Grrrrrrr

Rechnet mal nach: wieviel Platz für Autos, wieviel für Fußgänger*innen und Radfahrer+innen

Heute gab es im Stadtanzeiger wieder einmal den „Streit der Woche“. Es ging um die Frage: Ist es richtig, dass Köln Parkplätze reduziert?

Den Streit könnt Ihr hier, leider hinter der Paywall, nachlesen.

Worum es geht, steht hier.

Tim Attenberger verteidigt die angedachte Reduzierung der Parkplätze, der Leiter des KSTA Wirtschaftsressorts, Thorsten Breitkopf, legt uns sehr ausführlich dar, was für ein wunderbares Ding doch das Auto ist und dass alternative Mobilitätsarten total blöd sind. Offensichtlich leitet er daraus das Recht eines jeden Autobesitzers ab, überall zu parken bzw. einen Parkplatz zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Das hat mich aufgeregt und ich habe folgenden Leserbrief geschrieben. Bin einmal gespannt, ob er veröffentlicht wird.


Leserbrief zum „Streit der Woche – ? im Kölner Stadtanzeiger vom 11./12.12.2021

Mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: ich wohne also irgendwo in der Pampa günstig, fahre mit einem Auto (ich will gar nicht wissen, mit welchem) jeden Tag nach Köln (wahrscheinlich auch noch allein im Fahrzeug), wo ich klotzig Geld verdiene, und sehe es als selbstverständliches Recht an, dass mir die Allgemeinheit Straßen UND Parkplätze kostenlos (bis auf die Steuern, die wir aber alle zahlen müssen) zur Verfügung stellt.

Nee, Herr Breitkopf, das war mal, isch over. Und die Ausrede, dass erst einmal der ÖPNV (den Sie ja auch dann nicht nutzen würden, behaupte ich einmal) perfekt ausgebaut sein müsste, ist doch nur ein Spiel auf Zeit und eine Verschiebung der Verkehrswende auf den St. Nimmerleinstag. Es geht auch jetzt schon viel mehr in Richtung Mobilitätswende, allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen geändert werden. Und dazu ist die Einschränkung des Parkens im öffentlichen Raum ein wichtiger Schritt.

Übrigens, es tut auch gar nicht weh. Ein Rad soll „nichts für den täglichen Weg aus …. Frechen nach Köln“ sein? Dann schauen Sie mal hin, wie viele Menschen schon heute aus der Region nach Köln mit dem Rad pendeln, auch über größere Distanzen. Und wie viele es noch tun würden, wenn die Stadt Köln endlich einmal vernünftige Radinfrastruktur auf den Einfallsrouten schaffen würde. Namentlich von Frechen aus soll schon seit Jahren ein Radschnellweg nach Köln gebaut werden, er versinkt aber in den unendlichen Tiefen der (Kölner und Landes-) Bürokratie und der Widerstände von Leuten, die jeden Meter öffentlichen Raums als Ihr selbstverständliches Recht für die Benutzung mit ihrem Auto sehen.

Von meinem Haus in Kerpen Horrem zu meiner Arbeit in Köln sind es 15 Kilometer, zum Dom 20 Kilometer. Ich käme nicht auf die Idee, diese Strecken mit dem Auto zurückzulegen. 

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