Take a ride on the wild side

📡 🚴‍♂️ Liveticker: Tag Vier – Müsli über den Dächern und die große Fahrrad-Wartezeit

Guten Morgen von Tag vier! Ein neuer Tag, ein neuer Liveticker und die große Frage: Wie geht es heute weiter?

Der Morgen begann für mich erst einmal herrlich entspannt mit einem selbst zubereiteten Frühstück. Die Zutaten dafür hatte ich mir gestern Abend noch im Edeka um die Ecke besorgt. Im 5. Stock der Smartments gibt es nämlich eine riesige Gemeinschaftsküche, die man als Gast flexibel nutzen kann. Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen!

Bei frisch gebrühtem Kaffee und einer großen Schüssel Müsli ließ es sich wunderbar in den Tag starten. Zugegeben, das Müsli schmeckt unterwegs nie ganz genau wie das gewohnte Setup zu Hause, aber es kommt meinem Lieblingsfrühstück auf jeden Fall um Welten näher als die üblichen weißen Bäckersemmeln und süßen Teilchen. Und der weite Blick über das Bielefelder Zentrum oben aus dem Fenster war beim Löffeln auch nicht zu verachten!

Der Schlachtplan für heute

Wie sieht das Programm für die nächsten Stunden aus? Der Plan steht, erfordert aber wieder einiges an Geduld:

1 Sachen packen: Ich werde jetzt gleich meine sieben Sachen zusammenraffen, das Zimmer räumen und das Gepäck hier im Smartments sicher in einem Schließfach verstauen.

2 Auf den Anruf warten: Danach heißt es Daumen drücken und auf die erlösende Nachricht aus der Werkstatt warten, dass die Vorderbremse wieder verlässlich greift.

3 Die finale Entscheidung treffen: Sobald ich #GSpot wiederhabe, wird spontan entschieden, wie der restliche Tag läuft. Auf dem Zettel stehen eigentlich knapp 100 Kilometer bis nach Wunstorf.

Sagen wir es mal so: Hinbekommen werde ich das Tagesziel heute definitiv! Die Frage ist im Moment nur, wie viele der Kilometer ich im Sattel reiße und ob die Bahn für ein Teilstück einspringen muss, falls sich die Reparatur doch noch länger hinzieht.

Es bleibt also auch heute ein echtes Bikepacking-Abenteuer, bei dem Flexibilität Trumpf ist. Ihr kennt das Spiel: Ihr erfahrt hier im Ticker als Erste, sobald sich das Rad der Werkstatt oder der Reifen auf der Straße dreht! Bleibt dran! ☕🥣🏢🔧

Digital-Komfort am Bahnhof – Mein Fazit zum Smartments

Bevor ich die Zelte hier endgültig abbreche, muss ich noch ein paar Worte zu dieser Unterkunft loswerden. Das Smartments ist wirklich extrem modern und durchdacht. Für uns digitale Nomaden im Sattel ein echter Traum: Das WLAN ist superschnell und stabil, und im Zimmer gibt es überall Steckdosen – die meisten davon sogar direkt mit integrierten USB-Anschlüssen. Da freut sich der Geräte-Fuhrpark nach einer langen Etappe!

Der Clou an dem Konzept ist der digitale Service-Hub, der reibungslos über WhatsApp mit mir kommuniziert hat. Das läuft komplett unkompliziert. Und als ich zwischendurch doch mal die echte, physische Rezeption gebraucht habe, bekam ich auch dort sofort tolle und super freundliche Unterstützung. Man kann dort einfach alle Fragen platzieren und es wird einem sofort geholfen.

Das absolute Highlight ist aber, wie schon kurz erwähnt, der riesige Gemeinschaftsbereich ganz oben im fünften Stock. Große Küche, Herde, Kühlschränke, Geschirr, Besteck – es ist wirklich alles da, was man braucht, um sich perfekt selbst zu versorgen.

Checkout und Abmarsch zur Werkstatt

Für mich heißt es jetzt: Auschecken! Ich packe meine Taschen, schnappe mir den Schlüssel und bringe mein Gepäck erst mal runter zu den Schließfächern, um es dort sicher aufzubewahren. Sobald die Schultern frei sind, mache ich mich langsam auf den Weg, um mich um mein Rad zu kümmern. Hoffen wir, dass die Werkstatt-Götter heute gnädig gestimmt sind!

Bleibt im Empfang, das nächste Update kommt, sobald ich Neuigkeiten von der Bremse habe! 🏢📱🎒🔧

GSpot ist wieder heile

Nur ganz kurz: raddesign in Bielefeld hat mein Rad wieder heile gemacht! Vielen vielen, vielen Dank! Ich werde auf jeden Fall in der Mittagspause ausführlicher darüber schreiben.

Jetzt erst mal raus aus Bielefeld in Richtung Wunstorf.

Erste Entwarnung, grauenhafter Asphalt-Frust und ein herrlicher Dejà-vu-Stopp

Über 40 Kilometer auf dem reparierten Rad liegen hinter mir – und was soll ich sagen: Es ist einfach super! Die neuen Teile verrichten ihren Dienst perfekt und machen das Fahren sogar spürbar leichter. Noch mal Dank an raddesign❣️

Eigentlich könnte ich ein richtig feines Fazit über meinen unfreiwilligen Zwischenstopp in Bielefeld ziehen, wenn… ja, wenn da nicht die absolut grauenhafte Verkehrssituation stadtauswärts gewesen wäre!

Ehrlich, auch in Herford und Löhne war es ein einziger Graus. Ich habe noch selten so viel dichten Autoverkehr erlebt und gleichzeitig so schlechte Radwege und kaputte Straßen vor der Nase gehabt. Das hat phasenweise überhaupt keinen Spaß gemacht – selbst mit meinem runderneuerten Rad nicht. Besonders Herford hat mir heute massiv missfallen. Ich war kurz davor zu sagen, dass das gut das Schönste ist, was die Stadt zu bieten hat.

Das stimmt natürlich nicht ganz: Es gibt dort auch ein ziemlich abgefahrenes, futuristisches Gebäude mitten in der Stadt. Aber ich habe nicht mal ein Foto davon gemacht, weil ich an dem Punkt einfach nur noch so schnell wie möglich raus aus dem Trubel wollte.

Mittagsrast mit Erinnerungen an Porta Westfalica

Jetzt sitze ich gerade in Porta Westfalica in einem Edeka und mache wohlverdiente Mittagspause.

Dabei schießt mir plötzlich ein echtes Dejà-vu durch den Kopf: Genau hier habe ich vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal übernachtet! Damals bin ich am nächsten Tag weiter nach Hannover gerollt, um mich dem dortigen Zubringer für die Berliner Sternfahrt anzuschließen. Die Ecke kommt mir also verdammt bekannt vor!

Heute wird die Sache allerdings ein bisschen anders laufen. Nach dem Essen schwinge ich mich wieder in den Sattel und fahre weiter bis nach Wunstorf. Das sind von hier aus noch etwas über 50 Kilometer. Dort schlage ich mein Nachtlager auf und morgen früh geht es dann ganz entspannt mit der Bahn zum großen Treffpunkt direkt am Hauptbahnhof in Hannover.

Oder wie mein Freund und Organisator der Tour so schön zu sagen pflegt: Treffpunkt ist „unterm Schwanz“ – ein Schelm, wer Böses dabei denkt! (Für alle Nicht-Hannoveraner: Das ist das berühmte Ernst-August-Denkmal direkt vor dem Bahnhof).

Ich packe jetzt langsam wieder zusammen. Die restlichen 50 Kilometer rufen! Drückt mir die Daumen für besseren Asphalt. 🐴🚴‍♂️💨☀️

Grenzübergang nach Niedersachsen und Fachwerk-Idylle in Stadthagen

Kaum hatte ich mich von Nordrhein-Westfalen verabschiedet und die Landesgrenze hinter mir gelassen, wurde die Verkehrssituation schlagartig viel angenehmer und die ganze Atmosphäre spürbar entspannter.

In Niedersachsen rollt es sich einfach herrlich! Ich fahre hier hauptsächlich auf normalen Straßen, die allerdings extrem wenig befahren sind.

Dazu gibt es wunderschöne landschaftliche Eindrücke und immer wieder richtig hübsche, kleine Ortschaften am Wegesrand.

Nach rund 25 Kilometern seit dem letzten Stopp – ich stehe jetzt insgesamt bei Kilometer 73 von knapp 100 Tageskilometern – bin ich in Stadthagen gelandet.

Was für ein wunderschönes, kleines Städtchen! Der Ort liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und begeistert sofort mit seinem historischen Ortskern voller prächtiger, alter Fachwerkhäuser.

Kaffeeglück und die letzten Kilometer

Ich habe mir erst mal einen gemütlichen Platz gesucht und einen Kaffee geordert, ein Eis soll gleich noch folgen. Zwischenzeitlich musste ich ein bisschen hoffen, dass die Bedienung überhaupt noch mal wieder erscheint – aber hey, ich lasse mir jetzt einfach die Zeit. Die letzten knapp 30 Kilometer für heute werde ich locker und ohne große Probleme schaffen. Das Ziel Wunstorf ist quasi schon in Sichtweite!

Und siehe da, ein kleiner Nachtrag in Echtzeit: Tatsächlich ist mein Kaffee gerade eben angekommen und das Eis erfolgreich bestellt. Perfektes Timing! Ich melde mich hiermit erst mal in eine kurze, genussvolle Pause ab und schicke später das nächste Update von der Strecke. Genießt die Sonne! ☕🍦🏘️🚴‍♂️💨

Wunstorf erreicht, Riesen-Döner und das große Solo-Fazit!

Nach dem herrlichen Eis in Stadthagen ging es noch einmal rund 25 Kilometer absolut entspannt durch die wunderschöne niedersächsische Landschaft.

Nach einem kurzen Einkaufs-Stopp in Bad Nenndorf

war es dann gegen 19:30 Uhr endlich so weit: Nach insgesamt über 100 gefahrenen Kilometern bin ich an meinem Hotel in Wunstorf angekommen, nachdem ich zuvor den Mittellandkanal überquert, hatte.

Auf den letzten Metern haben mich zwar noch ein paar Regentropfen erwischt, aber zuvor war es ordentlich warm und teilweise sogar richtig sonnig. Nach dem langen Ritt lohnte es sich also doppelt, erst einmal direkt unter die Dusche zu springen.

Danach meldete sich der Magen lautstark mit kräftigem Hunger.

Ich bin noch mal kurz in den Ort gefahren und beim „Berlin Döner“ direkt gegenüber der Germania

fündig geworden – dort habe ich mir erst mal eine Riesenportion einverleibt.

😋

Jetzt bin ich wieder zurück im Hotel und gleich geht es direkt ab in die Heia.

Das Ende des Solo-Abenteuers – Zeit für ein Fazit

Damit sind die ersten vier Etappen meiner Reise, die ich komplett alleine absolviert habe, offiziell Geschichte. Ab morgen ändert sich das Setup grundlegend: Es geht mit einer organisierten Tour und einer festen Gruppe weiter. Deswegen weiß ich aktuell noch nicht ganz genau, wie es in den nächsten Tagen mit dem Liveticker aussehen wird. Ich bin dann einfach nicht mehr so ohne Weiteres mein eigener Herr und möchte sowohl zeitlich als auch inhaltlich natürlich voll und ganz Rücksicht auf die anderen Radfahrer:innen nehmen.

Hinter mir liegen vier unheimlich aufregende Tage! Vor allem die gestrige Etappe mit dem Bremsen-Krimi und der spontanen Werkstatt-Odyssee in Bielefeld war zwischenzeitlich ziemlich nervig – aber am Ende eben doch absolut erfolgreich.

Eigentlich hatte ich diese vier Etappen ja als Generalprobe für eine eigene ADFC-Tour von Köln aus zur Sternfahrt nach Berlin im nächsten Jahr geplant. Nach den Erfahrungen der letzten Tage muss ich mir das Ganze im Nachgang allerdings noch mal ganz genau anschauen. Bis auf die heutige finale Etappe gab es unterwegs doch überall ganz schöne Anstiege zu bezwingen. Wenn ich mir vorstelle, dass wir diese Strecken nächstes Jahr vielleicht gegen einen straffen Gegenwind fahren müssten – anstatt den Wind so genial im Rücken zu haben wie ich heute –, dann wäre das tatsächlich nur etwas für ausgemachte Körner. Da werde ich zu Hause wohl noch mal einiges an Gehirnschmalz in die Routenplanung stecken müssen. Aber das hat Zeit, bis ich wieder zurück im Rheinland bin.

Morgen geht’s im Rudel weiter!

Morgen früh startet der Gruppen-Express von Hannover aus in Richtung Wolfsburg. Ich freue mich schon riesig darauf, die Bekannten vom letzten Jahr wiederzusehen und all die neuen Gesichter kennenzulernen, die dieses Jahr frisch dabei sind!

Ein riesiges Dankeschön an euch alle, die ihr hier in den letzten Tagen so fleißig mitgelesen und mitgefiebert habt. Bitte bleibt unbedingt dabei – das Abenteuer Berlin ist noch lange nicht vorbei! Gute Nacht und bis morgen! 🥙🛌🚴‍♂️🇪🇺🏁

Kommentare

  1. Womit nun auch du den Informatikstudenten Achim Held widerlegt hättest, der behauptet hatte, Bielefeld existiere nicht wirklich. (Nee, nee, ich weiß schon. Es ging damals tatsächlich darum, Verschwörungstheorien ad absurdum zu führen.)

    1. Es scheint zu existieren 🤷‍♂️

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Warum ich Rad fahre

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen