
Millionen auf Schienen – und warum mein Faltrad trotzdem gewinnt 🚂💼
Gestern bin ich ein wenig mit dem Rad durch die Heimat gecruist. Auf dem wunderschönen Bahnradweg zwischen Kerpen und Düren bot sich mir plötzlich die Szenerie, die ihr auf den Bildern hier im Beitrag sehen könnt. Ein endloser Güterzug prallvoll geladen mit brandneuen Mercedes-Modellen. Ich schätze, das waren locker über 100 Fahrzeuge. Da stehen mal eben ein paar Millionen Euro sauberes Autokapital in der prallen Sonne herum. Da fängt das Bloggergehirn natürlich sofort an zu rattern: Was passiert hier eigentlich?
Im Grunde gibt es für solche Autotransporte zwei klassische Optionen:
Option 1: Die große Reise in die Welt (Export) 🚢
Die Neuwagen sind für den weltweiten Export bestimmt. Über die großen westeuropäischen Überseehäfen wie Rotterdam, Antwerpen, Zeebrügge oder unsere deutschen Hubs in Hamburg und Bremerhaven gehen diese Karossen auf große Fahrt. Die Reise führt dann meist zu den wichtigsten Exportmärkten für deutsche Automobilbauer – vor allem in die USA, nach China, Großbritannien oder Südkorea.

Option 2: Die Schnäppchen-Schleife (Reimport) 🔄
Oder die Autos sind für den Reimport vorgesehen und warten irgendwo auf Schienen auf ihre strategische „Verbilligung“. Das System dahinter ist clever: Hersteller bieten Neuwagen im EU-Ausland wegen der dortigen Kaufkraft oft viel günstiger an. Händler kaufen sie dort billig ein, bringen sie zurück nach Deutschland und verkaufen sie trotz Transportkosten weit unter dem hiesigen Listenpreis.
Klimawandel direkt vor der Haustür ☀️🔥
Als ich heute Morgen noch mal über die Bilder brütete, kam mir ein ganz anderer, viel schwererer Gedanke: Welchen Beitrag leisten alleine diese über 100 Fahrzeuge zum Klimawandel, sobald sie erst einmal auf den Straßen rollen?
Verbrennungsmotoren jagen Unmengen an $CO_2$ in die Atmosphäre und befeuern den globalen Treibhauseffekt. Die Quittung dafür bekommen wir genau jetzt. Uns steht hier im Rheinland eine massive Hitzewelle mit Temperaturen von um die 35 Grad Celsius bevor! Für Mitte Juni ist das komplett ungewöhnlich und bringt völlig zurecht etliche Hitzewarnungen mit sich.
Gestern stand ich da mit meinem kleinen Faltrad #GSpot im Gras und fühlte mich angesichts dieser schieren Masse und Dominanz von Blech kurz winzig und ohnmächtig. Aber heute Morgen weiß ich es wieder besser: Nee, das Fahrrad ist und bleibt das bessere, klügere und zukunftsfähigere Verkehrsmittel! Wir brauchen keine tonnenschweren Luxuskarossen für die Verkehrswende, sondern smarte, leichte Mobilität für alle Radfahrer:innen.
Bleibt cool bei der Hitze und tretet fleißig in die Pedale! 🚲💨

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