
Samstag im Saarland. Nach einem wunderschönen Abend in einer Weinwirtschaft in Niederkirchen mit gutem Essen und reichlich Nahewein war ich, im Gegensatz zu einigen meiner Gastgeber,
sehr gut durch die Nacht gekommen. Samstag stand zuerst einmal ein gemeinsames Mittagessen mit meinen Lieben in der Felsenmühle in St. Wendel auf dem Programm.
Natürlich hatte ich vor, mit dem Rad in die Stadt zu fahren. Das sind, je nach gewählter Strecke, zwischen acht und zehn Kilometer, aber, egal welche Strecke, reichlich Höhenmeter. Ich wählte an dem Morgen die etwas längere Strecke und fuhr schon so früh los, dass ich noch ein wenig die Stadt erkunden konnte.
Und so entstand schon die erste Magie des Tages. Erinnerungen und Emotionen kamen hoch, als ich an „meinen“ Schulen vorbeifuhr und sie fotografierte. Auch das Freibad weckte Gefühle. Spinnrad und Lindenau waren die Orte des Miteinander, auch der Stadtpark. Die Basilika des Heiligen Wendelinus, die alle in St. Wendel nur „Dom“ nennen, hatte mich in meiner Jugend nie so beeindruckt, aber jetzt fand ich sie so schön eingefügt in das Ensemble der Innenstadt. Die ist, im Vergleich zu meiner Jugend, wunderschön geworden. Wo einst noch Autos sich nach meiner Erinnerung durch Grau in Grau bewegten, ist jetzt eine so schöne Fußgängerzone. Der Schlossplatz macht den Auftakt, Café reiht sich an Café und kleine, lokale Läden. Die Menschen, viele Menschen, flanieren oder genießen die angebotenen Köstlichkeiten. Überall stehen oder hängen Blumen. So hätte ich es in meiner Jugend auch gerne gehabt.
Und so komme ich noch zur zweiten Magie. An diesem Wochenende fand in St. Wendel das Internationale Zauberfestival statt. Wir entschlossen uns, nach dem Mittagessen die
Veranstaltung zu besuchen. Und blieben hängen und gingen nicht vor der Abschlussveranstaltung wieder weg.
Überall in der Innenstadt führten Zauberer (das scheint wirklich noch eine männliche Zunft zu sein) ihre Kunststücke vor. Wenn eine Vorführung zu Ende war, brauchte man nur ein paar Schritte zu gehen, um dem nächsten Magier bei seiner
Performance zuzuschauen, zusammen mit den anderen, die in Menschentrauben um die Orte des Geschehens hingen und dem unglaublichen Ereignissen mit offenen Mündern folgten. Zur Kräftigung ging es dann gelegentlich in eines der Cafés, Eis, Kuchen, Kaffee oder gekühlte Getränke halfen uns schnell wieder auf die Beine.
Es war ein magischer Nachmittag und Abend. Da traf ich auch noch meinen Schwager und das machte dann den Abend noch schöner.
Eine Fahrt von meiner Jugend in die Gegenwart. Ein Tag mit lieben Menschen und schönen Erlebnissen.
Hier die Komoot Tour mit vielen Bildern:
Am Ende ging es dann über die Hügel zu meinen Verwandten, die schon mit dem Auto vorgefahren
waren. Glücklich und einigermaßen erschöpft fiel ich ins Bett und schlief wie ein Stein.

Kommentar verfassen