📡 🚴♂️ Liveticker: Tag 5 (oder Tag 1?) – Vom Feiertags-Wirrwarr in den Radler-Express
Wie man es nimmt: Für mich ist es heute schon Tag fünf im Sattel, für die organisierte Tour offiziell Tag eins! Die erste Nacht im Hotel in Wunstorf liegt hinter mir. Das Haus war zwar an sich sehr spärlich eingerichtet, aber für ein selbst zubereitetes Frühstück hat es allemal gereicht.

Die Zutaten hatte ich strategisch clever noch aus Bielefeld und vom gestrigen Edeka-Stopp in Wunstorf im Gepäck. Das hat mir direkt den notwendigen Push für den Tag verliehen!
Niedersächsischer Alltag und perfekte Züge
Nach dem Packen ging es ab zum Bahnhof, und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen, wo heute Fronleichnam gefeiert wird, ist hier in Niedersachsen stinknormaler Werktag! Kein Feiertag weit und breit. Für mich ein absoluter Glücksfall: So konnte ich im örtlichen Lidl mal eben völlig entspannt meine Vorräte für den Tag auffüllen. Trotz des Einkaufs-Stopps habe ich den Zug nach Hannover super pünktlich erreicht, sodass ich deutlich vor 9:00 Uhr in der Landeshauptstadt aufschlagen werde.
Ein dickes Lob geht übrigens an die Deutsche Bahn für den RE 1: Der Zug hat einfach grandiose Fahrradabteile!

Keine störenden Sitzplätze, sondern massig Platz und top Vorkehrungen, um die Räder entweder sicher einzuhängen oder anzuschließen. Mein #GSpot und das ganze Gepäck sind total problemlos untergekommen – so macht Bahnfahren mit Rad Spaß!
Das große Wiedersehen am Bahnhof
Jetzt sitze ich im Zug und die Vorfreude steigt im Sekundentakt. Ich kann es kaum erwarten, gleich am Hauptbahnhof die ganze Bande wiederzusehen und endlich gemeinsam loszufahren!
Bleibt nur noch die spannende Frage nach dem Wetter: Auf der Fahrt zum Bahnhof war es heute Morgen zum Glück noch trocken. Die Vorhersage für den Tag sieht allerdings ziemlich nass aus. Unser Ziel ist heute Wolfsburg – drückt uns die Daumen, dass wir der Regenfront einfach davonfahren können!
Der Gruppen-Express startet jetzt. Bleibt dran, ab hier wird im Rudel geradelt! 🚂🚴♂️ bundle 🌧️ Wolfsburg, wir kommen!
Das ewige Bahn-Drama – Warum Puffer beim Reisen Leben rettet
Wenn ich bisher immer gedacht hatte, dass nur der Kölner Hauptbahnhof ein absolut monumentales Riesen-Chaos verursacht, dann lag ich heute Morgen ganz offensichtlich gründlich falsch! Die Deutsche Bahn beweist mal wieder, dass sie überall für eine Überraschung gut ist.
Der Regionalexpress, der laut offiziellem Fahrplan knackige 12 Minuten von Wunstorf bis Hannover brauchen soll, schleicht jetzt schon seit fast einer halben Stunde durch die Gegend. Wobei man das kaum „fahren“ nennen kann: Es ist eher ein ständiger, zäher Wechsel aus komplettem Stillstand und mühsamem Schritttempo.
Ein Hoch auf die weise Voraussicht
Zum ganz großen Glück habe ich für den heutigen Morgen ein ordentliches Polster eingebaut. Wir rollen mit der Gruppe in Hannover erst um 10:00 Uhr vom Hof, und diesen Termin werde ich trotz des Schleichgangs immer noch locker und rechtzeitig schaffen.
Aber das Ganze zeigt mal wieder ein ungeschriebenes Bikepacking-Gesetz in aller Deutlichkeit: Wer mit der Bahn reist, braucht Nerven aus Stahl und zwingend einen fetten Puffer im Zeitplan. Ohne Sicherheitsnetz steht man sonst ganz schnell ganz schön einsam am Bahnsteig.
Ich bleibe entspannt, beobachte das Stop-and-Go vor dem Fenster und freue mich trotzdem riesig auf den Start. Hannover, wir trudeln gleich ein! 🚂⏳🚴♂️💨
Und da

Die Spannung steigt. Wir sind deutlich mehr als 10 und gleich geht’s los.

Startschuss in Hannover, Rüttel-Prüfung und Bruchware-Stopp in Burgdorf
Punkt 10:00 Uhr ging es in Hannover los – und was soll ich sagen: Die ganze Bande ist super pünktlich vom Hof gekommen! Unser Weg führte uns zuerst in Richtung Burgdorf. Das Beste vorweg: Das Wetter hält sich wacker und es ist bis jetzt komplett trocken geblieben.
Die Rad-Infrastruktur auf den ersten Kilometern hatte allerdings durchaus Licht und Schatten zu bieten. Ein paar Kilometer echtes, grobes Kopfsteinpflaster waren definitiv nicht vergnügensteuerpflichtig und haben Mensch und Material ordentlich durchgeschüttelt.

Aber Radfahrer:innen sind ja hart im Nehmen, und danach wurde der Asphalt zum Glück deutlich besser.

Mittlerweile sind wir im schönen Burgdorf eingelaufen und machen eine kurze Rast. Direkt an einem Werksverkauf für Bruchware haben wir noch in Hannover Halt gemacht – die perfekte Gelegenheit, uns mit der Beute jetzt zu stärken! 🍪😋

🔍 Ein kurzer Blick auf unseren Pausenort: Burgdorf
Burgdorf liegt im Nordosten der Region Hannover und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 13. Jahrhundert reicht. Bekannt ist die Stadt vor allem als traditionelles Zentrum des Spargelanbaus und für ihre historischen Fachwerkbauten in der Innenstadt, wie das markante Burgdorfer Schloss. Heute gilt die fahrradfreundliche Stadt als wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Bindeglied zwischen der Landeshauptstadt Hannover und der Südheide.
Die Akkus sind wieder aufgeladen, die Kekse verputzt und gleich schwingt sich das Rudel wieder in den Sattel. Weiter geht es auf der Piste Richtung Wolfsburg! Bleibt dran! 🚴♂️💨 Wind 🍪
Schöne Fachwerk-Fassade und Verkehrs-Hölle im beschaulichen Nest

Das schöne, idyllische Bild von Burgdorf täuscht leider ein wenig über die Realität vor Ort hinweg. Selbst in diesem vermeintlich kleinen Nest und in der eigentlich wirklich hübschen, historischen Innenstadt herrscht aktuell die absolute Hölle! Es brummt, summt und lärmt die ganze Zeit – der Autoverkehr reißt überhaupt nicht ab. Man kommt hier als Fußgänger:in oder Radfahrer:in fast nicht unbeschadet über die Straße. Ruhige Provinz-Idylle sucht man an diesem Knotenpunkt leider vergebens.
Aber wir lassen uns die Laune nicht verderben: Das Essen hat hervorragend geschmeckt und der Kaffee hat die Lebensgeister für die Weiterfahrt geweckt.
Dem Gewitter knapp entwischt
Ein banger Blick nach oben gehörte beim Pausen-Kaffee natürlich dazu: Ein kräftiges Gewitter ist gerade eben haarscharf an uns vorbeigezogen. Die Betonung liegt hier zum Glück ganz klar auf vorbei – der Himmel hat die Schleusen für uns dichtgehalten und wir haben keine einzige Träne von oben abbekommen.
Die Kaffeetassen sind leer, die Räder stehen bereit und wir fahren jetzt gleich im Verband weiter. Ich bin verdammt gespannt, was die Strecke Richtung Wolfsburg als Nächstes für uns bereithält. Bleibt auf Empfang! ☕ 🌩️ 🚴♂️💨
Wasserturm-Rätsel, Proviant-Pause und das ewige Wind-Glück in Gifhorn

Nächster kurzer Zwischenstopp! Wir haben Gifhorn erreicht – und damit liegen nur noch gut 20 Kilometer bis zu unserem heutigen Etappenziel in Wolfsburg vor uns.
Überall in der Stadt ist hier ein historischer Wasserturm ausgeschildert. Ich habe im Vorbeifahren mal das fotografiert, was einem solchen Turm optisch zumindest am nächsten kommt. Ich habe allerdings die starke Vermutung, dass sich hier irgendwo noch ein ganz anderer, „echter“ Wasserturm versteckt. Gefunden habe ich ihn nicht, denn ganz ehrlich: Mir stand der Sinn heute Nachmittag deutlich mehr nach einer herzhaften Stärkung als nach einer ausgiebigen Sightseeing-Runde durch die City. Statt Kaffee und Kuchen gab es bei mir echtes, ehrliches Radler-Proviant aus der Tasche: einen leckeren Sesamkringel und kräftigen Käse. Deswegen habe ich von Gifhorn abseits meines Pausenplätzchens so gut wie gar nichts gesehen – und erst recht keinen zweiten Wasserturm.
Das Wetter spielt weiter mit: Wolken-Krimi und Rückenwind-Express

Ein riesiges Thema auf dem heutigen Abschnitt ist und bleibt das Wetter. Wir haben den ganzen Tag über eigentlich richtig schönes Radel-Wetter! Am Himmel drohen zwar immer mal wieder verdammt dunkle Wolken, aber die ziehen bisher entweder haarscharf an uns vorbei oder so schnell über uns hinweg, dass es uns bis jetzt überhaupt nicht nennenswert erwischt hat. Ja, ein paar vereinzelte Tröpfchen haben wir mal abgekriegt, aber das war wirklich nicht der Rede wert. Dafür pustet uns aktuell ein ziemlich starker Wind voran. Und das Beste daran? Er bläst Gott sei Dank – wie eigentlich schon die ganze Zeit auf meiner bisherigen Fahrt – direkt von hinten! Ein genialer Schubs für das gesamte Rudel.
Das verstreute Rudel sammelt sich
Nach der Ankunft im Ort hat es unsere Truppe erst mal in alle Himmelsrichtungen verstreut – jede:r hat sich erst mal ein eigenes Fleckchen für die wohlverdiente Pause gesucht. Aber das ist das Schöne an unserer Bande: Wir treffen uns gleich alle wieder vollzählig am vereinbarten Platz, und dann nehmen wir gemeinsam das finale Teilstück des heutigen Tages unter die Reifen.
Wolfsburg, wir können dich bei diesem Rückenwind quasi schon riechen! Hoffen wir, dass das Wetter auf den letzten Kilometern genau so super mitspielt. Ihr seid im Ticker natürlich wie immer live mit dabei! 🏢🧀“💨 💨🚴♂️
Wassermassen am Kanal und ein unvergesslicher italienischer Abend in Wolfsburg
Ich hoffe, ihr musstet da draußen nicht allzu ungeduldig auf den heutigen Abschluss des Livetickers warten! Aber ganz ehrlich: Ich komme tatsächlich erst jetzt dazu, die Zeilen in die Tasten zu hauen, denn ab Gifhorn haben sich die Dinge dann doch ein wenig überschlagen.
Zunächst einmal muss ich mich jetzt leider doch noch über viel zu viel Wasser beklagen! Und das lag ganz sicherlich nicht an dem faszinierenden Wasserkreuz auf der Strecke, an dem ein kleines, beschauliches Bächlein den mächtigen Mittellandkanal unterquert.

Das Problem waren vielmehr die Regentropfen aus den dunklen Wolken, die uns am Ende leider nicht mehr nur gestreift, sondern voll erwischt haben. Der Regen war urplötzlich so stark, dass die gesamte Truppe erst mal eine Zwangspause einlegen musste, um sich komplett in die Regenklamotten zu werfen. Danach nahm der Guss zum Glück ein wenig ab, aber es nieselte unaufhörlich weiter, bis wir schließlich Wolfsburg erreichten. Das war ein ziemlich feuchtes Finale für Tag eins im Rudel!
Überraschungs-Pizza statt Regen-Frust
In Wolfsburg angekommen, wartete dafür aber ein ganz besonderer Abend auf uns. Eine Mitfahrerin aus dem letzten Jahr, die dieses Mal leider nicht selbst im Sattel sitzen kann, hatte im Hintergrund die Fäden gezogen. Sie hatte die grandiose Idee, uns einen wunderschönen Abend in einem italienischen Restaurant zu arrangieren!
Dort trafen wir uns heute Abend in einer gemütlichen Runde und verbrachten bei tollem Essen und großartigen Gesprächen eine fantastische Zeit. Ich habe lecker gegessen und getrunken und überdies noch eine schöne neue Bekanntschaft gemacht und mich gut unterhalten.

Der Abend ist tatsächlich gerade erst zu Ende gegangen und ich bin eben erst im Hotelzimmer angekommen. Trotz der späten Stunde war es mir aber eine Herzensangelegenheit, diesen Liveticker für heute ordnungsgemäß zu Ende zu bringen.
Blick nach vorn: Auf nach Stendal!
Damit schließe ich den Ticker für den heutigen, ereignisreichen Tag fünf. Morgen ist ein neuer Tag! Unser Weg führt uns dann von Wolfsburg weiter nach Stendal. Ich hoffe ja inständig, dass das Wetter ein Einsehen hat und wieder so wird, wie es heute vor dem großen Regen war: trocken und mit dem genialen Schubs von hinten!
Ihr wisst genau: Ihr erfahrt es morgen früh wieder als Erste hier im Blog. Bleibt unbedingt dabei, danke fürs Mitfiebern, euch allen eine gute Nacht und schlaft gut! 🍕🌧️🚴♂️🇪🇺

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