
Los geht’s von Tübingen aus nach Pforzheim zur Natenom Gedenkfahrt.
Ich sitze im MEX18 und steige geplant in Stuttgart um.
Der Zug gehört zu „bwegt“, dem Nahverkehrssystem in baden-Württemberg. Was es damit auf sich hat, könnt ihr am Ende des Artikels lesen.
Aber erst einmal, ich will es nicht verschreien, ist der Zug auf den ersten Stationen bei einer Fahrt durch das nebelige Gebiet zwischen Tübingen und Stuttgart ziemlich pünktlich. 
Ich bin um 7:32 Uhr in den Zug hier eingestiegen und soll um 8:31 Uhr in Stuttgart Hauptbahnhof ankommen. Dort habe ich dann eine Viertelstunde Zeit, den Gleis und den Zug zu wechseln und nach Pforzheim weiter zu fahren, diesmal mit dem MEX17, der um 09:42 Uhr in Pforzheim ankommen soll. Ich hätte dann noch eine gute Stunde Zeit, den Startpunkt zu finden und vielleicht ein paar Meter durch Pforzheim zu fahren. 
Nürtingen. 2 Minuten Verspätung, erst noch kein Grund zur Sorge? Der Zug wird voll und die Leute bringen Kälte mit rein.
Ich bin sogar gerade kontrolliert worden. Deutschlandticket funktioniert‼️
Gerade wurde ich ein wenig nervös, weil die DB App mir anzeigt, dass meine Verbindung nicht mehr fahrbar ist. Das stimmt aber nicht. Ich glaube, das liegt daran, dass ich 15 Minuten Umstiegszeit eingegeben habe und die ist tatsächlich nicht mehr einhaltbar, es werden nur noch 13 sein. obwohl, der Zug ist jetzt gerade wieder pünktlich. Vielleicht komme ich ja doch auch pünktlich um 8:31 Uhr in Stuttgart an. 
Ankunft in Stuttgart war zwar nicht ganz pünktlich, aber ich hatte genügend Zeit, den Zug und den Bahnsteig zu wechseln. Stuttgart ist ja heute noch ein Sack Bahnhof. D.h. ich brauchte gar nicht hoch und runter ein paar Meter gehen und ich war auf Gleis sechs und sitze jetzt im MEX17. Der soll um 8:46 Uhr losfahren und etwa 1 Stunde später in Pforzheim sein.
Ich hab dann im Zug einen Bekannten getroffen und wir haben uns die ganze Zeit unterhalten und deswegen hab ich diesen läufiger gar nicht fortgeführt. Jetzt steh ich hier nach etwa 8 km Fahrt durch Pforzheim gegen 10:30 Uhr an der Versammlungsstelle, wo wir uns jetzt alle zusammen finden und gleich die Gedenkfahrt zu machen.
Und hier alles zu „bwegt“
„bwegt“ ist weit mehr als nur ein Slogan – es ist die Dachmarke des Landes Baden-Württemberg für den gesamten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und die begleitende Mobilität. Wenn du im „Ländle“ mit dem gelb-weißen Zug unterwegs bist, steckst du mittendrin im System bwegt.
Hier ist ein Überblick, was das System ausmacht und warum es die Schiene in BaWü revolutioniert hat:
- Das Design: Ein einheitliches Gesicht
Früher kochte jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sein eigenes Süppchen. Heute ist das anders: Egal ob die Züge von der Deutschen Bahn (DB Regio), Go-Ahead, Abellio (jetzt oft SWEG) oder Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) betrieben werden – das äußere Erscheinungsbild ist einheitlich.
- Landesdesign: Die Züge tragen das markante Design in Gelb, Weiß und Schwarz.
- Wiedererkennung: Fahrgäste sollen das Land Baden-Württemberg als Qualitätsgaranten wahrnehmen, unabhängig davon, welche Firma gerade den Zug steuert.
- Der BW-Tarif: Einfachheit statt Tarifdschungel
Eines der Kernstücke von bwegt ist der bwTarif. Er wurde eingeführt, um das Reisen über die Grenzen der verschiedenen regionalen Verkehrsverbünde (wie VVS in Stuttgart oder KVV in Karlsruhe) hinweg zu vereinfachen.
- Ein Ticket für alles: Wenn du von Heidelberg nach Friedrichshafen fährst, brauchst du nur ein Ticket, das auch die Nutzung von Bus und Tram am Start- und Zielort beinhaltet.
- Integration: Er schließt die Lücke zwischen den lokalen Verbundtarifen und dem Fernverkehr.
- Infrastruktur und Takt: Der Metropolexpress (MEX)
Das Ziel von bwegt ist ein verlässlicher Taktverkehr. Ein Highlight ist die Einführung der Metropolexpress-Züge:
- Diese verbinden die Regionen sternförmig mit dem Stuttgarter Knoten.
- Taktung: In den Hauptverkehrszeiten fahren diese Züge oft im 30-Minuten-Takt, was das Pendeln ohne Auto deutlich attraktiver macht.
- Fokus auf Nachhaltigkeit und Komfort
bwegt setzt stark auf die Modernisierung der Flotte. Das bedeutet für dich als Fahrgast:
- Ausstattung: Fast alle Züge im bwegt-Design bieten kostenloses WLAN, Steckdosen und eine Klimatisierung.
- Barrierefreiheit: Ein Fokus liegt auf dem barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe und dem Einsatz von Niederflurfahrzeugen für leichteres Einsteigen.
- Radfahren: Die Marke fördert die Kombination von Rad und Schiene (z.B. durch Rad-Reise-Planer).
- Wer steckt dahinter?
Hinter bwegt steht das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft NVBW. Das Land schreibt die Streckenpakete aus, definiert die Qualitätsstandards und „mietet“ quasi die Dienstleistung der Bahnbetreiber an.
Zusammenfassend: bwegt ist der Versuch, den Nahverkehr in Baden-Württemberg aus der Nische zu holen und ihn modern, gelb und vor allem nutzerfreundlich zu gestalten.
Möchtest du mehr über ein bestimmtes Streckenprojekt wissen, oder planst du eine Reise und brauchst Tipps zum bwTarif?


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