Take a ride on the wild side

Autodämmerung: Abschied vom Statussymbol auf vier Rädern

Ein dunkelgrünes Brompton-Faltrad in einem Zug vor einem Fenster mit Blick auf eine staureiche Autobahn bei Sonnenuntergang. Eine eingeblendete Infografik zeigt eine monatliche Ersparnis von 542 Euro beim Umstieg vom Auto auf die Kombination aus Bahn und Fahrrad. Im Bild steht der Text: Autodämmerung: Zeit für eine Neuberechnung.

Die Autodämmerung: Warum ich mein Auto (nicht) vermisse

Hast du dich auch schon gefragt, ob das Auto langsam ausgedient hat? Während die Politik mit Milliarden versucht, das alte Blech zu retten, rollen wir längst entspannt am Stau vorbei. Die Autodämmerung ist kein Mythos – sie findet jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit statt. 💨

Mein Weg: 40 Kilometer Freiheit im Rheinland

Seit Anfang des Jahres bin ich ziemlich viel und regelmäßig unterwegs. Mein Weg führt mich von Kerpen-Horrem nach Langenfeld und wieder zurück. Das sind etwas über 40 Kilometer. Wer die Region kennt, weiß: Das ist die klassische Stau-Hölle auf der A4 und A1, besonders rund um die Leverkusener Brücke. 🚗🛑

Doch ganz ehrlich: Ich habe keinen Augenblick daran gedacht, diese Strecke mit meinem Auto zurückzulegen. Meine persönliche Mobilitätsgarantie heißt Deutschlandticket und Brompton-Faltrad. Das Duo funktioniert fantastisch! Selbst in Ausnahmesituationen, wie neulich beim Ausfall der S6 aufgrund eines Polizeieinsatzes, kam ich ohne größere Verzögerung an. Hast du so ein modulares Pendeln schon mal probiert? 😉

Die künstliche Beatmung der „Blechbüchse“

Während ich entspannt in der Bahn sitze, lese ich Nachrichten, die mich den Kopf schütteln lassen. Die Bundesregierung hat gerade erst (offiziell am 19. Januar 2026 vorgestellt) ein massives neues Förderpaket für E-Autos geschnürt. Da fließen insgesamt drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) – also genau die Steuergelder, die ich für sinnvollere Dinge nutzen würde.

Was da beschlossen wurde? Privatpersonen erhalten beim Kauf eines neuen Elektroautos eine Prämie von bis zu 6.000 Euro. Es gibt sogar eine soziale Staffelung und Boni für Familien. Wer die Details wissen will, findet sie direkt beim Bundesumweltministerium (BMUKN). Aber mal ehrlich: Brauchen wir wirklich mehr Subventionen für schwere Blechbüchsen? 💸

Die nackten Zahlen: Stagnation trotz Milliarden

Warum macht die Politik das? Weil kaum noch jemand Lust auf die teuren Anschaffungen hat. Ein Blick auf die aktuelle Analyse der Kfz-Zulassungszahlen (KBA) zeigt:

  • Verbrenner im Sinkflug: Im Jahr 2025 verloren Diesel-Pkw rund 16 % und Benziner etwa 10 % an Boden. 📉
  • Künstliche Erfolge: Zwar gab es 2025 ein Plus bei E-Autos (+45 % auf ca. 545.000 Fahrzeuge), doch ein Großteil davon sind Eigenzulassungen der Händler oder gewerbliche Flotten.
  • Trendwende: Der private Käufer hält sich zurück. Das Auto wird zunehmend als finanzielle Last und weniger als Freiheitssymbol wahrgenommen.

Das Auto: Ein Klotz am Bein

Neben horrenden Anschaffungs- und Betriebskosten bindet man sich mit einem Auto eine Last ans Bein. Ein Auto ist ein Investitionsgut, das die meiste Zeit nur herumsteht. Und wenn es rollt, steht es oft direkt wieder – im Stau. Während die Bahn oft wegen Verspätungen in der Kritik steht, wird die „unplanbare Verspätung“ im Straßenverkehr durch Stau oder Parkplatzsuche oft als gottgegeben hingenommen. 🛡️

Hinzu kommt die politische Schieflage: Die Anfang 2026 bestätigte Erhöhung der Pendlerpauschale hält den Status Quo des weiten Pendelns künstlich am Leben, anstatt den Umstieg auf effiziente Systeme wie Rad und Schiene radikal zu forcieren. Das ist gesellschaftlicher Stillstand auf Raten. 🛑

Die Zukunft fährt Schiene und Rad

Ich bin mir sicher, dass viele von euch gerade ähnlich denken, wenn es um die Anschaffung eines (Zweit-)Wagens geht. Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs bröckelt.

Mein Tipp für dich: Wag den Umstieg! Das Brompton in der S-Bahn ist die beste Werbung gegen die „Elektro-Blechbüchse“. Es fühlt sich verdammt gut an, den Stillstand auf der A1 einfach links liegen zu lassen. 🚲🚉


Was meinst du: Ist das Auto für dich noch Freiheit oder schon Belastung? Würde dich eine Vergleichsrechnung zwischen Auto-Kosten und Deutschlandticket interessieren? Schreib es mir in die Kommentare! 👇

Kommentare

  1. Ganz klar: Der sogenannte „Individualverkehr“ (warum dieses Wort immer nur auf das Auto gemünzt ist, verstehe wer will) ist auf dem absteigenden Ast. Zur Zeit ist das Auto für mich noch ein Teil einer Freiheit. Ich lebe eher im ländlichen Bereich und mit den Öffis ist z.B. ein spätes Nachhausekommen von der Bahn mit dem Bus nicht möglich bzw. ab abends nur noch im Stundentakt. Da parkt dann das Auto am Bahnhof für die letzte Meile (7 Kilometer). Aber Fahrrad wird intensiv genutzt und Bahn auch. Ich denke, trotz allem wird es in ein paar Jahren nochmals die Überlegung geben wegen eines Autos. Aber da warte ich ab,nwie sich alles entwickelt. BahnCard und Deutschlandticket sind auf jeden Fall in intensiver Nutzung und Auto wird immer als zweite Möglichkeit gesehen, wenn die Bahn es wirklich nicht vernünftig schafft.

    1. Geht mir genau so

  2. Hier im ländlichen Bereich und mit meinen Lebensumständen ist es nicht so einfach, aber ich würde höchst gerne ganz auf das Auto verzichten (mehr als 6 Jahre gelang es auch mal, als die Umstände noch andere waren). Immerhin bewältige ich den Alltag so gut wie ohne. Wir müssen dringendst weg vom Auto.

  3. Ich habe überhaupt nur ein Auto (geschenkt genommen) weil es a. technisch top in Schuss war und b. auch meine Tochter Jüngste mit benutzt.
    Ich sehe das eher gelassen, zumindest für mich. Der sehr gut erhaltene Golf 6 zeugt noch von einer heute nicht mehr gebotenen Qualität, ist somit weiter genutzt eine weitere wirtschaftliche Amortisierung. Und für die wenigen Fahrten für die ich ihn nutze passt das.
    Und an diesem passenden Punkt, dieser Golf ist ja schon fast ein Klassiker.

    Eine neues Auto kaufen käme für mich eher nicht in Frage. Neben dem Kaufpreis gibt’s laufende Kosten und ob sich das schon bei meiner geringen Nutzung rechnet, stünde auf einem anderen Blatt.
    Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht mal welches Auto ich kaufen würde? Das was da so auf dem Markt ist, kann mich nicht wirklich überzeugen. Ganz vorne an würde aber ein E-Auto stehen.

    Nett wäre noch ein Klassiker. Ein alter Volvo zum Beispiel. Unzerstörbar und zuverlässig. Aber dann bräuchte es auch eine Garage. Naja, und in so eine Garage kann man ja viel besser Fahrräder unter bringen…

  4. Ich selbst bin ja nun mal ganzjährig mit dem Fahrrad unterwegs.

    Bei uns in der Firma fahren schon einige Kollegen in den warmen Monaten mit dem Fahrrad oder e-Bike bei trockenen Wetter bis 15 bzw. 17 Kilometer aus den nächstgrößeren Ortschaften wie Hermannsburg, Faßberg oder Müden zur Arbeit.

    Ansonsten gibt es auch Kollegen die zu Fuß zur Arbeit kommen könnten, aber trotzdem das Auto benutzen.

    Arne Wilhelm

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