
Nein, ein gutes Wochenende war das nicht. Die Kommunalwahl am Sonntag hat auch bei uns zu einem Rechtsruck mit großen Zuwächsen für die AfD geführt. Das ist nicht gut, das ist schlecht. Aber ich durfte wieder einmal als Wahlvorsteher meinen Teil dazu beitragen, Demokratie zu machen. Und als Blogger habe ich zuvor die Wähler*innen dazu ermuntert, mit dem Rad oder zu Fuß zur Wahl zu kommen. Auch das ist eine gute Aktion, denn sie zeigt, wie man im Alltag mit kleinen Dingen ein Zeichen setzen kann.
Gut war vor allem aber auch der Samstag. Gemeinsam mit den Aktivistinnen und Aktivisten vom Bürger*innen-Asyl in Köln habe ich an der dritten sogenannten RadkulTour teilgenommen. Wir haben uns mit Menschen, die sich tagtäglich für Geflüchtete einsetzen, auf den Weg gemacht und an verschiedenen Orten in Köln für eine offene und tolerante Gesellschaft Aktionen organisiert. Es waren bestimmt über 100 Menschen dabei, um ein Zeichen zu setzen. Dazwischen sind wir immer wieder Rad gefahren – eine tolle Aktion, die nicht nur die Stadt, sondern auch die Menschen verbindet. Die meist jungen Teilnehmenden sind unglaublich engagiert und haben klare Ziele, die von Menschlichkeit, Gewaltfreiheit und Miteinander geprägt sind. Ein wunderbarer Kontrast zur politischen Realität des Sonntags.
So kommen der Samstag und der Sonntag auf eine sehr ambivalente Art zusammen. Auf der einen Seite steht das Engagement und der Optimismus für Menschlichkeit, Gewaltfreiheit und Miteinander. Auf der anderen Seite lauert der Rechtsruck und aufkommender Faschismus. Meine Seite ist klar, denn so wie wir auf dem Rad unseren Weg wählen, habe ich meine Wahl getroffen: keinen Meter nach rechts!

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