
Pip: Musik, Regen, Beinahe-Unfälle und Autoschrott als Kunst — warumichradfahre hat eine produktive Woche gehabt.
Mara: Genau das schauen wir uns heute an: ein Festival, das mehr als Musik ist, der ganz alltägliche Radalltag zwischen Technik und Gefahr, der Zustand unserer Wälder und Klimaziele, und Kunst aus Autoteilen in Köln. Los geht’s mit Frank Zappa und Bad Doberan.
Zappanale: Mehr als ein Festival

Mara: Die Zappanale in Bad Doberan ist seit Jahren ein fester Anker — nicht nur wegen der Musik, sondern wegen der Menschen, die man dort trifft. Die Frage ist: Was hält jemanden nach Pausen und wachsenden Zweifeln immer wieder dorthin zurück?
Pip: Der Beitrag „GET TOGETHER in Bad Doberan“ beantwortet das direkt. Ein alter Freund schreibt auf WhatsApp, ob man wieder hinfahre — und die Antwort kommt ohne langes Zögern: „Ich hab aber auf die Frage mit ‚Yes‘ geantwortet und würde mich total freuen, ihn und seine Liebste einmal wieder in Bad Doberan zu sehen!“
Mara: Das ist der Kern. Trotz Kritik am Programm — zu viele Gassenhauer, zu wenig Ausgefallenes — und einem Ticketpreis, der einige Freunde fernhält, überwiegt die Gemeinschaft.
Pip: Der Countdown-Beitrag „The Torture stops in 60 days“ setzt den Rahmen: seit 2011 dabei, fünfmal schon dort, und das Brompton kommt mit auf der Molli-Bahn nach Kühlungsborn. Leiden mit Stil.
Mara: Dazu kommt eine stille Zäsur: Ike Willis, langjähriger Zappa-Mitarbeiter und häufiger Zappanale-Gast, ist mit 70 Jahren gestorben — das hält ein eigener Beitrag fest. Er wird dieses Jahr nicht auf der Bühne stehen, aber viele werden an ihn denken.
Pip: Und dann noch die Instrumente: Marimba gegen Xylophon gegen Vibraphon, erklärt am Auftritt von Gozortenplat 2023. Und eine Doppelhalsgitarre, die Terence Hanson 2011 auf der Main Stage spielte — laut eigenem Bekunden seither nie wieder gesehen.
Mara: Alles zusammen ergibt ein Festival, das seinen Wert weniger aus der Setlist zieht als aus dem, was drumherum passiert. Und genau dieser Alltag auf dem Rad ist es, der das alles erst möglich macht.
Radalltag zwischen Technik und Gefahr
Mara: Radfahren ist hier nicht Hobby, sondern Lebensweise — aber diese Woche zeigt, wie schmal der Grat zwischen schöner Fahrt und ernstem Unfall ist.
Pip: Der Beitrag „Fahrradunfall vermeiden: Meine Erfahrung in Köln“ bringt das auf den Punkt: Ein BMW überholt einen Bus kurz vor einer Kurve und kommt auf der falschen Spur entgegen. „Wenn jetzt einer von uns einen Fehler gemacht hätte, wäre ich Mus.“
Mara: Kein Fehler, trotzdem fast Katastrophe. Und das war nicht das einzige Mal diese Woche — „Verkehrs-Sünder 2026“ dokumentiert einen zweiten Beinahe-Unfall, diesmal an einer Ampel in Frechen: Grün für Radfahrende, und ein Tesla rast trotzdem durch. Die Kamera lief mit.
Pip: Zwischen diesen beiden Schreckmomenten liegt ein Live-Ticker vom Cargo-Bike-Race in Hattingen — mit Brompton und Deutschlandticket, zwölf Kilometern Fahrt von Bochum, sechstbeste Zeit ohne Motor, und danach noch 45 Kilometer zum Enkel nach Langenfeld.
Mara: Und der Enkel-Express selbst bekommt einen eigenen technischen Beitrag: Brompton plus Thule-Anhänger, ezHitch-Kupplung, Achsadapter, VersaWing-Buchse — alles erklärt für alle, die sich diese Kombination nicht vorstellen können.








Pip: Vom Kinderanhänger zum Klimabericht ist es eigentlich kein weiter Weg.
Klimaschutz, Wald und was davon übrig bleibt

Pip: Diese Woche stehen zwei nüchterne Befunde nebeneinander: der Waldzustandsbericht 2025 und ein Klimaprüfbericht, der den Verkehrssektor als klares Schlusslicht ausweist.
Mara: Der Waldbeitrag zitiert den Bericht direkt: „Derzeit ist nur noch jeder fünfte Baum vollkommen gesund.“ Fichte und Buche sind am stärksten betroffen, Trockenheit und Borkenkäfer die Hauptursachen.
Pip: Und der Beitrag „Schluss mit lustig“ legt nach: Der Expertenrat für Klimafragen stellt fest, dass der Verkehrssektor seine Ziele bis 2030 erneut deutlich verfehlen wird — trotz allem. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe war dazu persönlich in Kerpen zu Gast und machte klar, dass juristischer Druck ein wirksames Mittel ist.
Mara: Die persönliche Schlussfolgerung lautet: Wir müssen selbst aktiv Druck machen und ihn dauerhaft aufrechterhalten. Kunst aus Köln zeigt derweil, was Autos noch sein können, wenn sie nicht fahren.
Kunst, Schrott und ein ungeliebtes Bad
Mara: Zwei scheinbar unverbundene Orte in dieser Woche: eine Kölner Galerie und ein Kerpener Schwimmbad. Was sie verbindet, ist die Frage, was mit Dingen passiert, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck verlieren.
Pip: In der Galerie Karsten Greve hängt die Antwort an der Wand. Ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger brachte die Skulpturen von John Chamberlain auf den Radar — und der Titel war zu gut, um ihn zu ignorieren: „Autos sind nur als Schrotthaufen schön.“

Mara: Chamberlain sammelte Karosserieteile auf Schrottplätzen und formte daraus mehransichtige Skulpturen. Zehn Werke waren in der Galerie zu sehen, darunter „Ramfeezled Shiggers“ von 1991 — bemalter und chromierter Stahl, aus jeder Perspektive anders.
Pip: Das Brompton durfte übrigens nicht mit in die Ausstellungsräume. Nachvollziehbar, aber irgendwie auch konsequent.
Mara: Und in Kerpen läuft gerade eine Petition: Die Erftlagune, das Spaß- und Familienbad der Stadt, hat geschlossen — offiziell wegen Personalmangels und einem noch nicht verabschiedeten Haushalt. Der Beitrag nennt sie direkt ein „ungeliebtes Kind“ der Kerpener Politik.

Pip: Zappa, Beinahe-Unfälle, sterbende Wälder und Autoschrott als Kunst — irgendwie hängt das alles zusammen, wenn man nur lange genug Rad fährt.
Mara: Der Verkehrssektor verfehlt seine Ziele, die Wälder leiden, und trotzdem fährt jemand mit dem Brompton zur Zappanale. Bis zur nächsten Folge.

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