🚴♂️ Abbruch, Umkehr & Entdeckungsfahrt: Warum ich Hammelburg verpasste und das Schloss Aschach entdeckte
Am gestrigen Freitag wäre eigentlich eine Fahrt nach Hammelburg fällig gewesen – die Stadt firmiert hier unter dem klangvollen Titel „älteste Weinstadt Frankens“. Ich kenne sie, allerdings nur dem Namen nach und nicht dem Erleben nach, noch aus meiner Bundeswehrzeit als Standort eines Truppenübungsplatzes.
Ich sollte Hammelburg aber gar nicht erreichen.
Zwar hatte ich mir mit dem Bikerouter eine Strecke zurechtgelegt und hatte gehofft (aber nicht kontrolliert), komplett über Asphalt geführt zu werden. Bald merkte ich aber, dass der Modus „Trekking – wenig Verkehr“ bei Bikerouter zwar auch zu Asphalt tendiert, im Zweifel eben aber auch unbefestigte Wege verwendet.
„Im Zweifel“ hieß gestern: entweder über den Saale-Radweg oder über die Bundesstraße (die keinen Radweg hat). Im Trekking-Modus entscheidet sich der Bikerouter für den Saale-Radweg, im Rennrad-Modus für die Bundesstraße. Beides war für mich unter den gegebenen Bedingungen keine Option. Der Saale-Radweg, das hatte ich ja am Vortag herausgefunden, ist in dem Abschnitt zum großen Teil Matsch. Die Bundesstraße wiederum ist aufgrund der Blechkisten-Invasion nicht mit dem Rad auf der Fahrbahn befahrbar – jedenfalls nicht im Urlaub.
Und so drehte ich schon ziemlich rasch um, als ich an diesem Scheideweg stand.
Zur Erinnerung: Bikerouter hatte geplant, OsmAnd zeigte auf dem Handy an. Und jetzt wurde es interessant: Ich drehte zwar um, aber ich fuhr nicht nach dem geplanten Track, sondern nach den Elementen, die auf der OsmAnd-Karte angezeigt wurden.
Es ging in Richtung Norden, und erst einmal verlief der dort angezeigte Saale-Radweg (der oft übergangslos, zumindest auf der Karte, in den Rhön-Radweg übergeht) auf Asphalt. Es ging – und das war interessant – am Flugplatz von Bad Kissingen vorbei, mit einem richtigen Tower und allem Zipp und Zapp, so wie es aussah aber mit einer Graspiste. Weiter ging es in Richtung des Ortes Hausen über eine Straße, deren Decke zwar zunehmend schlechter wurde, aber immer noch gut zu befahrbar war.
Im nächsten Ort machte ich noch einmal einen Versuch, dem Saale-Radweg zu folgen, der die Straße verließ. Aber: Nein danke, dann doch lieber über die Straße weiter! Allerdings entgeht man auch da den unbefestigten Wegen nicht ganz. Entlang der Straßen oder in der offenen Prärie sind sie dann – obwohl es morgens noch einmal ordentlich geschüttet hatte – nicht mehr so matschig.
In Aschach wartete dann ein echtes Highlight: das Schloss Aschach. Es liegt auf dem Hügel, ist aber über eine nicht zu steile Rampe gut zu erreichen und insgesamt befahrbar. So erlebte ich im Schlosshof, wie sich eine Blaskapelle redlich, aber vergeblich abmühte, schräge Töne zu vermeiden. Dem ehrwürdigen Gebäudekomplex wird es nichts ausgemacht haben – ich suchte dann aber doch lieber das Weite.
Weiter ging es nach Norden in Richtung Bad Bocklet, das eines der „Mit-Bäder“ hier in der Gegend ist. Hier ist auf der Karte eine Strecke als „MR“ („Vom Main zur Rhön“-Radweg) ausgezeichnet. Die Abschnitte mit dieser Bezeichnung haben in dem Bereich zwar auch eine „verdichtete“ Oberfläche, diese ist aber gut ausgebaut und nicht matschig. So ging es nach Bad Bocklet, sogar darum herum und dann auf einer leicht nach Osten versetzten Route bis Kleinbrach zurück, wo es zu meinem Hinweg keine wirklich gute Alternative gab.
Das änderte sich kurz vor dem Flugplatz, wo ich wieder nach Osten wegschwenkte, um entlang der Saale auf einer Art Promenade in den Ort zurückzufahren. Noch ein Stück durch die Stadt, ein kleiner Abstecher zum Shopping und schließlich zurück ins Hotel.
Das war insgesamt eine wirklich schöne Fahrt, bei der ich rein „nach Karte“ fuhr. OsmAnd ist hier total klasse, weil die gekennzeichneten Radwege als bunte Linien angezeigt werden, nach denen man fahren kann, gleichzeitig aber auch Alternativrouten sieht, wenn es mal zu arg wird.
Ein dickes Like dafür! Aber mit einer kleinen Einschränkung: OsmAnd frisst, zumindest auf meinem iPhone, einfach den Akku weg. Selbst wenn ich das Mobilfunknetz ausschalte (was ja geht, da OsmAnd vollständig offline arbeitet), flutscht der Strom irgendwie weg. Mal sehen, ob ich das noch anders als durch eine Powerbank gelöst bekomme. Wenn, erfahrt Ihr es, wie üblich, als Erste‼️
Meine Fahrt im Coros Flyover gibt es hier:
Und Komoot zeigt auch viele Bilder:
Und alle Bilder gibt es im Google Fotoalbum:
https://photos.app.goo.gl/BY4btph4DPi2YYNY8
Viel Spaß damit! Schreibt mir mal, wie Ihr das findet!


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