
Sonntags-Mission nach Köln: Postbotendienst mit BlueMoon und Gedanken zur Bahnkrise 🚴♂️📦🏛️
Die Post ist heutzutage leider auch nicht mehr das, was sie einmal war – und wenn Briefe termingebunden sind, verlässt man sich am besten auf das verlässlichste Verkehrsmittel der Welt: das eigene Fahrrad! Meine Frau hatte wichtige Post für das Erzbistum Köln, die pünktlich ankommen musste. Damit war die sonntägliche Mission klar umrissen: Ab in den Sattel und ab in die Domstadt!
Kurierfahrt mit Überkapazität 🚲📦
Für diesen Auftrag habe ich mir mein Bullitt-Lastenrad BlueMoon geschnappt. Zugegeben: Um nur ein paar Briefe von Kerpen nach Köln zum Erzbistum in der Nähe des Hauptbahnhofs zu transportieren, war das Cargo-Bike volumenmäßig vielleicht ein klein wenig überdimensioniert. Aber der Komfort, die Straßenlage und das Fahrgefühl auf der Langstrecke sind mit dem Lastenrad einfach unschlagbar. So wird aus einem Botengang ein rundum gelungener Sonntagsausflug!
Ein Herzlicher Empfang an der Aachener Straße 💖🏟️
Mein Weg führte mich gewohnt flüssig über die Aachener Straße Richtung Innenstadt. Kurz vor dem RheinEnergieSTADION gab es wieder einmal eines meiner absoluten Lieblingsdetails bei der Einfahrt nach Köln zu bewundern. Die große Anzeigetafel über der Straße begrüßte die Ankommenden mit dem Spruch: „Jemand liebt dich! Fahr vorsichtig“ – garniert mit einem dicken roten Herz.

Ich muss ehrlich sagen: Das ist für mich jedes Mal wieder ein echter Hingucker. Was für eine herzerwärmende und schöne Begrüßung, wenn man auf zwei Rädern in die Stadt rollt!
🔍 Hintergrund-Recherche: Nudging im Straßenverkehr
Woher kommt die Herzensbotschaft?
Die Anzeige an der Aachener Straße ist Teil einer Initiative des Kölner Verkehrsmanagements. Die Stadt nutzt ihre digitalen Vario-Tafeln, auf denen sonst Staus oder Umleitungen stehen, zur sogenannten Grundsteuerung. Der Spruch „Jemand liebt dich. Fahr vorsichtig!“ (zusammen mit Klassikern wie „Kumm joot aan, mer bruche dich!“) beruht auf einem Vorbild der österreichischen Autobahngesellschaft ASFiNAG. Aus psychologischer Sicht setzt die Stadt Köln hier auf sanften Verhaltensanstoß (das sogenannte „Nudging“): Statt mit erhobenem Zeigefinger, Verboten oder Bußgeld-Drohungen zu agieren, soll durch eine positive, emotionale Botschaft das Verantwortungsgefühl gestärkt und für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr geworben werden.
Blick auf die Schiene: Kölner Hilfe für die Bonner Bahnkrise 🚊💥

Wenig später zog eine Kölner Stadtbahn an mir vorbei – und meine Gedanken schweiften kurz ab zur aktuellen ÖPNV-Krise in unserer Nachbarstadt Bonn. Dort ist die Situation derzeit ja wirklich dramatisch: Wegen massiver technischer Störungen an den Fahrzeugen ist fast die gesamte Bonner Stadtbahnflotte lahmgelegt. Köln hilft sogar schon aus und hat Stadtbahnen nach Bonn verliehen! Dennoch sah ich beim Vorbeifahren am Depot am Stadion noch einige Wagen stehen.

🔍 Hintergrund-Recherche: Warum der ÖPNV in Bonn derzeit steht
Was steckt hinter der Bonner Stadtbahn-Krise?
Bei einer Routinekontrolle der Stadtwerke Bonn (SWB) wurden an den Fahrgestellen der Stadtbahnwagen Anzeichen von vorzeitiger Materialermüdung festgestellt. Um Sicherheitsrisiken konsequent auszuschließen, mussten 60 der insgesamt 75 Bonner Stadtbahnen auf einen Schlag aus dem Verkehr gezogen und zur Intensivprüfung in die Werkstatt geschickt werden. Da der Bonner Nahverkehr damit fast lahmgelegt war, sprangen die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) unbürokratisch ein: Sie liehen den Nachbarn kurzfristig 20 Kölner Hochflur-Bahnen aus. Möglich war das nur, weil in den Sommerferien der Schülerverkehr ruht. Dennoch führt das Ausleihen auch in Köln zu Einschränkungen – so fährt etwa die Linie 5 nur mit Einzelwagen. In Kombination mit Dauerbaustellen im Straßennetz zeigt dieser Fall eindrücklich, wie verwundbar der schienengebundene ÖPNV ist und warum das Fahrrad oft die rettende, ausfallsichere Alternative bleibt!
Passend dazu gab es diese Woche in der Aktuellen Stunde im WDR eine herrliche Anmoderation zur Lage in Bonn. Sinngemäß hieß es dort: Wenn die Nordbrücke gesperrt ist und die Stadtbahn komplett steht, bleibt das Fahrrad schlichtweg das verlässlichste und zunehmend vorherrschende Verkehrsmittel.
Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Für die Bonner mag das eine neu gewonnene Erkenntnis in der Not sein – für mich (und doch sicher für euch alle hier!) ist das Fahrrad ohnehin seit jeher die Nummer eins.
Ein Brief steckt mittlerweile sicher im Briefkasten des Erzbistums, BlueMoon hat die Kilometer gewohnt souverän abgespult, und ich bin wieder einmal mit dem besten Gefühl der Welt durch das Rheinland gerollt. Dennoch wiederholt sich die Mission heute, denn ein Briefkasten befand sich hinter der Eingangstür und war am Sonntag für mich nicht zu erreichen. Also, vielleicht gibt es morgen noch einen Beitrag über eine Fahrt nach Köln.
Euer Axel! 🖐️⚙️


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