
Mein Wochenende im Ruhrgebiet hatte ja mit der Critical Mass in Dortmund begonnen (Dazu später auch noch einmal mehr). Ich war erst spät im Bett, schlief etwas länger und nach einem ordentlichen Frühstück im Hotel ging es dann daran, den zweiten Programmpunkt anzugehen: Eine Fahrt von Dortmund nach Herne mit Stops auf vier Halden (von denen sich eine nur als Halbe herausstellen sollte), die Tour habe ich mit komoot geplant. Und so rollte ich bei wunderschönem Sonnenwetter von der Innenstadt in Dortmund aus erst einmal gen Osten.
Die Reise beginnt: Ankunft auf der Halde Schleswig
Nach einer etwa 40-minütigen Fahrt und knapp 10 Kilometern erreiche ich die Halde Schleswig. Das letzte Stück zur Plattform auf der Halde war steil, so steil, dass ich mein Rad schieben musste. Der grobe Schotter hat es nicht einfacher gemacht, doch die Mühe lohnt sich: Der Ausblick hier oben ist atemberaubend! Bei strahlendem Sonnenschein genieße ich den Rundblick über das gesamte Ruhrgebiet. Ich entdecke sogar einen Wasserturm, den ich gleich fotografiere.
Auf dem Plateau der Halde finde ich bunte Steine und Holzkisten. Ich plane, beim nächsten Mal etwas mehr Zeit hier oben zu verbringen und vielleicht sogar einige Punkte in der Ferne zu erkunden, die ich von hier aus zwar sehen, aber nicht genau erkennen kann. Die erste Halde ist „abgehakt“, und es geht weiter zum nächsten Wegepunkt.
Auf Entdeckungstour in der Stadt
Mein zweiter Wegpunkt führt mich an einen Ort, der nicht eindeutig als Halde gekennzeichnet ist. Ich rolle von einem Hügel, der fast wie eine Halde aussieht, hinunter in den Stadtteil Dorstfeld in Dortmund. Hier entdecke ich die Zeche Dorstfeld, die einst aktiv war und heute von der Volkshochschule Dortmund als Kreativzentrum genutzt wird. Es ist spannend, mitten in diesem Wohngebiet auf solch eine historische Stätte zu stoßen.
Die Umgebung bietet tolle Fotomotive, darunter auch die Ampelmännchen, die alle mit Grubenlampen geschmückt sind. Das werde ich unbedingt im Blog festhalten!
Weil ich hier nicht auf eine Halde hinauf fahren musste, ist das die „halbe“ Halde in den dreieinhalb!
Lost Places und Abenteuer auf der Erzbahntrasse
Nach über zwei Stunden Fahrt lande ich in Bochum, wo ich auf eine echte „Lost Place Area“ stoße. Eine alte Feuerwache ist aufgegeben, und in der Nähe entdecke ich mehrere verlassene Häuser. Ich kann nicht widerstehen, ein paar Fotos zu schießen. Die Eindrücke hier sind faszinierend und ich will sie auch hier im Blog teilen.
Nach einer langen Fahrt von fast vier Stunden erreiche ich die Erzbahntrasse, die mich zu meinem dritten Ziel führen soll. Hier gibt es ein hervorragendes Radwegesystem und ich sehe Radfahrer über Brücken fahren – das ist genau mein Ding!
Wunderbare Aussichten auf der Halde Pluto Wilhelm
Endlich erreiche ich die Halde Pluto Wilhelm in einer Höhe von 73 Metern, auch wenn der letzte Anstieg mich ganz schön ins Schwitzen gebracht hat. Hier oben erwartet mich eine beeindruckende Aussichtsplattform mit Blick auf das Umland von Bochum. Die Fördertürme und die ehemaligen Bergwerke sind eindrucksvoll, und ich glaube, in der Ferne kann ich die Skulptur „Tiger and Turtle“ sehen (was nicht stimmt, denn die ist weit weg, lest den nächsten Abschnitt, dass ist klarer, was das war)! Das ist genau das, was ich mir von dieser Fahrt versprochen hatte.
Nachdem ich die Aussicht genossen habe, mache ich mich auf den Weg zur Halde Hoheward.
Anstrengende Anstiege und grandiose Ausblicke
Nach vier Stunden und 40 Minuten kämpfe ich mich auf die Halde Hoheward in Herten, wo mich eine riesige Sonnenuhr empfängt. Hier oben, in 153 Metern Höhe, genieße ich einen grandiosen Blick über die Landschaft. Der Anstieg war anstrengend, aber der befestigte Weg machte es möglich, die Herausforderung ohne Elektroantrieb zu meistern. Es sind viele Radler hier, sowohl mit E-Bikes als auch traditionelle Fahrräder. Das Wetter ist herrlich und ich genieße jeden Moment.
Der Abstieg stellt sich jedoch als Herausforderung heraus. Zunächst werde ich von komoot an eine Stelle geleitet, an der ich die Böschung hätte hinunter fahren müssen. Stattdessen wähle ich einen zwei Kilometer langen Umweg, der schließlich auf einer asphaltierten Straße endet, die in einen schmalen Weg nach unten mündet. Der steile Weg mit spitzen Serpentinen ist knifflig, vor allem bei dem schönen Wetter, da viele Fußgänger den Aufstieg genießen und mir entgegen kommen.
Ein fantastisches Erlebnis
Nach einer aufregenden Abfahrt erreiche ich den Fuß des Hügels, wo ein großer Metalldrache auf mich wartet – ein skurriles, aber tolles Empfangskomitee für meinen weiteren Weg nach Herne. Tatsächlich war der Aufstieg zur Halde eine anstrengende, aber lohnenswerte Herausforderung. Die Zeit, die ich oben verbringen durfte, und die aufregende Abfahrt werden mir in bester Erinnerung bleiben.
Mein Radabenteuer im Ruhrgebiet war mehr als nur eine Tour – es war ein fantastisches Erlebnis voller schöner Ausblicke, spannender Entdeckungen und sportlicher Herausforderungen. Ich freue mich schon auf die nächste Fahrt!
Die reich bebilderte komoot-Tour gibt es hier.
Ein Relive Video hier:
Und den Bericht über meinen nächsten Programmpunkt, das International Cycling Film Festival in Herne, hier:
All das ist, WARUMICHRADFAHRE!

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