
Mein Verhältnis zum Mountainbike als problematisch zu bezeichnen, wäre vielleicht ein Tick zu viel. „Es ist keine große Liebe“ ein Tick zu wenig. Vielleicht hatten wir nicht genügend Gelegenheit, uns aneinander zu gewöhnen. Als ich anfing, Rad zu fahren, also: richtig Rad zu fahren, hatte ich auch schon einmal ein Mountainbike. Als mir das geklaut wurde, kaufte ich mir ein neues. Aber ich hatte noch nie großen Gefallen daran, durch den Wald zu brettern und für die eher langen Strecken, die mir so liegen, ist ein Mountainbike eher ungeeignet. Jedenfalls waren es meine. Denn nach spätestens 60 km tat mir wirklich alles am Körper weh. Bisweilen hatte ich Lust, die letzten Kilometer einfach nur noch zu schieben. Und deswegen verlieh ich mein Mountainbike auch ohne Murren und Knurren an einem Freund und tauschte es später sogar gegen sein Rennrad ein. nicht zuletzt das ist der Grund, warum ihr hier so wenig über diese spezielle Gattung von Rädern gelesen habt in der Vergangenheit.
Und nun stand ich dann nach der Odyssey zum Fahrrad da mit einem Sohn, der noch nie Mountainbike gefahren war, und zwei Mountainbikes. Na toll!
Um frei nach Frank Zappa zu sprechen: this was Axels first confrontation with the Mountainbike (for quite some time). Also fingen wir erst mal einfach an. In einer Radtourenkarte, die in unserem Hotel auslag, gab es eine relativ einfach aussehende Tour von knapp 17 Kilometern hier rund um Bad Griesbach. Und siehe da, das klappte sehr gut (Zappa sagte: naturally, we went easy on him). Und mein Sohn war einigermaßen begeistert, wie ich auch.
Hier die Komoot Tour: https://www.komoot.com/de-DE/tour/1783811689?ref=itd
Die Räder schnurrten auch am zweiten Tag, an dem es schon etwas schwieriger und weiter wurde. Die Fahrt morgens führte über einige unbefestigte und steile Stücke, die uns ziemlich herausforderten.
Hier die Komoot Tour: https://www.komoot.com/de-DE/tour/1786171788?ref=itd
Der Knaller aber die Fahrt nachmittags, auf die mein Sohn bestand, wohl weil ihm die knapp 30 Kilometer morgens nicht ausgereicht hatten. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, auf dem Hügel, auf dem die Thermenlandschaft in Bad Griesbach etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt, zu bleiben, etwas herumzufahren und die Gegend zu erkunden. Ganz ohne Route, einfach nach Karte. Komoot ermöglicht so etwas ja im „Aufnahme“-Modus.
Also auf‘s Geradewohl los. Schon bald kamen wir aber vom Plan ab, als es über einen unbefestigten Weg erst sanft, dann steiler bergab ging. Wir fuhren ganz nach unten. Ich war froh, dass wir Mountainbikes hatten, so viele Schottersteine, Rillen, und Unebenheiten die Strecke hatte. Und so ging es dann weiter. Wir suchten und fanden Nebenstrecken, die mehr oder weniger befestigt waren. Einige stellten nicht viel mehr als zwei Spuren im Gras dar. Die Steigungen zum Teil fast unbezwingbar steil, vor allem noch auf dem Schotter-Untergrund. Die Abfahrten einigermaßen halsbrecherisch. Es war in der Hitze total anstrengend, aber die Aussichten über das Rottal und die wirklich einmaligen Eindrücke, etwa von ein paar alleinstehenden, aber voll tragenden Apfelbäumen auf der Höhe entschädigten für alles. Und die Anstrengung tat auch gut.
Am Ende ging es dann dort wieder hinauf, wo wir am Anfang runter gefahren waren. Es war heiß und schwül und anstrengend. Aber wir kamen zwar nass geschwitzt und ausgepumpt, aber zufrieden und glücklich zurück ins Hotel. Eine kalte Dusche, eine satte halbe Stunde im heißen Wasser der Poseidon Therme und die Druckluft Massagedüsen auf allen verspannten Körperteilen brachten uns wieder auf Vordermann.
Hier die Komoot Tour: https://www.komoot.com/de-DE/tour/1785609387?ref=itd Ich will nicht überheblich klingen, aber diese Tour sollten nur geübte Radfahrerrinnen und Radfahrer nachfahren und vor allen Dingen mitMountainbikes. Ich warne davor, die Tour leichtfertig, nur mit eBikes zum Beispiel nachzufahren. Sie ist sehr schwierig und anspruchsvoll.
Eines war klar: auf anderen Rädern hätten wir die Strecken nie bewältigen können. Mountainbike und ich: guter Start, so kann es weiter gehen.

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