Take a ride on the wild side

Wenn es einfach wäre-bräuchte man diese Tipps ja nicht!

Am Donnerstag sollte es nach Düsseldorf gehen, eine der letzten Amtshandlungen für den ADFC Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr. Ziel war das Dienstgebäude des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr am Emilie-Breyer-Platz in Düsseldorf. Bekanntermaßen bin ich momentan wieder gut zu Auto noch zu Rad, also war ich auf die öffentlichen Nahverkehrsmittel angewiesen. Dabei gibt es eine sehr gute Verbindung direkt von dem Ort, in dem ich wohne, nach Düsseldorf, nämlich den RE1. Das ist einer der Züge, die als Rhein Ruhr Express (RRX) verkehren und vom Anbieter National Express betrieben werden, der die Linie in einem Notverfahren von dem bankrotten Unternehmen Abellio übernommen hatte. Der RE1 verkehrt zwischen Aachen und Hamm.

Also, am Donnerstag Morgen hatte ich vor, genau diesen RE1 zu nehmen, entweder um 07:13 Uhr oder 07:28 Uhr, beide hätten gereicht, um vor neun, dem geplanten Start der Veranstaltung im MUNV, da zu sein. Entsprechend der Ratschläge der Deutschen Bahn schaute ich auch brav um halb sieben in meine App und sah, dass alles planmäßig fuhr.

Also kurz vor sieben mit dem Bus zum Bahnhof, da ich noch etwas Zeit hatte, ging ich in die Bahnhofshalle – und sah was auf der Anzeige: Beide Züge fielen aus (siehe Titelbild)! Später gab es eine Information, dass in Eschweiler, das ist einer der Bahnhöfe auf der Strecke, ein Notarzt Einsatz war, das war wohl der Grund für den Ausfall.

Also, wie jetzt weiter? Jetzt kommt mein erster Tipp ins Spiel, nämlich die App mobil.nrw.

Die benutze ich seit einiger Zeit, weil sie hersteller- und anbieterunabhängig alle Situationen im ÖPNV in NRW abdeckt. Man findet alle Verbindungen und bekommt alle Tickets, die dann auch in der App gespeichert werden. So suchte und fand ich eine Ersatzfahrt. Mit der nächsten S-Bahn nach Köln, dann von dort weiter mit einem zu meinem Glück hoffnungslos verspäteten RE5 (auch ein National Express RRX Zug). Mithilfe einer U-Bahn U78 in Düsseldorf würde ich es dann noch gerade so schaffen.

So war es dann auch. Ich schaffte meinen Termin und freute mich, dass ich dank mobil.nrw mein Ziel doch noch pünktlich erreicht hatte.

Dabei möchte ich gleich noch meinen zweiten Tipp anbringen: das Deutschlandticket! Das ist wirklich genial, vor allem auch, wenn man es wie ich als Jobticket noch einmal deutlich ermäßigt bekommt. Keine Tarifgrenzen, keine Sorge um Anschlusstickets am Zielort, keine neuen Tickets für die Rückfahrt. All inklusive. Richtig geil. Man verliert keine Zeit mehr an Ticketautomaten, muss nicht mit Kleingeld rumhantieren, fährt richtig entspannt, selbst wenn die Fahrten selber nicht so gut laufen. Es gibt einem mehr als ein gutes Gefühl.

Irgendwann dachte ich: warum hat nicht jeder ein Deutschlandticket? Fürs ganze Jahr? Für 365 EUR. Als Pflicht? Ich glaube, das wäre die Verkehrswende.

Reden wir noch über die Rückfahrt. Diesmal ging ich zu Fuß vom Ministerium zum Hauptbahnhof, schließlich hatte ich Zeit und es regnete mal einen Moment nicht. Ich genoss den Gang durch die verbotene Stadt, denn ich entdeckte sie ein wenig. Ich kenne Düsseldorf nur sehr partiell und verfahre mich immer noch regelmäßig, wenn ich mit dem Rad hin fahre. Aber zu Fuß ist alles recht einprägsam.

Am Bahnhof fiel wieder einmal ein RE1 aus (mein Tipp für das nächste Wort des Jahres: fälltheuteaus). Diesmal half aber schon die Anzeige auf dem Bahnsteig. Ein RE5 richtete es wieder und die S 19 nach Horrem. Das ging dann doch alles ganz flott.  

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