
Moin, liebe Radfahr-Enthusiast:innen und alle, die den Weg zu uns gefunden haben! 👋 Schön, dass ihr wieder reinschaut!
Radfahren ist ja oft auch ein bisschen Entdecker-Tour, oder? Manchmal stößt man dabei auf wirklich kuriose Dinge, die man so nicht erwartet hätte. Und genau so eine Rheinische Kuriosität möchte ich euch heute präsentieren. Hier bei uns im Rhein-Erft-Kreis, wo ja bekanntlich immer alles im Wandel ist, gibt’s eine Baustelle, die einen echt zum Schmunzeln bringt. 😄
Die K22n: Ein Radweg mit Vorsprung
Heute geht’s um die neue Kreisstraße K22n zwischen Bergheim-Kenten und Oberaußem. Sie soll eine alte Straßenverbindung (die frühere K49) ersetzen, die vor vielen Jahren dem Braunkohle-Tagebau Fortuna-Garsdorf zum Opfer gefallen ist. Es ist also eine Art Wiederherstellung auf rekultiviertem Gelände, die RWE im Zuge der Bergbaufolgen leisten muss.
Die geplante 2,6 Kilometer lange Trasse führt dabei mitten durch das sogenannte Fortunafeld, ein Gebiet, das sich seit dem Ende des Tagebaus wieder in einen naturnahen Erholungsraum – den Landschaftspark Fortuna – verwandelt hat. Die Straße soll in Kenten nahe der Feuerwache an der Kreuzung zur L361 beginnen und in Oberaußem in einem neuen Kreisverkehr an der L93 münden.
Und jetzt kommt das wirklich Witzige, was uns Radfahrer:innen betrifft:
Kurios ist nämlich, dass der Radweg entlang der K22n mittlerweile fertig ist, wie der Kölner Stadtanzeiger heute berichtete und ich kürzlich selbst erfahren durfte! Aber die Straße daneben? Die lässt noch auf sich warten. Im Gegenteil, sie ist – Stand jetzt – am Ende bei Oberaußem an zwei Stellen noch gesperrt und unpassierbar.

Der Radweg ist dagegen schon freigegeben und wirklich ein Schmuckstück! In Oberaußem startet er mit einer hindernisfreien Auffahrt. Der sehr gut ausgebaute und asphaltierte Radweg führt dann nach Kenten, wo er momentan auf einen unbefestigten Querweg trifft. Dieser Weg führt nach rechts Richtung Kenten und nach links zum Martinswerk.

Dort stoßen wir auch direkt auf das Hindernis der Superlative, weswegen die Straße noch nicht fertig ist: die Bahnlinie der Erftbahn (RB38) von Horrem nach Bedburg. Für uns Radfahrer:innen und Fußgänger:innen gibt es einen unbeschrankten Bahnübergang. Aber für Autos? Fehlanzeige! Die neue Straße ist schon ein Stück zuvor abrupt beendet.
Die K22n soll nämlich, wenn ich das richtig verstehe, unter der Bahnlinie hindurchgeführt werden. Das ist eine echt dicke Nuss, denn die Bahn plant gleichzeitig den Ausbau zur S-Bahn (S12). Die Gleise müssen dabei wohl verlegt und eine neue Eisenbahnbrücke gebaut werden.

Das ist ein Unterfangen, das sich voraussichtlich noch einige Zeit hinziehenwird. Solange endet die top-ausgebaute neue Straße einfach im… nun ja, Nichts.

Eine Anbindung an die Kölner Straße (L361) ist so noch nicht möglich.
Echt kurios, oder? Eine fast fertige, nagelneue Straße, der für den Autoverkehr die letzten paar Meter – wahrscheinlich noch monate- oder jahrelang – fehlen. 🤣
Na ja, Hauptsache, der Radweg ist fertig! Der stand nach meiner Erinnerung in den frühen Überlegungen sogar mal infrage! Umso schöner, dass er jetzt da ist und auch schon ordentlich genutzt wird.
Vielleicht stellt man ja irgendwann fest, dass hier viel mehr Räder als Autos unterwegs sind und die Straße dann doch obsolet ist. Ein Rückbau scheint ja fast wahrscheinlich, lach. 😉
Ich freue mich auf jeden Fall über diesen tollen, neuen Radweg quer durch die rekultivierte Landschaft und werde ihn bestimmt noch häufig fahren. Er ist eine echte Bereicherung für die Region und ein tolles Zeichen für die Radmobilität!
Wie seht ihr das? Kennt ihr auch so spektakuläre Baustellen-Kuriositäten aus eurer Gegend? Erzählt mir davon in den Kommentaren oder lasst ein Like da, wenn euch unser rheinischer „Radweg mit Vorsprung“ zum Schmunzeln gebracht hat! Rebloggen ist natürlich auch ausdrücklich erlaubt! 😊

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