Take a ride on the wild side

Abschnitt 2️⃣ meiner Reise 🚉 mit dem Deutschland 🇩🇪 Ticket 🎫 nach München: mit der Hessenbahn 🚂 nach Frankfurt

Es ist jetzt kurz vor 10:00 Uhr, und wir sind pünktlich in Siegen in einem proppenvollen RE 99 losgefahren. Das ist ein Zug der Hessenbahn, der einen ziemlich undurchsichtigen Aufbau hat. Ich hoffe, meinem Rad, das fünf Meter entfernt von mir in einer unübersichtlichen Menschenmenge steht, geschieht nichts. Aktuell kann ich nur darauf vertrauen, denn dorthin bewegen kann ich mich definitiv nicht.

In Siegen hatte ich knapp eine Stunde Aufenthalt, den ich dazu genutzt habe, Rad zu fahren. Ich habe auf Komoot einen Weg zur Sieg recherchiert und auch gefunden. Der war aber – wie aktuell gefühlt alle attraktiven Radwege – wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Umleitung erhob zwar den Anspruch, ausgeschildert zu sein, aber so richtig gut zu finden war sie nun nicht, sodass ich bei der Suche doch einiges an Zeit verlor. Dann fuhr ich erst einmal unter einem ziemlich gigantischen Brückenbauwerk durch – das war zwar interessant, aber nicht wirklich schön. Nach etwas über vier Kilometern drehte ich um und fuhr mit ein paar Schlenkern zurück.

Die Fahrt diente auch dazu, mein Zweithandy als Video- und Fotokamera zu testen. Bei aller Liebe – mit der OSMO war ich am Ende doch nicht mehr so zufrieden, und außerdem finde ich sie aktuell nicht. Also baute ich gestern den Rennlenker-Vorbau an meinem Bullen ab und eine zweite Handyhalterung an. Darin kann ich das Xiaomi senkrecht anbringen und dann Hochkant-Videos und -Fotos aufnehmen. Das hat auch erst einmal gut funktioniert. Die Fotos in diesem Beitrag stammen aus diesen Aufnahmen.

Ein paar Worte zu diesem Zug: Es ist einer der Hessenbahn – klar, wir fahren ja in die hessische Metropole Frankfurt, und Siegen liegt ja auch in der Nähe der hessischen Grenze. Er ist in allen Belangen ungemütlich. Seine Radabteile sind mickrig. Es gibt Sitzplätze in der Nähe der Räder, aber dort gibt es keine Ablagemöglichkeit für Taschen und Gepäck. Das ist schlecht, denn aus Platzgründen nehme ich meine Taschen immer vom Rad ab. Dann ist es aber blöd, wenn ich sie nicht ablegen kann. Also ging ich ein paar Meter weiter, wo es Ablagemöglichkeiten gibt. Dort gibt es aber keinen Strom, was ich in einem solchen Zug für eine Frechheit halte. WLAN gibt es natürlich auch nicht. Und die beiden (!) Toiletten in dem vollkommen überlasteten Zug sind außer Betrieb. Echt jetzt? Liebe Hessenbahn: Professionalisiert euch – da sind ja sogar die Züge der Deutschen Bahn besser.

Ich merke, wie mich das beim Schreiben beeinflusst. Ich denke nämlich gerade gar nicht so viel an den eigentlichen Inhalt, sondern eher daran, wie ich diesen Text online bekomme. Gerade ist er ja noch im Entstehen, d. h. ich schreibe ihn handschriftlich mit dem Apple Pencil in der App Nebo auf dem iPad. Das Umwandeln in Maschinenschrift gleich dürfte auf dem iPad ablaufen und damit unkritisch sein.

Meistens bitte ich meinen guten Freund Tschädd Tschipidi, Rechtschreib- und Grammatikfehler zu beheben. Das wird glatt nicht so einfach, denn dazu brauche ich Internet. Das habe ich auf dem Tablet – das nicht über eine entsprechende Mobilfunkfunktion verfügt – leider nicht. Also müsste ich den Hotspot des iPhones nutzen, was aber vermutlich Strom kosten würde, was ich wiederum aufgrund der fehlenden Lademöglichkeit scheue. Wird schon gehen – noch schreibe ich ja.

Zurück zur Reise. Gerade waren wir in Wetzlar. Keine richtige Ahnung, ob pünktlich, denn mein Handy ist in meiner Hosentasche verstaut, und ich komme gerade nicht gut ran. Ist auch nicht sooo wichtig, denn auch in Frankfurt habe ich viel Aufenthalt und erreiche den Anschlusszug ziemlich sicher (ja, ich weiß, dass ich so etwas nicht wirklich schreiben sollte…). Und prompt bleiben wir irgendwo in der Pampa stehen.

Einige meiner Mitfahrenden werden etwas nervös, aber schon geht es weiter.

Das bringt mich zurück zum ungemütlichen Zug. Auch die Fahrgastinformationen sind absolut unzureichend. Gerade kommt die Durchsage, dass wir gleich in Gießen sind und dort eine Zugvereinigung erleben werden. Ich bin gespannt, ob es dort etwas leerer wird.

Wurde es nicht. Wir mussten auch auf den zweiten Zugteil warten. Aktuell – es ist 11:02 Uhr – stehen wir immer noch in Gießen. Aber jetzt geht es offensichtlich weiter.

Und jetzt fahren wir in die umgekehrte Richtung weiter. Es gibt gerade eine Durchsage, aber hier ist eine solche Geräuschkulisse, dass ich zumindest nichts gehört, geschweige denn verstanden habe. Eigentlich ist mir der Inhalt auch wurscht, denn ich fahre bis zur Endstation und habe viel Puffer. Also: WTF.

Während des Aufenthaltes in Gießen habe ich die Sachen, die noch lose an meinem Rad hingen, gesichert und in der Gepäckablage verstaut.

Irgendwie hat es mich mittlerweile an einen Fensterplatz verschlagen. Das macht das alles etwas besser, aber insgesamt ist diese Fahrt so ziemlich meine unangenehmste mit dem Deutschlandticket bisher. Irgendwie hört es sich auch so an, als seien ein paar Prolls im Zug.

Jedenfalls muss das Zugpersonal an jeder Haltestelle durchsagen, dass doch bitte die Türen freigemacht werden sollen. Gerade Friedberg durch – es geht auf Frankfurt zu.

Was mich mittlerweile etwas bewegt, sind die doch dickeren und eindeutig dunkleren Wolken, in die wir gerade hineinfahren. Ich frage mich, ob es in Frankfurt wohl regnen wird. Viel Zeit zum Radfahren werde ich da wohl nicht mehr haben – ich vermute mittlerweile eine etwas größere Verspätung.

Wir sind jetzt gleich in Frankfurt, es wird wohl 11:45 Uhr. Ich werde alle aussteigen lassen, meine Brocken zusammensuchen und dann mal sehen, was geht.

Nicht die schönste Fahrt – aber ich bin in Frankfurt

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