Take a ride on the wild side

Treppe statt Aufzug: Warum der Umstieg in Köln manchmal zur Spurt-Disziplin wird

Kettenfettflecken auf meiner hellen Hose

Pendler-Hindernislauf nach Langenfeld: Kettenfett, Treppenläufe und Enkelglück 🚂🚲👶

Die Realität hat mich wieder – aber glücklicherweise auf ihre denkbar angenehmste Weise: nämlich in Form meines geliebten Enkeldienstes in Langenfeld! Bevor ich meinen Enkel allerdings in die Arme schließen konnte, meinte es die Deutsche Bahn wieder einmal besonders „gut“ mit mir und baute ein paar hübsche Hürden auf.

S-Bahn-Roulette im Kölner Hauptbahnhof 🚉🏃‍♂️

Schon der Blick in mobil.NRW vor der Abfahrt verhieß nichts Gutes. Meine übliche erste Wahl – der RE1 von Horrem nach Leverkusen Mitte – verkehrt momentan ja leider gar nicht ab Horrem. Also blieb nur Option zwei: Mit der S-Bahn von Horrem zum Kölner Hauptbahnhof und dort direkt in die S6 Richtung Leverkusen und Langenfeld umsteigen. Doch Pustekuchen! Die S6 fährt derzeit, soweit ich das überblicken konnte, erst ab Köln-Mülheim.

Das bedeutete für meinen Reiseplan: Im Kölner Hauptbahnhof in die S11 umsteigen, bis Köln-Mülheim fahren und dort noch einmal in die S6 wechseln. Eigentlich kein Grund zur Panik. Ein Umstieg mehr ist bei S-Bahnen meist unproblematisch, da sie sich in der Regel die gleichen Bahnsteige teilen und man entspannt am selben Gleis auf den nächsten Zug wartet.

Diesen cleveren Plan machte die Bahn allerdings zunichte: Die S11 fuhr im Kölner Hauptbahnhof nämlich nicht wie gewohnt von den S-Bahn-Gleisen 10/11 ab, sondern von Gleis 2! Das hieß für mich: Einmal im Eiltempo quer durch den gesamten Hauptbahnhof hetzen.

Das Brompton am langen Arm – und die Tücken des Kettenfetts 🚲⛓️👖

In solchen Situationen passiert dann genau das, was mir schon auf der Fahrt nach Bad Doberan und zurück mehrfach passiert ist: Ich pfeife auf den Aufzug und trage das zusammengefaltete Brompton #GSpot die Treppen selbst herunter. Selbst wenn der Aufzug funktioniert, dauert es gefühlt eine Ewigkeit, bis er endlich da ist – oder es steht eine lange Schlange davor. Wer Zeitdruck hat – und das war beim Umstieg von der S19 in die S11 definitiv der Fall –, ist zu Fuß mit dem Faltrad am langen Arm schlichtweg dreimal schneller.

Der Haken an der Sache? Meine helle Hose hat nun ein paar unvermeidliche „Kampfspuren“. Wenn man das Rad zügig Treppen hinauf- und hinunterwuchtet, bleibt es nicht aus, dass man an der Kette entlangstreift. Zuhause waren die Versuche, das Kettenfett wieder herauszuwaschen, nur mäßig erfolgreich. Es ist eben eine ehrliche Patina des Pendleralltags, mit der ich wohl leben muss!

In Köln-Mülheim ging das Spiel übrigens nahtlos weiter: Die S11 kam auf einem gleisgleichen „Fremdgleis“ an, das natürlich über keinen Aufzug verfügte. Also hieß es wieder: Muskelkraft aktivieren und das Rad die Treppe hinunterschleppen, das S-Bahn Gleis in Köln Mühlheim, auf dem dann die S6 abfuhr, hat Gott sei Dank einen Aufzug, den ich auch nutzen konnte, weil ich genug Zeit hatte. .

Enkeldienst, Sommercamp und Schlafpause im Anhänger 🛒😴

Trotz des Zickzack-Kurses dauerte die Gesamtfahrt erstaunlicherweise gar nicht so viel länger als gewohnt. Ich kam pünktlich an, um meinen Enkel in seiner ferienbedingten Ersatz-Kita – einer Art Sommercamp-Kindertagesstätte – zu besuchen. Weil ich es zeitlich nicht ganz geschafft hatte, ihn direkt mit dem Rad abzuholen (was aber andere, private Gründe hatte und nichts mit der Bahn zu tun hatte), holte ihn seine Mama mit dem Auto ab.

Danach startete unser gewohntes Verwöhnprogramm: Erst ein paar Leckereien und dann eine herrliche, ausgiebige Radtour durch Langenfeld. Mein Enkel hat die Fahrt im Anhänger allerdings im Wesentlichen verschlafen – ruhiges Rollen wirkt eben Wunder!

Ausblick auf die Rückfahrt 🔮

Die Nacht habe ich bei meinen Kindern verbracht. Wie die Rückfahrt heute Abend aussehen wird? Ich bin gespannt, aber realistisch: Es wird vermutlich eine ähnliche Umsteige-Choreografie wie auf dem Hinweg. Wenn es ganz hart auf hart kommt, verviejfachen sich die Kettenfett-Kampfspuren an meiner Hose vielleicht noch.

Ich werde euch berichten! Euch allen einen wunderbaren Tag – und bleibt flexibel auf den Bahnsteigen!

Euer Axel! 🖐️⚙️

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