Take a ride on the wild side

Über verbotene Straßen und rollende Raves

Tour de Verkehrswende auf der B264

Puh – die letzten Tage waren wild. Voller Eindrücke, Begegnungen und kleiner Abenteuer, die ich hier höchstens ansatzweise einfangen kann. Eigentlich bekomme ich nur so eine Art Tagebuch hin, aber vielleicht macht ja gerade das den Reiz aus.

Am Freitag ging es für mich mit der Tour de Verkehrswende weiter. Los ging alles am Rathaus in Kerpen. Ich radelte direkt von zu Hause dorthin – das erste Stück der Tour von Buir, wo die Tour de Verkehrswende ja übernachtet hatte, ließ ich aus. Vor Ort erwartete uns eine Veranstaltung mit Klaus Ripp, dem Vorsitzenden des Stadtplanungsausschusses, und einigen Verkehrsverantwortlichen aus der Verwaltung. Und was soll ich sagen? Es war ein erfreuliches Treffen. Am Ende gab’s sogar ein gemeinsames Foto – nur leider nicht auf meinem Handy. Hoffe, dass ich das noch bekomme.

Dann kam einer der Momente, die man nicht so schnell vergisst: Wir durften ein Stück der „verbotenen“ B264 befahren. Normalerweise ist diese vierspurige Straße für Fahrräder tabu, aber dank der Hartnäckigkeit der Demo-Anmelden wurde eine Ausnahme gemacht. Da rollte ich also, Seite an Seite mit anderen Radfahrenden, über diese breite Fahrbahn – und hinter uns eine Autokolonne, die uns brav den Vortritt ließ, na ja, lassen musste. Ein Gefühl zwischen Freiheit, Abenteuer und ein bisschen Gänsehaut. Sehr cool!

Später wiederholte sich das Ganze noch einmal, als wir von Frechen über die Holzstraße nach Marsdorf fuhren.

Dazwischen lag die Mahnwache in Hürth. Schon Ende Juni hatten wir dort mit mehreren Hundert Menschen zwei tödlich Verunglückten und weiteren Opfern an der Frechener Straße gedacht. Dieses Mal waren es weniger Menschen, aber die Anteilnahme war nicht geringer. Solche Momente machen still, nachdenklich – und gleichzeitig entschlossener, für sichere Straßen zu kämpfen.

In Köln wechselte ich dann meine Rolle. Statt selbst als so genannter „Local“ die Tour de Verkehrswende zu leiten, und ließ mich von Simone vor der Kidical-Mass-Bewegung zu einigen interessanten Orten geleiten. Ein bisschen entspannter, aber weiterhin hoch politisch und interessant.

Später dann die Critical Mass Köln. Sie begann zwar mit einem ordentlichen Regenguss und – ich gestehe es – ich habe auch den Start etwas verpatzt. Schwamm drüber. Dafür hatte ich meine Soundbox dabei. Endlich wieder Musik machen, die Straße mit Beats füllen, Leute zum Lächeln bringen.

Die Bedienung einer Soundbox

Das war richtig schön. Sogar so schön, dass ich irgendwann die Box ausmachte – und direkt gefragt wurde, wann ich sie wieder einschalte. Na also, Musik verbindet!

Und als wäre das nicht genug, gab es nach der CM noch einen von Radentscheid Köln organisierten Rave. Eine Radfahrt hinter einer mobilen Soundmaschine – rollende Disco inklusive. Großartig! Aber da zog ich dann die Reißleine. Irgendwann ist auch bei mir Schluss. Ziemlich müde bog ich ab und rollte heimwärts. Immerhin: auch das Nachhausefahren im Dunkeln, mit dem Summen in den Beinen und dem Rest von Musik im Kopf, hat seinen eigenen Zauber.

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