In letzter Zeit bin ich immer häufiger mit dem Rad von mir zu Hause zu meiner Familie nach Langenfeld unterwegs. Es ist eine reine One-Way-Strecke – keine Rundfahrt – mit extrem unterschiedlichen Abschnitten, die jeweils ihre ganz eigenen Tücken, Schönheiten und Taktiken erfordern. Da ich in den vergangenen Wochen wieder ein paar neue Ausweichrouten und praktische Abkürzungen entdeckt habe, nehme ich euch heute mit auf die gesamte Etappe!
Horrem & L 161: Das Frust-Nadelöhr am Start 🚧
Los geht es direkt vor der Haustür mit dem kleinen Anstieg Richtung Königsdorf. Hier beginnt sofort das erste Ärgernis: Der Radweg ist voll von Rissen, Schlaglöchern und Absätzen.

Seit Jahren ist das für mich und viele andere ein Dauerfrust. Das Schlimme: Selbst als Straßen.NRW die Fahrbahn daneben saniert hat, blieb der Radweg unangetastet.
Genau dasselbe Schicksal blüht jetzt dem weiteren Verlauf entlang der L 161 Richtung Frechen-Königsdorf. Im Zuge der Inbetriebnahme des neuen Kreisverkehrs an der Autobahnabfahrt hinter der Kohlebrücke wird zwar die Straße erneuert, der dringend sanierungsbedürftige Radweg jedoch nicht! Dabei fahre ich diesen Weg seit über 15 Jahren und kenne den Zustand genau: Längs- und Querrisse, Aufplatzungen durch Hitze und Kälte sowie Wurzelaufbrüche. Da der Radweg auf der gegenüberliegenden Seite seit Jahren gesperrt ist und verfällt, müsste der nördliche Weg dringend saniert werden. Straßen.NRW hat dem ADFC Rhein-Erft zwar schriftlich mitgeteilt, dass hier nichts geplant ist, aber ich hoffe sehr, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist!
Über die K 5 und durch den Kölner Nordwesten 🌾🚦
Weiter geht es im Wesentlichen auf meinem ehemaligen Arbeitsweg: Vorbei an der Brauweiler Windmühle, über die glücklicherweise zurückgebaute ehemalige K 5 und weiter durch Widdersdorf – ein wirklich schönes Stück zu fahren.
Am Kreisverkehr hinter der Autobahn, kurz vor dem WDR-Gelände, biege ich nach links ab Richtung Venloer Straße. Hier wartet eine doppelte Gefahrenstelle: Da es keinen Radweg gibt, fahre ich auf der Fahrbahn und muss die Gegenfahrbahn kreuzen, um zur Fußgängerampel zu gelangen. Das ist gefährlich, weil Abbieger von der Venloer Straße oft mit hohem Tempo auf diese Fahrbahn einbiegen. Auch der Überweg selbst ist tückisch: Fußgänger:innen und Radfahrer:innen haben zeitgleich mit den abbiegenden Autos Grün. Viele Autofahrer:innen raffen überhaupt nicht, dass hier Radverkehr quert. Erst gestern musste ich einer Fahrerin einen lauten Brüll hinterherjagen, ehe das nächste Auto glücklicherweise anhielt.

Als Ausweichroute für den völlig kaputten Radweg am Militärring fahre ich anschließend durch Pesch und Seeberg.

Eine gemütliche und schöne Strecke! Man teilt sich die Straße zwar oft mit dem Autoverkehr, aber im Wohngebiet bei niedrigem Tempo ist das absolut entspannt.


Fühlinger See, Rheinüberquerung & Baustellen-Rallye 🌉🏗️
In Seeberg geht es am Fühlinger See entlang. Ein Teilstück ist hervorragend ausgebaut, danach wird es etwas holprig. Es folgt die Auffahrt zur Leverkusener Brücke: Der Weg dorthin ist durch einen kleinen Absatz baulich von den Fußgänger:innen getrennt, aber extrem eng, holprig und mühsam zu befahren.

Ein Quantensprung ist dann die Auffahrt und der Radweg auf der neuen Leverkusener Rheinbrücke selbst! Breiter Asphalt, fantastischer Belag und stark frequentiert von vielen Radfahrer:innen. Die Fahrt über den Rhein ist immer wieder ein Erlebnis – aktuell herrscht bei gut gefülltem Fluss wieder reger Schiffsverkehr.

Drüben angekommen, beginnt die Baustellen-Rallye unter den alten und neuen Brückenbauwerken hindurch Richtung Neuland-Park.

Durch enge, tunnelartige Absperrungen geht es mitten durch die Mega-Baustelle. Das ist jedes Mal aufregend, weil sich die Streckenführung ständig ändert!

Inzwischen habe ich eine tolle Abkürzung direkt in den Neuland-Park gefunden: Zwar muss man die eine oder andere Ampel mitnehmen,

spart sich aber das Herumkurven vor der Wacht am Rhein und die extrem steile Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Der Neuland-Park selbst ist wunderschön, auch wenn der Radweg dort durch Wurzeln ziemlich aufgebrochen ist.

Idylle an der Dhünn & Rast am Mühlengraben 🌳🥤
Nach der Baustellen-Rallye rollt es entspannt an der Dhünn entlang durch einen grünen Gürtel an Leverkusen-Bürrig vorbei nach Norden.

Hier habe ich früher schon mal gerne Rast gemacht und zu Mittag gegessen, aber mittlerweile habe ich ein neues Lieblingsplätzchen entdeckt: Eine Parkbank mitten im Wald am Reuschenberger Mühlengraben. Dort habe ich gestern eine wunderbare Pause eingelegt und die Stille genossen!

Von dort geht es entlang der Hardter Straße schließlich Richtung Langenfeld. Auf Leverkusener Gebiet bin ich auf der linken Seite geblieben – bevor der Radweg endet und man die Straßenseite wechseln muss –, was mir noch einen herrlichen Schnappschuss auf die Wupper beschert hat.

Impressionen & Nachfahren 📸🗺️
Die Bilder in diesem Beitrag habe ich mit meiner Insta360-Kamera aufgenommen, das Wupper-Foto stammt vom iPhone. Die komplette Strecke mit allen Details findet ihr auf Komoot.
Vermutlich werden die wenigsten von euch exakt dieselbe Start-Ziel-Kombination haben, aber viele Teilstücke sind es absolut wert, nachgefahren zu werden!
Viel Spaß beim Ausprobieren und gute Fahrt!
Euer Axel! 🖐️⚙️


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