Horrems geteilte Seele: Drei Brücken und eine Schnapsidee
Manchmal sind die spontansten Einfälle die besten – oder zumindest die mit dem meisten Schreibstoff! Eigentlich wollte ich nur kurz zum Mittagessen, doch dann wurde daraus eine kleine Expedition durch meine eigene Stadt. 🗺️ Habt Ihr Euch schon mal gefragt, wie sehr eine Autobahn einen Ort eigentlich zerschneidet?
Horrem: Eine Stadt, zwei Welten?
Ich saß heute Morgen vor meinem Laptop, irrte durch digitale Welten und kam einfach nicht voran. Doch dann erinnerte ich mich an meine Tour vom Donnerstag. Ich hatte ein Date mit einer lieben Freundin bei Herrn Riester in Horrem. Da die Zeit nach dem Training im Fitness Point knapp erschien, wollte ich nicht weit raus. Die Idee: Ich klappere einfach mal alle Brücken über die A4 in Horrem ab. 🚲
Man muss sich das mal vorstellen: Horrem ist in dieser Hinsicht fast wie Köln – eine geteilte Stadt. Nur fließt bei uns kein Rhein, sondern der Verkehr auf der A4. Und statt Nord-Süd-Teilung haben wir hier eine knallharte Trennung von West nach Ost. Die Autobahn verläuft mitten durch Wohngebiete, teilweise sogar in Hochlage. Ohne die Unterführungen kämen wir im Ort nirgendwohin.
Das Brücken-Trio im Check
Ich bin also los und habe die drei Brücken unter die Lupe genommen, die auf weniger als einem Kilometer Distanz liegen:

- Westen – Hemmersbacher Straße: Mein persönlicher Favorit für den Alltag. Sie ist dank Pollern für Autos gesperrt und daher ein Paradies für uns Radfahrende. Wusstest Du, dass die Hemmersbacher Straße perspektivisch zur Fahrradstraße ausgebaut werden soll? Ein wichtiger Lückenschluss zum Parrig und Richtung Kerpen.
- Mitte – Hauptstraße: Hier steppt der Bär. Es ist die einzige Verbindung für Autos, entsprechend trubelig ist es. Es gibt zwar Schutzstreifen, aber mal ehrlich: Wer entspannt radeln will, nimmt die Parallelroute im Westen. 🛒 Trotzdem ziehen Rewe und Aldi mittlerweile immer mehr Menschen mit dem Rad an.
- Osten – Apollinarisstraße: Hier wird es ruhig. Die Brücke führt raus ins Grüne, Richtung Marienfeld. Asphalt gibt es hiernach kaum noch, dafür aber Natur pur. Schon mal probiert, dort den Sonnenuntergang zu schauen?🌅

Besonders cool: An der Apollinarisstraße war ich ewig nicht mehr.

Die Wände der Unterführung sind mittlerweile voll mit farbenfrohen Graffitis. Die Kamera hat geglüht – freut Euch also schon mal auf Extra-Content zum Thema Street Art!

Die A4: Pulsader und Dauerbaustelle
Dass wir hier so viele Brücken brauchen, liegt an der enormen Bedeutung der A4. Sie ist die Lebensader zwischen Köln und Aachen (und weiter nach Holland/Belgien). Aber sie ist auch eine Diva. Wer viel in Westdeutschland unterwegs ist, weiß: Die A4 rund um Köln ist oft ein einziges Nadelöhr. Aktuelle Projekte wie A4plus zeigen, wie massiv der Druck ist – hier wird teilweise auf acht Spuren ausgebaut, um den Pendlerströmen Herr zu werden. Auch die marode Rodenkirchener Brücke ist so ein Thema, das uns noch Jahre beschäftigen wird. Da sind unsere kleinen Horremer Unterführungen fast schon beschaulich gegen!
Belohnung muss sein
Nachdem ich meine „Hausrunde“ beendet und fleißig Brücken inspiziert hatte, gab es das Highlight: Mittagessen im Laden für Genießer. Quiche aus Rotkohl und Äpfeln, Bio-Limo und ein Käsekuchen, der eine Sünde wert war. 🍰 Dazu inspirierende Gespräche – was will man mehr?
Echt schön war’s und schreit definitiv nach einer Wiederholung. Vielleicht entdecke ich beim nächsten Mal noch mehr „versteckte“ Übergänge? Wenn Ihr selbst mal eine Tour plant, schaut Euch mal die Rad-Erlebnisroute Kerpen an – da sind einige meiner Wege mit drin.
Wie sieht’s bei Euch aus? Habt Ihr auch so eine „Lieblingsbrücke“ oder nervt Euch die Autobahn-Teilung eher? Schreibt es mir in die Kommentare! 👇


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