
Aber erst einmal von vorne. Nachdem ich am Sonntag in der Notaufnahme im Krankenhaus in Bergheim nicht geröntgt worden war, suchte ich am Montagmorgen nach einer Möglichkeit, das nachzuholen. Nach ein paar Telefonaten war klar, dass es in die chirurgische Praxis nach Sindorf ging. Dort erhielt ich dann die Diagnose, dass mein kleiner linker Finger gebrochen ist. Die Empfehlung war, in die Handchirurgie nach Frechen zu fahren. Und dort einen Operationstermin zu erhalten. Dafür bekam ich dann eine hübsche Gipsschiene um die linke Hand.Nach Sindorf war ich noch mit dem Skorpion gefahren. Und zurück natürlich auch. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dies meine beiden letzten Radfahrten für dieses Jahr sein sollten.

In Frechen ging zunächst einmal niemand ans Telefon. Deswegen entschloss ich mich dazu, einfach hinzufahren. Für eine weitere Radfahrt war mir das zu weit, außerdem wusste ich nicht, ob die mich nicht gleich dabehalten würden. Und meinen Skorpion irgendwo im Gewerbegebiet in Frechen Rumstehen zu haben, daran wollte ich lieber gar nicht denken.
Also bemühte ich die App mobil.NRW um mir eine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln herauszusuchen. Und siehe da, das funktionierte ganz gut. Ein paar Meter von meinem Haus entfernt fährt die Buslinie 960 ab und die fährt nach Frechen zum Rathaus. Von dort aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Ärztehaus an der Alfred-Nobel-Straße zu erreichen. Ich wählte die Buslinie 965, die nur ein paar Minuten und 2 Haltestellen braucht. Die hält unmittelbar vor dem Ärztehaus. Also überhaupt kein Problem. In der Praxis eröffnete man mir dann, dass ich Dienstag morgen um Viertel vor 8 wieder da sein und mich dem Arzt vorstellen sollte. Am gleichen Tag würde nichts mehr gemacht werden. Ich dachte, blöd, das hätten die mir eigentlich auch am Telefon sagen können. Aber da war ja niemand dran gegangen. Also hieß es: das Beste aus der Situation machen!
Ich ging zurück zum ZOB Frechen in der Innenstadt und entdeckte, dass es eine Schnellbuslinie 91 zum ÖPNV Verknüpfungspunkt Weiden West gibt. Den Bus nahm ich und fuhr zu dem Bahnhof am Stadtrand von Köln, an dem die S-Bahn und die Stadtbahn aufeinandertreffen. Das traf sich gut, denn in unmittelbarer Nähe befindet sich der Clarenhof, an dem ich schon mal unsere Äpfel kaufe. Und da wir etwas knapp waren, nutzte ich die Gelegenheit, ging die paar Meter und kaufte Pinova und Wellant Äpfel. Paste also alles aufeinander.
Zugegeben, als ich dann noch vom Bahnhof in Horrem nach der S-Bahnfahrt nach Hause ging, war ich schon einigermaßen erschöpft. Mein Körper hat neben dem Schnitt über dem Auge und dem gebrochenen kleinen Finger noch ein paar kleine Blessuren von dem Sturz, die auf die Dauer auch Nerven und Energie kosten. Also zuhause schön gemütlich in den Sessel, die Beine hoch und ausgeruht. In Sindorf morgens hatte man mich für Montag und Dienstag krankgeschrieben, deswegen musste ich auch nicht mehr zur Arbeit. Der Tag war somit gelaufen. Zu viel mehr hätte ich auch keine Energie mehr gehabt.

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