Take a ride on the wild side

Baustellen-Safari: Mein Radweg über die Leverkusener Brücke

Baustellen-Safari und Brückenglück: Mein Weg nach Langenfeld

Hast du dich schon mal wie ein Entdecker inmitten einer gigantischen Transformation gefühlt? Letzte Woche habe ich den „Enkeldienst“ in Langenfeld genutzt, um die volle Distanz von Kerpen-Horrem aus unter die Räder zu nehmen. 40 Kilometer voller Kontraste zwischen idyllischem Grün und industriellem Wandel warten auf dich! 🚲✨

Radweg führt durch einen Korridor aus Bauzäunen unter Autobahnbrücken im Rückbau.

Die Hinfahrt: Eine Reise durch die eigene Geschichte

Die Tour startete in Kerpen-Horrem und war diesmal fast schon meditativ. Über Königsdorf und Brauweiler zu rollen, hat immer etwas von „Heimatkunde auf zwei Rädern“. Besonders das Stück durch Widdersdorf ist für mich eine Reise in die Vergangenheit – vorbei an meiner ehemaligen Arbeitsstelle kommen da doch einige Erinnerungen hoch. Man merkt auf diesen Kilometern extrem gut, wie sich das Stadtbild wandelt: Vom ländlichen Flair im Rhein-Erft-Kreis hinein in die quirligen nordwestlichen Stadtteile von Köln, bis man schließlich die Industriekulisse von Merkenich und die Ford-Werke erreicht. Eine Strecke, die keine Langeweile aufkommen lässt!

Die „neue“ Leverkusener Brücke: Ein Quantensprung

Nach den Ford-Anlagen geht es über eine angenehm flache Rampe hinauf zur Leverkusener Brücke. Dieses Bauwerk ist ein echtes Phänomen: Obwohl die erste Hälfte seit Februar 2024 in Betrieb ist, nennen sie alle immer noch die „neue“ Brücke – wohl um sie psychologisch weit genug von dem maroden Vorgänger abzugrenzen, der dem Abriss geweiht war.

Für uns Radfahrende ist der Unterschied wie Tag und Nacht. Wo man sich früher über schmale, rüttelige Wege quälte, bietet der Neubau nun eine großzügige Fahrbahnbreite, die richtig gute Laune macht. Es ist faszinierend zu sehen, wie das alte, kranke Bauwerk Stück für Stück verschwindet, während wir bereits über die moderne Stahlkonstruktion gleiten. Hast du den Unterschied schon selbst „erfahren“? Ein echtes Plus an Lebensqualität für die Pendlerstrecke zwischen Köln und Leverkusen.

Logenplatz am Strom: Die Wacht am Rhein

Nachdem man die Brücke überquert hat, führt die Route in einem eleganten Linksbogen hinunter zum Rheinufer. Dort wartet ein Ort, den man einfach lieben muss: Die „Wacht am Rhein“. Dieses Ausflugslokal ist eine echte Institution in Leverkusen-Wiesdorf. Es gibt kaum einen besseren Platz, um kurz die Beine auszuschütteln und den Blick schweifen zu lassen. Von hier aus hat man die perfekte Perspektive auf das Brückenbauwerk – man sieht erst von unten so richtig, welche Dimensionen dieser „Veränderungsprozess“ eigentlich hat. Ein kurzer Stopp lohnt sich allein für das Panorama, bevor man sich wieder in den „Dschungel“ der Baustellen stürzt.

Panorama der neuen Leverkusener Schrägseilbrücke über den Rhein mit Radweg im Vordergrund.

Spooky Vibes im Baustellen-Labyrinth

Hinter der Brücke taucht man in eine Szenerie ein, die man fast als „spooky“ bezeichnen könnte. Rund um das Autobahnkreuz Leverkusen herrscht ein gewaltiges Baustellenchaos, das eigentlich ein logistisches Meisterwerk ist. Überall ragen nackte Stahlträger in den Himmel – die Skelette der alten Autobahnrampen, die ich so bewusst noch nie wahrgenommen habe. Es ist ein bizarrer Anblick: Berge aus Schutt wechseln sich mit frisch gegossenem Beton ab.

Doch keine Sorge, wir Radfahrerinnen und Radfahrer werden sicher geleitet. Die Wegeführung ist durch Bauzäune strikt vorgegeben, fast wie in einer Bobbahn – Ausbüxen unmöglich! Nur an einer Stelle muss man sich entscheiden: Rheindorf oder Zentrum? Ansonsten folgt man dem Korridor durch den massiven Veränderungsprozess. Die Dynamik vor Ort ist jedenfalls „krass cool“ und bietet einen spannenden Kontrast zur Natur des Neuland-Parks, der kurz darauf folgt.

Ab ins Grüne

Vor diesem industriellen Intermezzo geht durch den Neuland-Park und danach schließlich auf das wunderschöne Stück durchs Grüne entlang der Dhünn. Eigentlich verdient dieser Park einen eigenen Bericht, aber heute war er mein entspannter Endspurt nach Langenfeld.

Als nächstes Projekt möchte ich übrigens eine Alternative testen: Die Fähre von Köln-Langel nach Leverkusen-Hitdorf. Mal sehen, ob die kleine „Fritze“ fährt. Ich werde berichten!

Wie gefällt dir der Kontrast zwischen Baustellen-Ästhetik und Natur pur? Schreib es mir in die Kommentare oder lass ein Like da! 👇


Dokumentation & Links


Kommentare

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