Take a ride on the wild side

Das Hohelied der Oberschenkel: BlueMoon statt Auto!

Maßband neben meinem Gespann BlueMoon mit Anhänger

Gestern habe ich noch das Hohelied auf E-Bikes gesungen,

aber eigentlich war das gar nicht angemessen. An dem Tag stand nämlich eine ganz andere Herausforderung an: Mein muskelbetriebenes Lastenrad sollte, mit einem voll beladenen Anhänger, von Kerpen-Horrem nach Kerpen-Stadt zum Parking Day des ADFC bewegt werden. Und so kam es dann auch.

Lastenradparade vor meinem Haus, Claudias Rad und mein Lastenrad mit Anhänger


Das Prachtstück ist mein Bullitt-Rad „BlueMoon“, mein absoluter Liebling, an das ich für diese Aktion extra die Kupplung für den Anhänger montiert habe. Die Vorbereitung war nicht ganz einfach. In der Garage war es schlicht zu eng, vor allem, weil ich mit dem gesamten Gespann nicht an den vor den Garagen geparkten Autos vorbeigekommen wäre. Also habe ich den schweren und großen Stand, den Banner und die Stühle schon in der Garage auf dem Anhänger verstaut. Dann ging es raus auf den Bürgersteig, wo ich Rad und Anhänger gekonnt miteinander koppelte. Anschließend rollte ich alles vor unsere Haustür und belud die Kiste auf dem Lastenrad noch mit Getränken und allerlei Kram. Schließlich wartete ich nur noch auf meine Freundin, die ihr (auf dem Bild ebenfalls zu sehende) Lastenrad ebenfalls geschickt mit Büchern und Spielen belud, die mit dem besten Wissen nicht mehr auf mein Gespann passten.

Und dann ging es los! Ich hatte mir eine Strecke ohne Steigungen herausgesucht. Die schönste Strecke nach Kerpen führt zwar durch den Parrig-Wald und vorbei am Schloss Lörsfeld, aber dort muss auch eine Autobahnbrücke überwunden werden. Das wollte ich mit dem schwer beladenen Gespann unbedingt vermeiden. Schließlich ist der Anhänger ungebremst und ich konnte nicht richtig einschätzen, wie ich die Auffahrt meistern und wie sich die Abfahrt anfühlen würde. Sicherheit geht vor, also radelten wir entlang der Hauptstraßen und teilweise auch auf der Fahrbahn. Einige Radwege sind nämlich aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres engen Kurvenradius schlichtweg ungeeignet für solch ein 4,20 Meter langes „Long Vehicle“. Die Strecke war trotzdem sehr gut zu fahren und wir kamen pünktlich vor dem Rathaus an. Abends klappte die Rückfahrt dann genau so reibungslos.

Das Fahren selbst war ein echtes Erlebnis! Das Gesamtgewicht des Zuges spürte ich natürlich vor allem beim Anfahren. Da mussten Oberschenkel und Waden ganz schön arbeiten. Auf gerader Fläche schob der Anhänger sogar ein wenig von selbst. Aber selbst sonst unauffällige Steigungen wurden zur schweißtreibenden Herausforderung. Ich bemerkte auch, dass ich das fachgerechte Verzurren von Ladung auf einem Anhänger noch etwas üben muss.

Insgesamt war es aber ein tolles Erlebnis und mein Gespann zog überall bewundernde Blicke auf sich. Es war ein unverzichtbarer Bestandteil unseres autofreien Transports für den Parking Day. Auch die anderen Aktiven waren mit ihren Lastenrädern oder voll bepackten Fahrrädern angereist. Wir stellten einmal mehr unter Beweis: Nicht nur ein, sondern viele Autos weniger auf der Straße.

Kommentare

  1. Da steht dem nächsten Campingurlaub nur noch die enge Streckenführung im Weg…

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