? Nein? Dann wird es Zeit, glaube ich.
Frechen Königsdorf ist mein nächster östlicher Nachbarort. Es liegt auf meinem Weg zur Arbeit und auf die eine oder andere Art muss ich den Ort passieren.
Die eine Art ist direkt von West nach Ost durchzufahren, über die Aachener Straße oder an ihr entlang. Normalerweise über die Aachener Straße, denn die Radwege an ihr entlang sind eine einzige Katastrophe. Der Radweg von West nach Ost auf der rechten Seite ist (wie überall im Ort) ein kombinierter Geh-/Radweg. Na ja, eigentlich ist er ein kombinierter Geh-/Rad-/Mülltonnen-/Plakatständer-/Poller-/Bushaltestellen-Weg. All diese hübschen Dinge gibt es auf diesem Weg, der sicher einmal von einem hoffnungslosen Romantiker geplant wurde, der glaubte, die sogenannten „schwachen“ Verkehrsteilnehmer würden auf einer gemeinsamen Fläche irgendwie doch stark, oder zumindest solidarisch. Oder so.
Also, normalerweise fahre ich da nicht, sondern auf der Fahrbahn. Der Radweg ist mir, obwohl benutzungspflichtig, einfach viel zu gefährlich.
Ausgerechnet heute habe ich eine Ausnahme gemacht, weil es sich schon den Villehügel herunter, also gleich hinter dem Ortseingang, zurückstaute. Das ist das Unangenehme auf der Fahrbahn, man steht mit den Blechkisten im Stau. Da hatte ich heute Morgen keinen Bock drauf, schließlich war es ziemlich kalt. Also fuhr ich dann doch auf #nennmichnichtradweg. Und stand sofort wieder: Dieser schmucke Audi befand sich quer über meinen Weg, rechts versperrte eine Blaue Tonne die Durchfahrt. Echt, ich kam nicht durch und musste stehen bleiben. Als mir das zu blöd wurde, bin ich dann doch rechts vorbeigefahren und wollte die Blaue Tonne gerade mit einem Fußkick aus dem Weg schaffen, als der Besitzer der Blechkiste schon, eine Gelbe Tonne hinter sich her ziehend, ankam und doch tatsächlich meinte: „Tut mir leid“. Er zog die Blaue Tonne weg und machte mir so Platz.
Es tut ihm leid. Keinen Bock, ihm etwas zu erzählen, also fuhr ich unkommentiert weiter. Und hatte dann viel Spaß. Wusste gar nicht, wie lustig es ist, mit einem Dreirad Slalom um die vielen munter auf dem Radweg verteilten Mülltonnen zu fahren. Mülltonnenslalom in Königsdorf, könnte eine neue Sportart für mich werden.
Geht alles gar nicht.
Vor Jahren hatte ich schon einmal einen Antrag an den Frechener Stadtrat geschrieben, die Radwegbenutzungspflicht in Königsdorf aufzuheben. Damals war der (nicht einstimmig!!!) abgelehnt worden. Jetzt würde ich gerne noch einmal einen Anlauf machen und einen geschützten Schutzstreifen auf der Aachener Straße fordern. Leider habe ich wenig Unterstützer, auch nicht den Frechener ADFC. Aber vielleicht mache ich es trotzdem bald.
Denn der dort herrschende Zustand, dass ohnehin kein Radfahrer und keine Radfahrerin dort auf dem Radweg, sondern alle auf der Fahrbahn fahren, gehört endlich legalisiert.
#nennmichnichtradweg, #runtervomradweg, #warumichradfahre, #warumichradfahreblog,

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