
Nach den Tagen „Outside the Norm“: Hausrunde und das Rätsel der Grünen Spange in Kerpen 🚲🏠❓
Nach den erlebnisreichen Tagen Outside the Norm bei der Zappanale hat mich das Rheinland wieder. Und was macht man als leidenschaftlicher Tourenfahrer am ersten Tag zurück in der Heimat? Richtig: eine klassische Hausrunde drehen!
Die Beine wollten rollen, also ging es über den vertrauten Bahnradweg nach Kerpen-Buir), an den Wolfskauler Höfen vorbei und schließlich über den Radweg entlang der B477 Richtung Manheim. Von dort aus führte mich die Route über Kerpen wieder entspannt nach Hause. Auf dieser Runde gibt es immer wieder interessante Punkte zu entdecken, aber ein ganz bestimmtes Infrastruktur-Projekt in Kerpen hat heute meine volle Aufmerksamkeit geweckt: die ganz neu fertiggestellte „Grüne Spange“.
Was ist die Grüne Spange – und wie fährt es sich dort? 🛣️🌿
Die Grüne Spange ist eine neu geschaffene Rad- und Fußwegverbindung, die von der Alten Landstraße in Kerpen zur Brücke über den Neffelbach führt und damit den direkten Anschluss an den Radweg Richtung Manheim-neu herstellt. Hinter der Neffelbachbrücke geht es nach rechts hinauf Richtung Tennishalle – auch dieser Abschnitt wurde komplett neu angelegt und ist nun Teil der Grünen Spange.

Auf den ersten Blick macht die Strecke einen sehr guten Eindruck: Die Brüsseler Straße wird bevorrechtigt gequert, sodass man als Radfahrer:in und Fußgänger:in hier wirklich zügig, sicher und ohne unnötige Stopps unterwegs sein kann. Ein echter Gewinn für den Alltagsverkehr!

Dunkler Asphalt vs. heller Epoxidharz: Das Kerpener Farb-Rätsel 🎨🤷♂️
Mir ist jedoch die eigenwillige Gestaltung der Trasse aufgefallen. Der Weg ist zweigeteilt: Es gibt einen sehr breiten, mit dunklem Standard-Asphalt ausgebauten Teil und direkt daneben einen auffallend schmalen, hellen Streifen.
Ich bin intuitiv natürlich auf dem breiten, dunklen Bereich gefahren. Mein erster Gedanke war: Soll der schmale, helle Streifen etwa der Gehweg sein? Falls ja, wäre das selbst für Fußgänger:innen extrem schmal geraten.
Die Auflösung brachte heute Morgen die Lokalzeitung im Artikel „Radweg soll Grüne Spange sichtbar machen“. Und siehe da: Der helle Streifen ist offenbar genau der Teil, der für uns Radfahrende gedacht ist! Im Text heißt es, dass dieser sogenannte Leitstreifen aus einer farbigen Epoxidharzbeschichtung mit Natursteinsanden besteht. Dadurch eigne er sich speziell für die Befahrung mit Fahrrädern und biete gleichzeitig eine langlebige gestalterische Aufwertung.
Gut gemeint, aber verwirrend umgesetzt 🤦♂️🚲
Aha! Man lernt nie aus. Der helle Streifen soll also der eigentliche Radstreifen sein – oder zumindest die Radspur optisch hervorheben. Beschildert oder durch Piktogramme eindeutig ausgewiesen ist das vor Ort allerdings (noch) nicht. fest steht natürlich, dass dieser helle Streifen für Radfahrer und Radfahrer viel zu schmal ist und sicherlich nicht intuitiv benutzt werden wird. 
Man muss leider feststellen: Wie so oft bei Infrastruktur-Projekten in Kerpen ist das Ganze extrem gut gemeint, aber in der Praxis schlichtweg unklar und verwirrend gelöst. Anlass für den Zeitungsartikel war übrigens Kritik an eben diesem hellen Belag – auch wenn wir vom ADFC diese Kritik zumindest nicht bewusst initiiert haben. Das Gebilde sieht im Alltag einfach seltsam aus und erschließt sich den Verkehrsteilnehmer:innen nicht auf den ersten Blick.
Mein Pragmatismus auf der Piste 😎
Solange dort kein Schild steht, das mich zwingt, auf dem Handtuch-breiten Epoxidharzstreifen zu balancieren, bleibe ich entspannt: Auf einem kombinierten Fuß- und Radweg nutze ich weiterhin den breiten, dunklen Asphaltbereich, um sicher und mit ausreichend Abstand zu Fußgänger:innen rollen zu können. es ist aber auch klar, dass ich, wenn es einmal eng wird, auch den hellen Streifen benutzen werde. Aber sicher nicht ausschließlich.
Die Grüne Spange ist trotz des Kerpener Schildbürger-Flairs eine schöne neue Verbindung für unsere Hausrunde – man muss schlicht drüber schmunzeln können!
Euer Axel! 🖐️⚙️

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