
Die Spezi, die Spezialradmesse, bietet auch Menschen die Gelegenheit, sich nach Rädern umzuschauen, die sie ansonsten für die Bewältigung ihrer täglichen Mobilität nicht so leicht finden würden. Alles, was mehr als zwei Räder und eine Spur hat, ist hier in so vielen Ausführungen und von unterschiedlichen Herstellern vorhanden, dass es ein Wunder wäre, wenn nichts dabei wäre, fast schon gleich, welche Herausforderung vorhanden ist.
Auf der Plattform über dem Informationsstand der Spezi treffe ich Frank, der sich interessiert umsieht. Wir kommen ins Gespräch und das verlief so:
Axel
So, jetzt sitzen wir hier ganz entspannt auf einer Couch in einer Ecke der Spezi. Wir, das sind Frank und ich. Ich habe Frank gestern schon am Bahnhof in Singen getroffen, da haben wir uns schon kurz unterhalten. Ich frage jetzt einfach mal, Frank, was ist dein Interesse hier auf der Spezi? Warst du schon öfters hier?
Frank
Ja, mein Interesse auf der Spezi…. in der Spezies. Also ich fahre seit 2019 Liegerad und da will man natürlich immer auf dem Laufenden bleiben, was sich so verändert hat. Und von daher bin ich halt immer, wenn es die Zeit zulässt, gerne hier, um mich auf dem Weg eben auch weiterzubilden.
Axel
Ja, das kann man hier natürlich auch. Es gibt ja unheimlich viele tolle Neuerungen. Was ist dein Interesse an Liegerradfahren? Warum fährst du Liegerrad?
Frank
Ja, ich fahre Liegerad, weil ich eine motorische Behinderung habe und mich aus dem Grund leider nicht mehr auf einem aufrechten Rad so sicher fühle, wie man sich sicher fühlen sollte.
Axel
Also das kenne ich, ich wollte halt nicht mehr stürzen und fahre deswegen auch Liegerad, weil ich mich dann einfach viel sicherer fühle. Du hast mir gerade eben erzählt, was das jetzt für dich auch bedeutet im Sinne von Mobilität und Freiheit. Vielleicht kannst du das einfach nochmal mit deinen Worten auch sagen.
Frank
Ja, durch das höhere Sicherheitsgefühl beim Fahren wird man auch selbstbewusster, fährt entspannter, viel weniger gestresst. Man kann sich halt deutlich mehr auf den Verkehr konzentrieren als auf die körperliche Balance, die man dann noch zusätzlich hat. Von daher ist es einfach viel entspannter, und ich kann eigentlich nur allen empfehlen, es mal auszuprobieren.
Axel
Das hast du mir eben auch schon mal erzählt, das tust du auch. Also du wirst häufig angesprochen, auch darauf, was es denn so für ein Gefühl ist, Liegerad zu fahren. Was sagst du den Leuten dann?
Frank
Ja, ich sag den Leuten, dass es entspannter ist, man kann die Landschaft viel mehr genießen. Und ja, das ist es, was es ausmacht. Und letztendlich kann ich demjenigen eigentlich gar nicht so viel erzählen, man muss die Gelegenheit nutzen und es einfach mal ausprobieren und sich auf die neue Erfahrung einlassen. Dann wird man schon früher oder später dem Liegerad-Virus verfallen.
Axel
Ja genau, dann kommt man auch nicht mehr davon los. Das ist mir genauso gegangen. Okay Frank, habe ich dich noch etwas nicht gefragt, was du noch gerne loswerden möchtest?
Frank
Nein, ich kann eigentlich nur jeden, der bisher noch nicht die Möglichkeit hatte, Liegerad, ob jetzt Einspurer oder Dreirad, ermutigen, es zu testen, es einfach mal auszuprobieren. Weil nur dann, wenn man es mal ausprobiert hat, kann man sich ein Urteil erlauben. Und ansonsten kann ich den Leuten nur viel Spaß bei der Entdeckung neuer Ziele wünschen.
Axel
Ja, super. Vielen Dank. Das war ein tolles Schlusswort. Ich frage aber mal nochmal, informationshalber, fährst du elektrisch oder fährst du mit Muskelkraft?
Frank
Ich habe 2019 mit Muskelkraft angefangen, in der Zwischenzeit habe ich mir dann mein Liegendreirad nachgerüstet und fahre jetzt elektrisch, was dann aber dazu führt, dass ich jetzt auch im Frühjahr, Sommer, Herbst fahre. Oder den Weg zur Arbeit, was eine Strecke 20 Kilometer sind, die fahre ich dann auch bei gutem Wetter mit dem Fahrrad. Also von daher haben wir da auch die ökologische Komponente wieder drin.
Axel
Respekt, Hut ab! Toll, vielen Dank!

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