Take a ride on the wild side

The Torture Stops in 3 Days! – Und die Entdeckung der Elbershallen in Hagen ⏳🎸

kunstwerke in den elbershallen in hagen

Vielleicht habt ihr euch schon gewundert: Ab sofort schraube ich die Schlagzahl hier im Blog etwas herunter. Es erscheint ab jetzt nur noch ein Beitrag pro Tag. Der Grund dafür ist so einfach wie großartig: Ich kombiniere den traditionellen Countdown zur Zappanale ab heute direkt mit den täglichen Berichten meiner Anreise!

Der Countdown läuft unaufhaltsam heißen Fußes: The Torture Stops in 3 Days! In genau drei Tagen startet das Zappanale-Festival in Bad Doberan. Doch bevor ich die Musik im Norden genießen kann, muss die Strecke dorthin erst einmal verdient werden. Gestern stand die erste große Etappe von zu Hause über Langenfeld bis nach Hagen auf dem Programm. Ein Tag voller Höhenmeter, skurriler Begegnungen und einer echten kulinarischen Entdeckung.

Das witzige Handy-Intermezzo in der „Radfahrhölle“ 📱🚗

Der Tag begann in Langenfeld mit einem fast schon klassischen Erlebnis für uns Radfahrer:innen. Ein junger Mann überquerte zu Fuß die Hauptstraße, den Blick starr auf sein Smartphone gerichtet, ohne auch nur ansatzweise auf den Verkehr zu achten. Ich rief ihm ein lautes „Achtung!“ zu. Er erschrak, machte zwei Schritte vor, zwei zurück, und ich konnte sicher passieren.

Wenige Minuten später überholte mich derselbe junge Mann mit seinem Auto, kurbelte die Scheibe runter und blaffte mich an, das hier sei schließlich „keine Fahrradstraße“. Er war also ernsthaft der Meinung, ich dürfte dort überhaupt nicht auf der Fahrbahn fahren! Ich erklärte ihm nett und bestimmt, dass er bitte seinen Führerschein noch einmal machen und das Starren aufs Handy lassen solle. Im Recht war ich ohnehin: Der Gehweg war als „Fußgängerweg, Radfahrer frei“ beschildert – und auf solchen Wegen fahre ich grundsätzlich nicht. Ein witziges Erlebnis, das aber leider die vorherrschende Meinung der Autofahrer:innen im Kreis Mettmann widerspiegelt. Ich bezeichne die Ecke ja schon länger und zu Recht als Radfahrhölle.

Vom Hitzekampf und den Tücken der Technik ☀️⌚

Das Wetter meinte es gut mit mir – fast schon zu gut. Die gesamte Strecke über herrschte herrlicher Sonnenschein bei rund 30 Grad. Dank eines leichten Lüftchens blieb es im Sattel aber erträglich. Mein Setup für den Hitzeschutz stand: Ein helles, langärmliges Leinenshirt, die Radlerhose (die Beine natürlich dick mit Sonnenmilch eingecremt) und mein bewährter Rangerhut auf dem Kopf.

Axel, bei der Pause am Mirker Bahnhof an der Nordbahntrasse in Wuppertal

Die Topographie hatte es allerdings in sich. Der erste richtige Anstieg führte mich von Hilden hinauf nach Haan. Komoot hat mich hier über eine wunderschöne, autofreie und größtenteils asphaltierte Strecke geleitet. Der lange Anstieg nach Haan-Gruiten hatte zwar ein paar steile Rampen, war aber insgesamt super zu bewältigen.

Hinter Wuppertal kamen dann allerdings ein paar ungewollte Höhenmeter dazu – und hier kommen wir zu den Tücken der Technik. Ich navigierte gestern ausschließlich über das Handgelenk mit der Apple Watch. Das Problem: Die Uhr verfuhr sich einige Male, ohne mich darüber zu informieren. Wenn man in völlig unbekanntem Terrain unterwegs ist, braucht man einfach die visuelle Karte auf dem Handy direkt vor Augen.

Zudem verstehe ich partout nicht, warum Komoot mich ständig von der genialen Nordbahntrasse hinunter in die Wuppertaler Innenstadt schicken wollte. Das ist vollkommen unnötig! Die Trasse war auch am Sonntag bei bestem Wetter fantastisch zu befahren. Hätte ich die Trasse einfach bis zum Wuppertaler Stadtrand durchgezogen, hätte ich enorm viel Zeit und Höhenmeter gespart. Ein Abstecher zu meiner Schwiegertochter brachte zusätzliche Kilometer, sodass ich die Strecke nach meiner Rückkehr definitiv noch einmal in zwei sauber geplante Abschnitte (bis Wuppertal-Wichlinghausen und von dort nach Hagen) aufteilen und im System korrigieren werde.

Ankunft in Hagen: Ein tolles Hotel und der „große Turm“ 🏨🗼

Nach knapp 110 Kilometern auf dem Tacho gönnte ich mir an der Stadtgrenze von Gevelsberg nach Hagen erst einmal ein wohlverdientes Eis.

Eis in Gevelsberg

Die Energiespeicher waren leer, denn die Flüssigkeitsreserven – inklusive des kalten Wassers aus der Thermoskanne meiner Schwiegertochter und dem alkoholfreien Weißbier beim „Hutmacher“ – waren restlos aufgebraucht.

Vom Hagener Hauptbahnhof waren es noch knapp drei Kilometer bis zu meinem Etappenziel, dem Hotel Merkur.

das mercure hotel in hagen mit einer skulptur rechts davon

Die Lage ist für Radfahrer:innen zugegeben etwas unglücklich, da zum Schluss noch ein extrem giftiger Anstieg bezwungen werden musste. Dafür entschädigte das Hotel auf ganzer Linie: Der Herr an der Rezeption fragte mich sofort, ob ich mein Brompton nicht einfach mit aufs Zimmer nehmen möchte. Das nenne ich mal fahrradfreundlich!

Da das Hotelrestaurant am Wochenende geschlossen hatte, gab mir der Rezeptionist einen erstklassigen Gastro-Tipp: „Verlassen Sie das Gelände und gehen Sie einfach immer dem großen Turm nach!“

Elbershallen in Hagen mit dem hohen Schornstein

Der Turm gehört zu den Elbershallen – ein ehemaliges Industriegelände, das heute als Kultur- und Gastronomiezentrum genutzt wird.

Fußgängerbrücke über die Volme in Hagen

Über eine Fußgängerbrücke quert man ganz bequem die Volme, dem kleinen Flüsschen, dem ich schon vom Bahnhof aus gefolgt war, und steht mitten im kulinarischen Geschehen.

die Volme in Hagen

Ich landete im griechischen Restaurant „Haus Kipos“ und kam voll auf meine Kosten.

Dorfteller im Haus Kipos in Hagen

Der Dorfteller mit drei Fleischsorten, Pommes und Reis war spi tze. Dazu gab es ein kühles griechisches Mythos-Bier – allerdings nur eines, schließlich warten noch weitere Herausforderungen auf mich.

Mythos Bier im Haus Kipos in Hagen

Gegen 20:30 Uhr strich ich die Segel und ging zurück aufs Zimmer. Da das Hotel keine Klimaanlage hat, sperrte ich die beiden Fenster zur ruhigen Seite sperrangelweit auf. Die Nacht war herrlich frisch, das Zimmer kühlte deutlich unter 20 Grad ab und ich habe fantastisch geschlafen.

offene fenster in meinem hotelzimmer im mercure hotel in hagen

Ausblick auf Etappe 2 🗺️🚀

Heute steht der Ritt nach Lippstadt an. Rund 85 Kilometer liegen vor mir. Die Wettervorhersage verspricht angenehme 29 Grad in der Spitze. Topographisch wird es nur auf den ersten 20 Kilometern etwas hügelig, danach wird die Strecke komplett flach. Jetzt schaue ich mir erst einmal an, was das Hotel-Frühstück so zu bieten hat, und dann wird das #GSpot wieder gesattelt!

Euer Axel! 🖐️⚙️

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