Take a ride on the wild side

Gute und schlechte Beispiele

FDP Wahlplakat, zwei Räder, vier Räder Schiene

In den nächsten Tagen wird es bei mir ziemlich intensiv um das Thema Diskriminierung des Radverkehrs gehen. Aber bevor ich mich da so richtig reinsteigere, dachte ich mir: erst mal einen kleinen Zwischenbericht schreiben. So kann ich das Thema in den kommenden Tagen wieder aufnehmen – und ihr seid schon ein bisschen eingestimmt.

Klar, das Titelbild dieses Beitrages adressiert das Thema eher scherzhaft. Auf dem Wahlplakat der FDP taucht mein Dreirad schließlich nicht auf. Aber ganz ehrlich: So ganz lustig ist es dann doch nicht. Denn auch in diesem Plakat steckt ein Stückchen Diskriminierung. Unter dem Motto „Mobil wie Du“ verbirgt sich letztlich nichts anderes, als dass der Autoverkehr weiter bevorzugt bleibt – so, wie es die FDP eben schon immer gern getan hat. Eine echte Verkehrswende? Fehlanzeige. Auf den Plakaten lächelt sie jedenfalls nur in Form der Alibi-Bahn am linken Bildrand.

Fahrradstraße und Vorfahrt, achten von hinten am Nordlandweg

Und dabei gäbe es so viele gute Ansätze! Am Nordrandweg entlang des Tagebaus Hambach zum Beispiel. Dort hat die Stadt Elsdorf – ich meine zusammen mit dem Rhein-Erft-Kreis und RWE – eine Fahrradstraße außerorts angelegt. Anfangs war ich noch skeptisch. Fahrradstraße im Nirgendwo? Ob das was wird? Aber mittlerweile hat sich mein Blick gewandelt. Heute ist das eine meiner absoluten Lieblingsstrecken im Revier. Über mindestens drei Kilometer fährt man dort bevorrechtigt – wie sonst nur der Autoverkehr. Die Vorfahrt-achten-Schilder sieht man auf dieser Strecke ausschließlich von hinten. Für mich ist das ein dickes, fettes Like. Oder um es in Fahrradfahrersprache zu sagen: ein echtes Rückenwind-Gefühl.

Auch das wird in den nächsten Tagen nochmal Thema werden, vermutlich am Freitag. Da moderiere ich Kerpen ein Gespräch mit Verwaltungsbeamten und politischen Vertretern anlässlich des Aufenthalts der „Tour de Verkehrswende“ in der Kolpingstadt. Ich bin schon gespannt, welche Einlassungen da aufs Parkett – oder besser gesagt: auf den Asphalt – kommen.

Fahrrad Parkanlage am Globus in Marsdorf

Ein anderes schönes Beispiel ist die Fahrradparkanlage am Globus in Marsdorf. Dort gibt es mitten in der Radfahrhölle genug Platz, um Dreirad sicher anzuschließen – und gleichzeitig ist die Anlage gut erreichbar. Auch dafür ein dickes Like. Noch schöner: Ich habe dort auch schon verschiedene andere Räder parken sehen, es gibt also noch mehr Verrückte, die sich in die Radfahrhölle trauen. Und das, obwohl das Gewerbegebiet Köln-Marsdorf ansonsten eher zu den fahrradfeindlichsten Orten überhaupt gehört.

Einziger Wermutstropfen: der Freiluftaschenbecher ein paar Meter weiter. Der Zigarettengestank zog so heftig herüber, dass ich mein Telefonat nicht wie geplant neben meinem Rad führen konnte. Stattdessen musste ich ein paar Meter weitergehen. Naja – besser Bewegung als Qualm, denke ich mir.

Heute habe ich euch Beispiele gezeigt, bei denen der Radverkehr nicht diskriminiert wird. Aber das wird sich ändern – denn im laufenden Kommunalwahlkampf gibt es leider auch Wahlprogramme, die Verkehr noch immer ausschließlich als Autoverkehr verstehen. Der Radverkehr? Wird darin schlicht ausgeklammert.

Auch das wird Thema sein bei den Veranstaltungen rund um die Tour de Verkehrswende, die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann. Dieses Jahr fährt sie durch Nordrhein-Westfalen, und am Donnerstag geht es quer durch die Städteregion Aachen, den Kreis und die Stadt Düren, den Rhein-Erft-Kreis und weiter durch Kerpen und Hürth. Wenn ihr Zeit habt: Kommt vorbei! Es lohnt sich, mitzuradeln, zuzuhören und mitzudiskutieren.

Ich selbst werde heute, am Mittwoch, nach Herleen bei Aachen fahren und mich dann von dort der Tour de Verkehrswende anschließen. Ich bin gespannt, welche Begegnungen und Aktionen auf mich warten – und ich freue mich, wenn ich den ein oder anderen von euch dort treffe.

#Fahrradliebe, #VerkehrswendeJetzt, #RadAlltag, #MobilitätNeuDenken, #DreiradMitHerz

Vorschläge für peppige Überschriften:

„Mit Rückenwind durch die Verkehrswende“ „Ein dickes Like fürs Rad – und ein paar Kopfschüttler fürs Auto“ „Warum Fahrradstraßen manchmal überraschen“ „Dreirad gegen Wahlplakat: Mein kleiner Mobilitäts-Realitätscheck“ „Tour de Verkehrswende – und warum ich dabei bin“

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