
Heute Morgen poppte eine Kalendererinnerung hoch: Race24! Race24, das 24-Stunden-Radrennen in Kelheim in Niederbayern. Irgendwann letztes Jahr musste ich es wohl eingetragen haben. Damals vielleicht noch in der Absicht, mich anzumelden und daran teilzunehmen. Die aber dann im Laufe der Zeit geschwunden und am Ende ganz verschwunden ist, die Absicht.
Warum war das Rennen denn überhaupt in meinen Kalender geraten? Na klar, weil ich es kannte und auch schon dreimal daran teilgenommen habe. Zum ersten Mal 2018, damals bin ich zum ersten Mal in meinem Leben über 400 Kilometer mehr oder weniger am Stück Rad gefahren.
Direkt im Jahr darauf wurden es dann fast 500 Kilometer.
Und 2023 schaffte ich etwas über 420 Kilometer und musste wegen übermäßiger Hitze vorzeitig abbrechen (sehe gerade, dass ich darüber gar nichts geschrieben hatte…..).
Vielleicht hatte ich mich bei meinem Kalendereintrag darauf gefreut, wieder in Kelheim zu fahren. Das Rennen hat einen ganz eigenartigen Charakter. Man fährt eine 16,2 Kilometer lange Strecke mit etwa 160 Höhenmetern immer wieder. Von Kelheim aus geht es zunächst einmal auf etwa sechs Kilometern fast alle Höhenmeter hinauf, erst über Serpentinen, dann über den berüchtigten „Col de Stausacker“, eine lang gezogene Steigung, die mit jeder Runde auch mental schwerer wird. Dem wirken Musik- und Sambagruppen entgegen, die versuchen, die Fahrerinnen und Fahrer beim Aufstieg aufzumuntern und zu animieren, die letzten Kräfte einzusetzen, um sich dann auf der langen Abfahrt danach hinunter zur Altmühl auszuruhen. Aber Ausruhen ist natürlich in einem Rennen nie. Der Höhepunkt in jeder Rennrunde ist die Durchfahrt durch das Bierzelt, das für das Volksfest, das das Rennen nun einmal darstellt, auf dem Marktplatz in der Stadt aufgebaut ist. Das ist nun wirklich etwas Besonderes. Es hat etwas, wenn einem ein paar hundert Menschen zujubeln, einen anfeuern, Bierkrüge zur Erfrischung hinhalten. Oft ist Blasmusik, in einem Jahr hat „Fleischi“, ein Reporter eines lokalen Radiosenders und Moderator, mich (und andere natürlich auch) schon mal bei der Anfahrt aufs Bierzelt namentlich begrüßt: Und hier kommt mit der Startnummer xxxxx Axel Fell, Applaus Applaus!“
Es waren tolle Erlebnisse in Kelheim und auch ein schönes Miteinander mit Freunden, auf deren Standplatz ich mein Auto abstellen und ab und zu eine Ruhepause einlegen konnte.
Aber seit meinem Sturz im Dezember vorletzten Jahres stehen meine Rennräder in der Ecke. Ich bin fast kein Rennrad mehr gefahren seit der Zeit. Daher kein Training, und ohne Training geht es nicht, so weite Strecken zu bewältigen. Dieses Jahr wäre ich vielleicht mental wieder so weit gewesen, aufs Rennrad zu steigen, aber ich habe die langen Fahrten zur Vorbereitung eines 24-Stunden-Rennens gescheut und die Zeit lieber anders verwendet. Klar fahre ich immer noch viel Rad, aber nicht genug, um ein Race24 zu überstehen oder auch nur anzutreten.
Das Race24 war mein erstes 24-Stunden-Rennen und es hat mich auch dazu animiert, weitere lange Strecken zu fahren. Das 24-uuren-fietsen in Zolder brachte mir meinen ersten 500er ein,
während der Corona Zeit fuhr ich das Race24 hier bei uns nach.
Mit Freunden fuhr ich vom Dom zum Turm, über 500 Kilometer in etwas über 24 Stunden vom Kölner Dom zum Eiffelturm in Paris.
Aber ich habe das Gefühl, alles hat seine Zeit und diese Zeit ist für mich vorbei. Mein Hang geht gerade dazu, viel sicherer Rad zu fahren, also zum Beispiel mit meinem Skorpion (die sind natürlich bei den Rennen nicht zugelassen) und in Kombination mit dem Deutschlandticket das Land mit dem Rad zu erkunden. Das hat einen anderen Charakter und ist mit Langstreckenrennen nicht zu vereinen. Sei’s drum, wie gesagt, alles hat seine Zeit.
Dennoch, in Gedanken bin ich bei den tapferen Fahrerinnen und Fahrern, die heute um 14:00 Uhr nach dem Schuss der Schützen auf die Strecke gehen. Und hoffentlich wohlbehalten, zwar erschöpft, aber dennoch glücklich, nach dem Abschießen das Ziel im Bierzelt erreichen.

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