Take a ride on the wild side

Trennungen III

#LiveBlog, #9EURTicket, #Horrem, #BadDoberan, #Nahverkehr, #ReisemitRad,

Von zwei Trennungen habe ich ja schon berichtet.

Heute ist nun Nummer 3 dran. Es ist schon eine Weile her, bereits ein paar Monate, als ich mich vom 49-Euro-Ticket getrennt habe. Ich hatte es damals schon zwei Jahre, davor hatte ich auch bereits das 9-Euro-Ticket. Und zuletzt hatte ich das vom Arbeitgeber unterstützte Jobticket. Aber selbst dieses reduzierte Ticket habe ich so gut wie nie ausgeschöpft. Ich fahre nicht regelmäßig Bahn. Eigentlich fahre ich ja gar nicht Bahn. Zu Zeiten des 9-Euro-Tickets habe ich mir den einen oder anderen Spaß gemacht und bin zum Beispiel von Horrem nach Bad Doberan gefahren. Mit dem Regionalverkehr. Ich glaube, sieben Umstiege und so Elf Stunden. Klar, im Urlaub und mit vieeeeel Zeit. Auch als ich nicht Rad fahren durfte, weil ich eine Schiene an der Hand hatte, fuhr ich viel Bus und Bahn, im Dezember 2023 und Januar 2024.

Aber danach war das 49-Euro-Ticket für mich ein Verlustgeschäft. Nur in wenigen Monaten kam ich mal auf so viele und so weite Fahrten, dass es sich gelohnt hätte. Das liegt natürlich daran, dass ich die Fahrten in einem Bereich, in dem ich ohne Umsteigen den Regionalverkehr nehmen könnte; mit dem Rad bestreite. Und alle, die darüber hinaus gehen (und das sind nicht sehr viele), mit dem Auto. In den letzten Monaten und seitdem ich das Ticket nicht mehr habe, bin ich überhaupt nicht mehr Bus oder Bahn gefahren. Dadurch habe ich schon so viel Geld gespart, dass ich mir einige Fahrten, zum Beispiel mit eezy, leisten kann. Also, ich vermisse es nicht, das 49-Euro-Ticket, das ja jetzt sogar ein 58-€-Ticket ist.

Ich bezweifle echt, dass es sich für Gelegenheitsfahrer wirklich lohnt. Dafür finanzieren sie es durch überteuerte Ticketpreise mit. Es lohnt sich wirklich für die Vielfahrer und ersetzt bei denen ein teureres Zeitticket. Und das finanzieren wir alle über unsere Steuern durch Bundes- und Landeszuschüsse.

Ich halte das Deutschlandticket für eine Fehlkonstruktion und denke, es wäre viel besser, den Nahverkehr zu 100% über Steuern zu finanzieren oder ein Jahresticket für 365€ beispielsweise zur Pflicht zu machen. Das würde den Nahverkehr stärken. Das 58-€-Ticket schwächt ihn eher (das habe ich auf berufenem Munde).

Ich will aber auch gar nicht ausschließen, dass ich es mir in einem Monat, in dem es sich lohnen könnte, noch mal nehme. Aber ein Abo werde ich sicher nicht mehr abschließen.

Kommentar

  1. Diese Ticket-Wohltaten nützen nur Menschen in Ballungsräumen mit funktionierenden Öffis.
    Im von allem angehängten Wendland kann man nur all die positiven Berichte von Menschen, die Gelegenheit zur Nutzung haben, aus der Ferne beobachten, sogar deiner beschreibt, dass du zumindest die Option nutzen kannst, wenn du willst.
    Bei einem maroden, unregelmässigen und saisonal gestalteten Busssystem (Ferien = kein Bus), in dem die Tickets zwar gelten würden, das aber teils eineinhalb Stunden und länger braucht, um zu einem der 15 km bzw. über 20 km Bahnhöfe zu gelangen, die aber gerade ihrerseits wegen Gleisarbeiten den Schienenverkehr auf die Strasse verlegt haben, um wiederum 40 km weiter zu fahren zu einem Bahnhof an einer Hauptlinie – das möchte man nicht einmal geschenkt haben.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Warum ich Rad fahre

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen