
📡🚴‍♂️ Liveticker: Tag Zwei – Low-Budget-Glück und die Route nach Beckum
Auf geht’s in die zweite Runde! Etappe Nummer zwei meiner Radfahrt nach Berlin steht an. Heute führt mich der Weg von Hagen, wo ich gestern nach dem Ritt aus Köln gestrandet bin, quer rüber nach Beckum. Auf dem digitalen Reißbrett stehen für heute 71 Kilometer und etwas über 400 Höhenmeter. Nach gut acht Stunden tiefem Schlaf und einem ordentlichen Müsli-Frühstück fühle ich mich absolut bereit für die Piste. Bevor die Reifen aber rollen, springe ich noch kurz in den nahen Lidl, um die Vorräte aufzustocken. Das Wetter verspricht heute warm und sonnig zu werden – da ist die Flüssigkeitszufuhr das A und O.
Ein dickes Lob an das Low-Budget-Hotel
Vor dem Start muss ich noch ein Wort zum B&B Hotel hier in Hagen loswerden. Ich habe mir für alle Stationen dieser Reise günstige Hotels als Übernachtungsmöglichkeit ausgesucht – und ich gebe offen zu: gebucht über booking.com. Dort bin ich seit Jahren zufriedener Kunde und finde immer das, was ich brauche. Ich bin eben einfach nicht der Camping-Typ. Ob ich überall Plätze gefunden hätte und ob die am Ende so viel günstiger gewesen wären, weiß ich nicht – anstrengender wäre es nach einem langen Tag im Sattel auf jeden Fall. Jugendherbergen hatte ich im Vorfeld übrigens auch versucht, allerdings ohne Erfolg.
Deswegen fiel die Wahl auf das B&B in Hagen, und was soll ich sagen: Das ist ein richtig gutes Low-Budget-Hotel! Es liegt praktisch direkt um die Ecke vom Hauptbahnhof und ist damit auch für Bahnreisende super gelegen. Die Gegend ist vielleicht nicht die eleganteste, aber ein gutes Feierabendbier habe ich gestern Abend am Berliner Platz trotzdem bekommen. Für das Einzelzimmer habe ich gerade mal rund 46 Euro bezahlt – inklusive eines kleinen Obolus an die Stadt für die Übernachtung im „wunderschönen Hagen“. Das Zimmer war zwar klein und funktional, aber #GSpot passte (natürlich!) problemlos mit hinein. Ich habe hervorragend und ruhig geschlafen. Das Frühstück hat mich für gut 13 Euro ebenfalls voll überzeugt: Es gab frisches Müsli und Äpfel – genau mein Treibstoff. Für eine Radreise wie meine eine absolute Empfehlung und ein dickes Like!
Jetzt werfe ich noch einen letzten Blick auf die Route, checke die Karte und dann geht es ab auf die Piste. Wie immer gilt fĂĽr den Liveticker: Ich halte euch unterwegs auf dem Laufenden. Bleibt dran!
Jetzt habe ich die Tour von heute mit dem Bikerouter noch mal neu geplant. Sie ist einen Kilometer länger, aber hat 200 Höhenmeter weniger als die bei Komoot. Na das lohnt sich doch! Bin mal gespannt und natürlich werde ich berichten.
Ruhrpott-Panoramen und der Querstreifen-Slalom

Um 9:15 Uhr ging es los. Nach einem kurzen Zwischenstopp an einem Netto, um die Getränkevorräte final aufzufüllen, rollte ich aus Hagen heraus.



Mein digitaler Routenplaner hatte mir eigentlich eine Strecke ausgesucht, die über wenig befahrene Straßen führen sollte. Aber was bedeutet „wenig befahren“ schon mitten im Ruhrgebiet?
Auch die Höhenmeter ließen nicht lange auf sich warten und haben sich auf den ersten 25 Kilometern, die ich jetzt absolviert habe, ordentlich aufsummiert. Aber die Wege sind ganz gut und die Eindrücke entschädigen für die Anstrengung – wie zum Beispiel eben in Schwerte.

Mittlerweile bin ich ziemlich weit oben auf dem ersten Drittel meiner heutigen Reise angekommen und genieĂźe einen wunderbaren, weiten Blick ĂĽber das Ruhrgebiet in Richtung Dortmund.

Das Wetter ist ein Traum: leicht bewölkt, absolut nicht zu heiß und eine sanfte Brise weht mir direkt in den Rücken!
Holperpiste statt Radler-Paradies
Eines ist mir auf den letzten Kilometern durch die Region allerdings unübersehbar klar geworden: Viele Straßen hier sind total kaputt. Was besonders auffällt, sind die unzähligen Stellen, an denen die Fahrbahn quer aufgerissen und danach absolut lieblos und schlecht wieder verschlossen wurde.

Das Phänomen kennen wir von uns zu Hause ja auch – meistens sind es die Spuren von neuen Gasleitungen, Glasfaserverlegungen oder Ähnlichem. Hier im Pott ist das gefühlt an jeder Ecke so, und man humpelt mit dem Rad praktisch die ganze Zeit über diese queren Asphaltkanten.
Aber keine Sorge, das verleidet mir die Fahrt natürlich überhaupt nicht! Ich sitze jetzt erst mal mitten im Grünen und mache eine entspannte kleine Pause. Mein Plan für gleich: In der nächsten Bäckerei werde ich meine Essensvorräte für den Tag auffüllen und dann nach weiteren 25 Kilometern die große Mittagspause einlegen. Danach melde ich mich wieder bei euch. Es ist auf jeden Fall wunderschön und ich freue mich riesig auf die Weiterfahrt! 🌳🥨🚴‍♂️💨
Frikadellen im Nirgendwo und der groĂźe Bahntrassen-Flow
Punkt 13:00 Uhr und genau nach zwei Dritteln der heutigen Strecke: Zeit für die geplante große Mittagspause! Zum Glück hatte ich kurz zuvor in irgendeinem kleinen Nest echtes Bäckerei-Glück in der Bäckerei zum Glück:

Drei etwas außergewöhnliche Brötchen und zwei deftige Frikadellen wanderten in meine Tasche.

Die lasse ich mir jetzt an diesem wunderschönen Fleckchen Erde in the middle of nowhere schmecken.

Verdammt lecker und genau der richtige Treibstoff fĂĽr die letzten 25 Kilometer!
Hinter mir liegen ein paar absolut typische Ruhrgebiets-Impressionen,



aber vor allem die letzten 20 Kilometer waren ein echter Traum für Tourenradler:innen. Ich rolle über einen wunderschönen, schnurgeraden Radweg, der mich erst an Unna und jetzt gerade an Hamm vorbeigeführt hat.



Das ist Genussradeln pur, tolle EindrĂĽcke und eine fantastische Strecke!
Spuren des Unwetters
Je weiter ich mich allerdings nach Norden vorarbeite, desto deutlicher werden auch die Spuren der heftigen Stürme der letzten Tage. Die Unwetter haben hier im Ruhrgebiet und am Rand des Münsterlandes wesentlich mehr gewütet als bei uns zu Hause im Rheinland. Überall sieht man abgeknickte Äste und Spuren des Sturms am Wegesrand.

Trotzdem muss ich ein dickes Lob an den BikeRouter verteilen: Das Tool hat mir eine wirklich schöne, flüssige Strecke herausgesucht. Ich freue mich jetzt schon riesig auf das finale Teilstück. Wenn unterwegs noch etwas Spannendes passiert, könnt ihr euch sicher sein, es genau hier zu lesen. Ansonsten melde ich mich nach dem finalen Zielstrich der heutigen Reise in Beckum. Bleibt auf Empfang! 🍔🌳🚴‍♂️💨
Einsame Pfade, eine WindmĂĽhle und Begegnungen der dritten Art
Die letzten 25 Kilometer hatten noch mal einen ganz eigenen Charakter: Es ging durch eine ziemlich einsame, herrlich landwirtschaftlich geprägte Landschaft. Ein abwechslungsreicher Mix aus asphaltierten Wirtschaftswegen und einigen unbefestigten Abschnitten. Überall sieht man mächtige, alte Gehöfte, wunderschöne Ecken und einfach jede Menge Natur pur.




Mein heutiges Ziel trägt den Namen „Hotel-Restaurant Zur Windmühle“ – und wie man sieht, absolut zu Recht!

Gegen 15:30 Uhr bin ich auf den Hof gerollt, und um 15:50 Uhr war ich dann auch offiziell eingecheckt und hatte bezahlt. Sagen wir es mal so: Ich hatte beim Check-in mit dem Herrn des Hauses eine echte Begegnung der dritten Art… aber darĂĽber breitet der Gentleman im Sattel aus Höflichkeit jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens. 🤫
Das Zimmer selbst ist auf jeden Fall richtig schön geworden. Ich springe jetzt erst mal unter eine herrlich erfrischende Dusche, um den Staub der Landstraße abzuwaschen.
Der Liveticker ist damit aber noch lange nicht zu Ende! Das hiesige Restaurant hat heute nämlich Ruhetag, sprich: Hier gibt es heute Abend absolut nichts. Ich werde mich nachher also noch mal auf das Rad schwingen und die paar Kilometer hinein nach Beckum fahren. Ich brauche dringend eine ordentliche warme Mahlzeit im Bauch und muss mir außerdem noch die Verpflegung und Getränke für die morgige Etappe besorgen.
Bleibt also dran, die Abendrunde durch Beckum folgt später! 🧼 Windmühlen-Gruß und bis nachher! 🚴‍♂️💨
Entspanntes Eisessen und ein Hauch von Geschichte in Beckum

Nach der verdienten Dusche ging es im frischen Gewand direkt auf den Weg in die Innenstadt von Beckum. Vom Hotel aus rollt es sich wunderbar leicht: Die rund drei Kilometer führen sanft bergab und enden auf einem wunderschönen, belebten Platz mitten im Herzen der Stadt.

Genau hier sitze ich jetzt gerade in der Sonne, lasse die Beine baumeln und genieĂźe ein herrlich kaltes Eis.

Weil ich gerade so richtig schön gechillt bin, habe ich die Füße hochgelegt und meinen digitalen Co-Piloten Gemini mal ein bisschen im Archiv wühlen lassen. Hier ist ein kurzer Blick darauf, wo ich hier eigentlich gerade gelandet bin:
Die Geschichte von Beckum reicht weit zurück: Bereits im Jahr 1224 wurde der Ort erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich historisch von „Beckehem“ (Bachheim) ab, was auf die drei Bäche verweist, die das Stadtgebiet durchqueren. Strategisch günstig an alten Handelswegen gelegen, entwickelte sich Beckum im Mittelalter zu einer blühenden Hansestadt, die durch Handwerk und Handel an Bedeutung gewann. Ein tiefgreifender Wandel vollzog sich im 19. Jahrhundert mit der Entdeckung riesiger Kalksteinvorkommen. Beckum wurde zu einer Wiege der deutschen Zementindustrie, was der Region einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte und das Stadtbild sowie die Entwicklung bis heute maßgeblich geprägt hat.
Heute präsentiert sich Beckum als lebendiges Mittelzentrum im südlichen Münsterland. Zwar ist die Zementindustrie nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, doch prägen längst auch moderne Dienstleister und der Maschinenbau den Standort. Das gesellschaftliche und kulturelle Herz der Stadt schlägt jedoch genau hier, wo ich gerade mein Eis verputze: auf dem zentralen Marktplatz.

Umgeben von historischen Bürgerhäusern und dem alten Rathaus ist dieser Platz ein lebendiger Treffpunkt, der mit seiner Gastronomie und gemütlichen Atmosphäre den perfekten Kontrast zu den einsamen Agrarwegen bildet, über die ich heute gerollt bin.
Wie geht es weiter?
Nach diesem kleinen Bildungsurlaub wird es langsam Zeit, sich nach etwas Herzhaftem umzuschauen, denn von Eis allein kann der Radler morgen keine Berge versetzen. Danach besorge ich noch die Verpflegung fĂĽr die morgige dritte Etappe und dann geht es im gemĂĽtlichen Gang wieder die drei Kilometer bergauf zurĂĽck zum Hotel.
Kilometer-Zuschlag, Tierpark-GrĂĽĂźe und der Blick auf die Gewitterfront
Aus den geplanten drei Kilometern wurden am Ende dann doch glatt über sechs! Ich konnte es einfach nicht lassen und bin noch ein wenig kreuz und quer durch Beckum gerollt. Schließlich ging es hinauf auf den Höxtberg – das ist der Hügel, auf dem nicht nur mein Hotel liegt, sondern noch so einiges mehr.
Unter anderem gibt es dort einen richtig tollen Tierpark.

Da musste ich natürlich sofort das Smartphone zücken und habe ein paar schöne Schnappschüsse für meinen Enkel und seine Mama gemacht. Die Bilder habe ich euch übrigens direkt in einen eigenen, separaten Blogbeitrag gepackt – schaut unbedingt mal rein! 🦌📸
Wieder ganz oben auf dem Berg angekommen, habe ich mir dieses wunderschöne Plätzchen hier für mein wohlverdientes Abendessen ausgesucht.

Und genau damit will ich den Liveticker fĂĽr den heutigen Tag zwei auch beenden. Es war ein herrlicher, abwechslungsreicher und absolut gelungener Tag im Sattel!
Der Ausblick auf Tag Drei: Es wird hĂĽgelig und ungemĂĽtlich
Ich bin schon extrem gespannt auf morgen, wenn die Reise weiter in Richtung Vlotho geht. Ich habe eben schon mal einen intensiven Blick auf das Streckenprofil und das Regenradar geworfen: Die letzten 10 Kilometer vor dem Ziel werden noch mal verdammt bergig. Als wäre das nicht genug, droht für morgen Nachmittag auch noch eine Gewitterfront, die genau meine Route kreuzen könnte. Mal sehen, wie ich das logistisch löse und ob ich den Zeitplan etwas anpassen muss.
Eines ist jedenfalls sicher: Auch morgen wird es wieder einen brandaktuellen Liveticker von Etappe drei geben. Macht euch einen gemütlichen Abend, ich hau jetzt rein! 🥩🌩️🚴‍♂️💨

Kommentar verfassen