
Sonntag noch mal zur Messe Essen, davon wird noch die Rede sein. Gegen halb drei hatte ich alles gesehen, gekauft und probegefahren. Ich hatte mein Gepäck nicht in meinem Hotel, das übrigens hervorragend und auch nur fünf Minuten weg von der Messe war, gelassen, sondern an der Garderobe abgegeben. Also her damit und aufs Rad.
Die Strecke führte strikt nach Süden, noch ein Stück durch Essen und dann in Richtung Ratingen. Dort wartete zwischen Kilometer 12 und 14 eine krasse Steigung, die nicht nur meinen Beinmuskeln, sondern auch Icletta und dem Elektromotor alles abverlangte. Ich bin das ja auch schon mal mit Bluemoon gefahren, im Vergleich dazu war das jetzt ein Flug.
Das Stück den Berg hinauf ging über recht gute asphaltierte Feldwege bzw. schmale Straßen, ansonsten waren die Radwege bis in diese Gegend hinein eine Katastrophe. Das zieht sich wirklich durchs ganze Ruhrgebiet, Radfahren ist dort nicht schön. Auch wenn es viel zu sehen gibt. Aber ich musste auch immer auf die Wege achten, selbst auf dem Dreirad, und das verleidete mir einiges.
Im Düsseldorfer Norden machte mein rechter Vorderreifen schlapp, im wahrsten Sinne des Wortes. Es war aber nicht einer der Millionen Glassplitter, durch die ich unvermeidlich hindurchgefahren war, sondern so etwas wie ein Dorn, den ich im Mantel entdeckte und der sich wohl unter Druck in den Schlauch gebohrt hatte. Den Vorderreifen wechseln ist bei einem Dreirad nicht so schwierig, weil man das Rad nicht abmontieren muss. Ich hatte einen Ersatzschlauch und Reifenheber dabei und somit gelang es gut. Allerdings hatte meine Pumpe Schluckauf. Aber auf einmal stand eine Frau mit einer Standpumpe vor mir. Sie hatte mir ihrem Mann vom Balkon aus beobachtet, wie ich mich abmühte und ein Herz. Ruck zuck war der Reifen aufgepumpt, und nachdem ich ihr gedankt und meinen Pröll in einem nahegelegenen Papierkorb entsorgt hatte, ging es wieder aufs Rad.
Aber nur für ein paar Meter, dann trank ich in einem Café noch einen Kaffee und aß ein Stück Kuchen.
Bei wunderschönem Wetter fuhr ich ohne Jacke, nur mit einem Pulli bekleidet, in den Sonnenuntergang nach Hause. Es war warm sogar noch, als die Sonne schon unterging. Meine Reise hatte durch Reifenwechsel und Kaffeetrinken etwas länger gedauert als geplant. Aber ich kam nach einer schönen und raschen Fahrt entspannt zu Hause an. Und hatte noch Kraft, das Wochenende zu würdigen.
Die Fahrt war etwas über 70 Kilometer lang. Routenplanung und Navigation wie immer mit Komoot. Hier könnt Ihr Details sehen:
Dank Elektroantrieb vollkommen problemlos trotz ziemlich was an Gepäck, dank Dreirad vollkommen sicher. So ist Radfahren Mobilität. Für alle.

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