
Das gilt natürlich nicht für den Aussteller auf dem Titelbild, aber für die Fahrrad Essen insgesamt. Im Überblick gesagt: Räder sah man vor allem an Ständen von Händlern und Systemanbietern, es waren nur wenige Hersteller vertreten und die hatten wenig Neues im Angebot. An den Ständen der Händler knubbelte sich in der Regel ein unüberschaubarer Bestand an Ausstellungsstücken, sah aber auch alles altbekannt und ein wenig nach Abverkauf von Lagerbeständen aus.
Gimmicks gab es ganz wenige, eigentlich nur die üblichen Verdächtigen.
Die Testparcours waren riesig, vielleicht auch, um leere Ausstellerflächen zu vermeiden. Dabei boten sie gar nicht viele Möglichkeiten zu testen. Auch etwas enttäuschend.
Gerade zu als Affront werden es einige Radfahrbegeisterte empfunden haben, dass sie beim Übergang von der Reise- und Campinghalle in die Fahrrad-Ausstellungshalle von einem Riesenstand des ADAC begrüßt wurden. Ehrlich, geht gar nicht! Jedenfalls nicht in diesem Aufbau, denn außer gelb war erst einmal nichts zu sehen. Der Stand des Automobilclubs enthält auch dieses Mal wieder eine Bühne, auf der das Vortragsprogramm laufen sollte. Ich interessierte mich sowieso nur peripher dafür, bekam aber mit, dass etliche Vorträge ausfielen und diejenigen, die ich aus der Ferne so sehen konnte, sehr schwach besucht waren. Tut mir sehr leid für den Organisator, der das immer mit großem Engagement auf die Beine stellt, aber so richtig der Bringer scheint das tatsächlich auch nicht zu sein.
Richtig wütend machte mich die Messe essen selber. Sie hat es bis heute noch nicht geschafft, auf dem Messegelände ein allgemein zugängliches WLAN anzubieten. Ich habe es auch durch Nachfrage an der Information und in der Pressestelle nicht geschafft, überhaupt einen WLAN-Zugang zu erhalten. Und war deswegen auch außerordentlich zurückhaltend mit dem Posten von Bildern und Videos während der Messe, denn ich hatte keine Lust, mein Datenvolumen zu beanspruchen.
Natürlich gab es auch Lichtblicke. Dazu gehörte der Stand des ADFC. Der wurde ja dieses Jahr zum ersten Mal vom ADFC Essen betrieben. Ich war dort etwa eine Stunde zu Gast und empfand sowohl die Lage des Standes zwischen den anderen Anbieterständen, die Gestaltung des Standes selber, die Standbesetzung und den Publikumszuspruch als außerordentlich gewinnbringend. Die Essener hat es sogar geschafft, noch eine Ersatzfläche direkt über den Ganges zu ergattern und dort auch noch ein paar auffällige Ausstellungsstücke zu platzieren. Hut ab, toll gemacht.
Und dann gab es natürlich auch unheimlich viele Gespräche mit alten Bekannten, zum Beispiel Gerd Lemken am Punta Velo Stand und neuen Bekannten, wie zum Beispiel mit Louisa am Nearbyk Stand (siehe Titelbild) . Das war insgesamt gut fürs Netzwerken und auch interessant und spannend.
Der Besuch der Fahrrad Essen war dieses Jahr nur „Nebenprogramm“ für mich. Die am Vortrag stattfindende AGFS-Fachtagung war sicher ein Höhepunkt, auch die Fahrten durchs Ruhrgebiet und bei der Critical Mass Dortmund.
Die Fahrrad Essen ist definitiv nicht mehr das, was sie einmal war. In ein paar Wochen wird die Cycling World in Düsseldorf stattfinden. Sie mausert sich langsam vom Geheimtipp zur führenden Fahrradmesse im Westen. Klar, dass ich auch dort sein werde, im Areal Böhler, die beiden Tage und den Vorabend. Zwei Tage auf der Fahrrad Essen, wie früher, das würde sich aktuell überhaupt nicht mehr lohnen. Ich war ja dieses Jahr schon in einem guten halben Tag durch.


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