Abschied auf Zeit: Warum der Terranova Speedway bald Pause macht
Eigentlich wollte ich euch heute pünktlich zu Weiberfastnacht mit einem ganz anderen Thema in die Karnevalstage schicken. Doch wie so oft schreibt das Leben – oder in diesem Fall der Kölner Stadt-Anzeiger und meine gestrige Tour – die besseren Geschichten. Unser geliebter Terranova Speedway steht vor einer langen Sperrung, und ich habe mir das Ganze vor Ort noch einmal genau angeschaut. 🚴♂️💨
Ein Treffen im Regen
Gestern, bei typischem rheinischen Dauerregen, war ich auf dem Speedway zwischen dem Tagebau Hambach und dem Segelflugplatz Paffendorf unterwegs. Ich dachte, ich sei der einzige „Verrückte“, doch weit gefehlt: Ein Gleichgesinnter kam mir entgegen, wir hielten kurz inne und fachsimpelten über das drohende Aus auf Zeit. Sein Blick sagte alles: Wir werden diese Trasse vermissen. Aber warum eigentlich?
Der Terranova Speedway ist nicht einfach nur ein Radweg. Er nutzt die historische Trasse der ehemaligen Bandleitung, über die früher Braunkohle und Abraum transportiert wurden. Die Idee dahinter: Den Strukturwandel im Rheinischen Revier erlebbar machen und eine kreuzungsfreie, schnelle Verbindung für Radfahrende und Skater schaffen. Wer die Strecke kennt, schätzt den glatten Asphalt und die Weite.
Das Mammutprojekt: Rheinwasser für den Tagebau
Ab dem 02.03.2026 ist damit erst einmal Schluss. Der Grund ist gewaltig: Der Bau der Rheinwassertransportleitung. Um den Tagebau Hambach nach dem Ende der Kohleförderung in einen stabilen Restsee zu verwandeln, muss massiv Wasser eingeleitet werden. Da das Grundwasser allein nicht ausreicht, wird eine Leitung von Dormagen bis zum Tagebau verlegt. Das Ziel ist gigantisch: Einer der tiefsten und größten Seen Deutschlands soll hier entstehen. I
Kahlschlag am Wegesrand
Die Vorboten sind bereits unübersehbar. Rund um den Aussichtspunkt türmt sich Baumaterial, und was besonders schmerzt: Die Trasse wurde in den letzten Wochen bereits großflächig gerodet.

Das Bild zeigt die aktuelle Situation deutlich: Wo links und rechts früher Gebüsch und Bäume den Weg säumten, herrscht jetzt gähnende Leere. Die graue Asphaltbahn wirkt fast verloren in der braun-grünen, flachrasierten Landschaft. Unter dem wolkenverhangenen Himmel wirkt die Szenerie fast ein bisschen melancholisch – ein letzter Blick auf eine vertraute Strecke, bevor die Baufahrzeuge endgültig übernehmen. 🏗️
Wie geht es weiter?
Die Sperrung soll bis Ende 2027 dauern. Das ist eine lange Zeit, in der wir uns Alternativen suchen müssen. Vielleicht ist das die Chance, neue Wege im Erftkreis zu entdecken? Schaut euch zum Planen mal die Radtouren im Rhein-Erft-Kreis an, da gibt es mehr als man denkt.
Ich werde die verbleibenden Tage bis zum März definitiv noch nutzen, um ein paar Kilometer auf dem Speedway zu sammeln. Hast du schon eine Ausweichroute im Kopf? 🗺️
Nutzt die Zeit, solange der Asphalt noch uns gehört! Wir sehen uns auf der Strecke – oder eben auf den Umwegen.

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