
Vier Tage, vier Etappen und jede Menge Asphalt unter den schmalen Reifen: Mein Solo-Ritt von Köln quer durch Nordrhein-Westfalen bis nach Niedersachsen ist geschafft! Bevor ich mich heute in Hannover der organisierten Gruppe anschließe und wir gemeinsam als Zubringer zur großen Berliner Sternfahrt rollen, ist es Zeit für einen Kassensturz. Wie liefen die ersten 320 Kilometer auf eigene Faust? Spoiler: Es war alles dabei – von herrlicher Bahntrassen-Romantik bis zum waschechten Werkstatt-Drama. Und das Beste: Das Wetter hat auf der gesamten Strecke richtig gut mitgespielt. Es war zwar nicht übermäßig warm, aber im Großen und Ganzen blieb es trocken, und pünktlich zum Finale gab es sogar genialen Rückenwind!
4 Tage, 4 Gesichter: Der Etappen-Rückblick
Tag 1: Köln nach Hagen – Der Startschuss (71 km)

Der Auftakt lief wie am Schnürchen. Raus aus der Heimat, den Wind im Gesicht und die Vorfreude im Gepäck. Die Beine waren frisch, der Kopf war frei und das Abenteuer Berlin 2026 war offiziell eröffnet.
Tag 2: Hagen nach Beckum – Low-Budget-Glück und Asphalt-Slalom (76 km)

Nach einer erholsamen Nacht im überraschend guten Low-Budget-Hotel in Hagen ging es quer rüber nach Beckum. Landschaftlich wunderschön, aber die Straßen im Ruhrgebiet haben mir einiges abverlangt. Ein permanenter Slalom über quer aufgerissene, schlecht geflickte Asphaltkanten – gefühlt eine einzige Holperpiste. Die Entschädigung folgte prompt zur Mittagspfanne: Frikadellen in the middle of nowhere und ein traumhafter, schnurgerader Bahntrassen-Radweg an Unna und Hamm vorbei.
Tag 3: Beckum nach Bielefeld – Der große Werkstatt-Krimi (56 km)

Eigentlich sollte es nach Vlotho gehen, doch das Schicksal hatte andere Pläne. Unterwegs fing die Vorderbremse von #GSpot ungesund an zu ruckeln. Es folgte eine nervenaufreibende Odyssee: Der erste Laden in Gütersloh hatte die Ersatzteile nicht, die nächste Station in Bielefeld litt unter akutem Personalmangel. Erst der vierte Versuch brachte die Rettung – mein Rad wurde spontan verarztet! Hier zahlte sich meine Buchungs-Taktik aus: Dank flexibler Stornierungsoption konnte ich Vlotho per Smartphone absagen und stattdessen ein topmodernes „Smartment“ direkt am Bielefelder Hauptbahnhof beziehen. Flexibilität ist beim Bikepacking einfach alles.
Tag 4: Bielefeld nach Wunstorf – Die niedersächsische Belohnung (101 km)

Mit runderneuertem Rad ging es auf die Königsetappe, die mich zum ersten Mal über die 100-Kilometer-Marke katapultierte. Nach einem zähen, verkehrsreichen Frust-Start um Herford herum folgte hinter der Landesgrenze die Belohnung: Niedersachsen empfing mich mit leeren Straßen, traumhafter Landschaft, ordentlich Rückenwind und bester Laune. Auf den letzten Kilometern gab es zwar ein paar vereinzelte Tröpfchen von oben, aber das war kaum der Rede wert. Nach einer ausgiebigen Kaffee- und Eis-Pause im historischen Fachwerk-Idyll von Stadthagen rollte ich entspannt in Wunstorf ein. Der verdiente Lohn am Abend: Eine Riesenportion beim Berliner Döner!
Hinzu kommen über die vier Tage verteilt noch insgesamt rund 15 Kilometer für lokale Erkundungsrunden an den einzelnen Etappenorten – wie meine spontane Fahrt hoch zum Tierpark auf dem Höxberg in Beckum.
Die Rad-Infrastruktur im Realitätscheck

Wenn ich diese vier Tage Revue passieren lasse, fällt mein Fazit zur Infrastruktur gemischt aus. Während Niedersachsen mit entspannten Wirtschaftswegen punktete, war die Verkehrs- und Radwegesituation in den Ballungsräumen von NRW streckenweise eine echte Zumutung für Reiseradler:innen.
Eigentlich hatte ich diese Route als Generalprobe für eine geführte ADFC-Tour von Köln nach Berlin im nächsten Jahr geplant. Da werde ich zu Hause wohl noch mal ordentlich Gehirnschmalz in die Routenplanung stecken müssen. Bis auf die letzte Etappe gab es überall knackige Anstiege. Wenn man das im Verband und dann vielleicht noch gegen einen straffen Gegenwind fahren müsste – anstatt den Wind so genial im Rücken zu haben wie ich heute –, dann braucht die Truppe verdammt dicke Körner in den Beinen. Da ist das letzte Wort über den Streckenverlauf definitiv noch nicht gesprochen.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Solo-Abenteuer ist hiermit beendet. Ab heute rollt der Gruppen-Express! Von Hannover aus geht es im Rudel weiter nach Wolfsburg. Ich freue mich riesig darauf, die Bekannten aus dem letzten Jahr wiederzusehen und die neuen Gesichter in der Truppe kennenzulernen.
Weil ich ab jetzt nicht mehr komplett mein eigener Herr bin und natürlich voll und ganz Rücksicht auf die Dynamik und die Zeiten der Gruppe nehmen möchte, wird sich der Liveticker in den nächsten Tagen verändern. Ich halte euch definitiv auf dem Laufenden, aber vielleicht etwas kompakter und gesammelter am Abend.
Jetzt seid ihr dran: Wer von euch ist dieses Jahr auch bei einer Sternfahrt-Route dabei? Oder habt ihr auch schon mal ein spontanes Werkstatt-Drama auf Tour erlebt? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!
Bleibt auf Empfang, der Gruppen-Express nimmt Fahrt auf! 🚴♂️🇪🇺🏁


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