Take a ride on the wild side

Abschied vom Arbeitsleben: 71 Kilometer zwischen Rad-Hölle und Brompton-Glück

Der gestrige Montag war kein gewöhnlicher Tag auf dem Rad. Es war mein allerletzter Urlaubstag – nicht nur in diesem Kurzurlaub, sondern überhaupt in meinem Arbeitsleben! Dieses Ereignis musste natürlich auf dem Sattel gefeiert und genossen werden. Das Ziel: Eine gelungene Kombination aus Alltags- und Lustfahrt, die mich zu interessanten Zielen führt.

Meine treue Begleitung: Das Brompton G Line – ein Traum auf zwei kleinen Rädern, das sich einfach wunderschön fährt. Die Tour startete beim „Home of WarumIchRadfahre“ und führte mich zunächst zum Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Düsseldorf zu den 15. Naturparkgesprächen.

Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW, Logo

Allein die Fahrt über den Rhein und die Fleher Brücke ist immer wieder ein kleines Highlight, das das Herz höherschlagen lässt.

Aber Halt, das ist noch nicht alles!

Von Düsseldorf ging es weiter zur Familie nach Langenfeld. Und genau dieser Abschnitt enthielt eine große Herausforderung. Um ehrlich zu sein: Es war ein Ritt durch die Radfahr-Hölle, nämlich Teile des Kreises Mettmann. Wer von Düsseldorf nach Osten fährt, wird dort mitunter über Kilometer hinweg mit miserablen Radwegen konfrontiert: bucklige Verbundsteine oder Betonplatten, Schlaglöcher und Versatz – häufig noch mit Fußgängerinnen und Fußgängern geteilt, direkt neben gut ausgebauten, vierspurigen Straßen. Die Durchfahrt durch Hilden ist die Radfahr-Hölle pur: Schmalste Schutzstreifen, die ohne Vorwarnung auf der Fahrbahn enden und dich dann in den starken Autoverkehr zwingen. Lebensgefährlich ist hier nicht übertrieben, und man wundert sich nicht, warum man auf diesen Strecken so wenige Radlerinnen und Radler sieht. Kennst du das auch? Musstest du dich auch schon durch einen solchen Abschnitt kämpfen? 😠

🗺️ Der Kreis Mettmann: Ein geografischer Drahtseilakt

Der Kreis Mettmann liegt im Herzen von Nordrhein-Westfalen und ist ein wichtiger Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr. Er grenzt direkt an die Großstädte Düsseldorf, Wuppertal und Essen und bildet geografisch eine Art Pufferzone zwischen den Ballungszentren. Auf einer Fläche von rund 407 Quadratkilometern leben hier etwa 480.000 Menschen (Stand 2023).

Die zehn Städte und Gemeinden des Kreises sind:

• Erkrath (ca. 44.000 Einwohnende)

• Haan (ca. 30.000 Einwohnende)

• Heiligenhaus (ca. 26.000 Einwohnende)

• Hilden (ca. 56.000 Einwohnende)

• Langenfeld (ca. 59.000 Einwohnende)

• Mettmann (ca. 39.000 Einwohnende)

• Monheim am Rhein (ca. 41.000 Einwohnende)

• Ratingen (ca. 87.000 Einwohnende)

• Velbert (ca. 82.000 Einwohnende)

• Wülfrath (ca. 21.000 Einwohnende)

Diese hohe Bevölkerungsdichte in Verbindung mit der geografischen Lage macht die Forderung nach erstklassiger und sicherer Radinfrastruktur umso dringlicher. Hier ist für alle Beteiligten noch viel Luft nach oben!

🚆 Pendeln 2.0: Die Stärke der Rad-Bahn-Kombination

Zum Glück ging es von Langenfeld aus stressfreier weiter: mit der Bahn! Hier kommt der große Vorteil eines Faltrades wie meinem Brompton zum Tragen. Kein Ticket-Stress, denn es zählt als Handgepäck. Kein Platz-Chaos in überfüllten Zügen, da es unter dem Sitz oder im Gepäckfach verstaut werden kann.

Zuerst ging es mit der S6 (fährt von Essen über Düsseldorf bis nach Köln-Worringen) nach Köln Hauptbahnhof.

Mond am Kölner Hauptbahnhof

Danach stieg ich um in die RB 38 (die zwischen Köln-Deutz und Bedburg verkehrt) und fuhr bis Horrem, bevor ich von dort die letzten Kilometer zum Startpunkt zurücklegte. 71 Kilometer insgesamt kamen so zusammen.

Die Kombination aus Radfahren und ÖPNV ist für mich die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Sie ermöglicht weite Wege, kombiniert das Angenehme (Radfahren) mit dem Notwendigen (schnelle Überbrückung von Distanzen) und ist besonders mit einem Faltrad unschlagbar flexibel.

Das Wetter spielte mit: Sonnig, später bewölkt, trocken, leicht windig, mit angenehmen 12 bis 13° Celsius – perfekt zum Radeln! Ein letzter Urlaubstag, der trotz der Herausforderungen im Kreis Mettmann genossen wurde und mir einmal mehr gezeigt hat, warum ich Rad fahre!

Wie waren deine letzten Touren? Hast du ähnliche Erfahrungen mit der Radinfrastruktur im Kreis Mettmann gemacht? Schreib es mir in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit dir! Oder gib diesem Beitrag ein Like und teile ihn mit deinen Radfahrenden Freundinnen und Freunden! 👇

Kommentare

  1. Beim Kreis Mettmann gebe ich dir vollkommen recht. Eine einzige Katastrophe. Wenn man keine Schleich oder Wirtschaftswege kennt, ist man aufgeschmissen. Mit einer der Gründe dafür, dass ich mittlerweile hauptsächlich mit dem Grvl Rad unterwegs bin

  2. Obwohl ich seit > 50 Jahren in Berlin fast Alles was geht per Rad mache, bin ich was Touren angeht ein Stubenhocker – aber Du inspirierst mich. Es wird langsam besser mit Radwegen, aber es ist immer noch sehr viel Luft nach oben hier. Unser CDU-SPD-Benzin Senat ist da leider keine große Hilfe. Er vertritt die Interessen der reicheren, weniger dicht besiedelten Außenbezirke, die ihn gewählt haben, und die noch sehr im 1960er Verkehrsparadigma hängen.

    Ansonsten denke ich seit Langen, dass die Kombination Rad – Bahn – Rad für den noch nicht zu alten Teil der Bevölkerung eine echte Lösung wäre, längere Strecken autolos zügig (Doppelbedeutung beabsichtigt) zurückzulegen.

    Für Pendler ist, wenn man kein Brompton hat, die beste Variante die mit zwei Rädern und sicheren Abstellhäusern am Start- und Zielbahnhof, denn sonst würden die Züge zu voll.

    1. Ja, die Modelle gibt es ja alle. Das Modell, möglicherweise ein Rad an dem Bahnhof der Stadt zu haben, wo mein Enkel lebt, ist mir auch schon durch den Kopf gegangen.

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