🚴‍♂️ Im Schatten des Giganten: Meine Blicke auf das Bayer-Kreuz
Wer bei uns in der Region unterwegs ist – ob auf den Wegen entlang des Rheins, durch Leverkusen oder von den Anhöhen des Bergischen Landes – dem begegnet es früher oder später fast immer: das Bayer-Kreuz. Das heutige leuchtende Wahrzeichen thronet im Chempark nahe der Kaiser-Wilhelm-Allee und der Friedrich-Ebert-Straße im Stadtteil Wiesdorf.
Wie oft habe ich schon den Lenker herumgerissen, um diesen gigantischen Orientierungspunkt aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit der Kamera einzufangen! Für uns Radfahrer ist die stählerne Silhouette über den Dächern ein vertrauter Begleiter. Doch als ich neulich im Kölner Stadt-Anzeiger auf einen spannenden Bericht des Opladener Geschichtsvereins stieß, wurde mir klar: Die Geschichte hinter diesem Giganten ist noch faszinierender – und historisch viel vielschichtiger –, als man beim Vorbeiradeln ahnt.
🏛️ Die Ur-Version: Noch größer als heute
Das Kreuz, das wir heute vom Sattel aus sehen, ist nämlich gar nicht das Original. Schon am 20. Februar 1933 strahlte das erste Bayer-Kreuz über Leverkusen. Und es war eine technische Sensation von gigantischem Ausmaß:
- 72 Meter Durchmesser: Das erste Kreuz war noch um einiges größer als das heutige Bauwerk.
- 2.200 Glühbirnen: Freihängend zwischen zwei riesigen Fabrikschornsteinen montiert, leuchtete es weithin durch die Nacht.
- Sichtweite: Laut Ausschreibung sollte die Aufschrift bei normalem Wetter im Umkreis von 7 Kilometern problemlos lesbar sein!
📜 Geschichte im Wandel der Zeit
Spannend ist auch der historische Hintergrund: Entwickelt von Ingenieur Max Haase fĂĽr rund 65.500 Reichsmark, fiel die Einweihung durch den damaligen I.G.-Farben-Aufsichtsratschef Carl Duisberg genau in die dunkle Epoche der Machtergreifung 1933. Die Geschichte des Industriegiganten verwebte sich in den Folgejahren eng mit den politischen UmbrĂĽchen der Zeit.
Das riesige Ur-Kreuz leuchtete allerdings gar nicht lange: Schon am 1. September 1939 – dem ersten Tag des Zweiten Weltkriegs – musste die Anlage wegen der strikten Verdunkelungsvorschriften dauerhaft abgeschaltet werden. 1944 wurde das Netz schließlich komplett demontiert. Erst 1958 erblickte das heutige, etwas kompaktere Nachfolgemodell das Licht der Welt.
📸 Fotospots am Wegesrand
Wenn man all diese historischen Fakten im Hinterkopf hat, bekommt die gewohnte Radstrecke gleich eine ganz andere Tiefe. Bei meinen Ausfahrten verleitet mich das Bayer-Kreuz immer wieder zu kleinen Stopps. Meine Lieblings-Perspektiven vom Sattel aus:
Vom der Leverkusener Brücke: Aus der Entfernung bei Nacht mit den Industrieanlagen: Gänsehaut Feeling! Siehe Titelbild des Beitrages!
Und hier noch weitere EindrĂĽcke:




Es zeigt sich einmal mehr: Wer mit offenen Augen radelt, entdeckt hinter jedem bekannten Fotomotiv ein StĂĽck Industriegeschichte.
Transparenzhinweis:
Dieser Beitrag ist vollkommen unabhängig, werbefrei und aus eigener Initiative entstanden. Es bestehen keine wirtschaftlichen Verbindungen oder Kooperationen mit der Bayer AG, dem Opladener Geschichtsverein oder dem Kölner Stadt-Anzeiger.


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