
Von drei Elementen meines eigenen Konzeptes zur Selbstachtsamkeit und Selbstwirksamkeit will ich heute in diesem Blogbeitrag am Beispiel meines Jahres 2024 berichten. Es gibt noch mehr, aber das passt nicht in diesen Blog. Ich habe noch einen zweiten Blog in der Pipeline, aber den werde ich erst nach meiner Rente, also nächstes Jahr ausrollen können. Vielleicht werden Tattoos, Klamotten und mein Technik-Anwenderfimmel nicht so lange warten können, dann werde ich sie passend auch hier einstreuen, aber jetzt geht es erst einmal um Radfahren, Krafttraining und mein Gewicht. Also um ziemlich körperliche Dinge.
Radfahren
Das Radfahr-Jahr 2024
Nun, dieser Blog handelt von Radfahren. Aber um ihn schreiben zu können, muss ich auch Rad fahren. Eigentlich ist es umgekehrt: weil ich Rad fahre, muss ich diesen Blog schreiben. Aber lassen wir dieses Henne/Ei Problem einen Moment zur Seite. Und ich schreibe über mein Radfahr-Jahr.
Das begann ohne „richtiges“ Radfahren. Ich war ja vor Weihnachten gestürzt, hatte mir einen Finger gebrochen und musste eine Schiene tragen. Das Lenken eines Fahrzeuges ist dann verboten uns so musste ich zuerst einmal zur Befriedigung meiner körperlichen Achtsamkeit zu Fuß gehen, was ich durchaus als Ersatz für das Radfahren „betrieben“ und mir die Kilometer gutgeschrieben habe. Aber schon am 05.01. saß ich zum ersten Mal auf einem Matrix im Fitness Point Horrem (von dem noch die Rede sein wird) und strampelte im Indoor-Modus. Und den musste ich, auch auf meinem Tomahawk zu Hause, fortführen, bis ich am 21.01. zum ersten Mal Icletta bewegen konnte, mein neu (gebraucht) erworbenes Liegedreirad, ein ICE Adventure HD. Auf dem Teilchen konnte ich meine Angst vorm Aufrechtrad-Fahren, insbesondere Rennradfahren nach dem Sturz, total kompensieren. Und es machte mir durch den Elektroantrieb, auch leicht, wieder ins Radfahren hineinzukommen nach der doch relativ langen Pause.
Erst am 11.02. fuhr ich wieder ein Rad ohne Elektroantrieb, und das war mein zweites Liegerad, der Blaue Skorpion, mein HP Velotechnik Scorpion. Und so ging das weiter bis zum 10.04. dann fuhr ich anlässlich meiner ersten Veedelstour zum ersten Mal mein aufrechtes Ortler. Bis dahin war ich schon 4.550 Kilometer auf drei Rädern und Indoor-Rädern gefahren. So war bis dahin noch kein Jahr verlaufen. Aber es war so, wie ich es brauchte, und zugegeben, wie ich es mir leisten kann. Denn Icletta war ja schon n+1 (na ja, eigentlich n+x) und die Kilometer in der Muckibude sind auch nicht gerade umsonst.
Irgendwann stieg ich dann auch wieder aufs Rennrad und der Sommer verlief ganz „normal“ und dann auch lange Strecken komplett auf zwei Rädern. Icletta war kaputt und wurde erst wieder in den Winter hinein repariert, der Skorpion bietet bei gutem Wetter gegenüber einem Renn- oder Gravelbike eben keinen Vorteil.
Ende des Jahres ging es dann wieder zunehmend auf drei Räder, nachdem all boys back in town waren.
Wie Ihr im nachstehenden Absatz sehen könnt, war Icletta, mein elektrisch unterstütztes Liegedreirad, mein mit Abstand am meisten bewegtes Rad in 2024, deswegen gebührt ihm auch das Titelbild dieses Beitrages!
Statistik
So kamen in diesem Jahr auch wieder knapp über 16.000 Kilometer, genau 16.022 einschließlich der 30 zu Fuß Kilometer zusammen, verteilt auf die Räder wie folgt:
Jeder Monat lag dieses Jahr über 1.000 Kilometer. Das habe ich bisher nur 2019 und 2020 so geschafft. Die Verteilung über das Jahr zeigt den wahrscheinlich für alle typischen „Sommerbuckel“ und sieht so aus:
In den letzten fünf Jahren bin ich in drei Jahren mehr und in einem weniger Kilometer als in 2024 gefahren. In den kumulierten Kurven sieht das so aus:
Dabei fällt auf, dass die 2024er (orangene) Kurve die „geradeste“ ist. Das liegt daran, dass es keine richtigen „Ausreißermonate“ gab, die in den Jahren zuvor vor allem durch die 24-Stunden Rennen mit mehr als 400 Kilometern an einem Tag oder den Trainings dafür zustande gekommen waren.
In 2024 war die maximale Tagesstrecke 180 Kilometer, die maximale Einzelstrecke 118 Kilometer, und das in verschiedenen Monaten. Das ist ungewöhnlich kurz, in den Jahren mit mehr Kilometern und den Knicken nach oben in der Kurve waren immer auch Fahrten über 200 und 300 Kilometer dabei.
Was das genau im Sinne von durchschnittlichen Tagesstrecken bedeutet, auch im Vergleich zu den Vorjahren, habe ich nicht ausgewertet. Das ist auch etwas schwierig, weil ich in 2024 häufiger Strecken in der EXCEL zusammengefasst habe. Zum Teil auch, weil Icletta ja einen eigenen Kilometerzähler in der Steuereinheit der Elektrounterstützung hat, und ich damit nicht die einzelnen Strecken des Tages erfasst habe. Ich habe 735 Einträge in meiner EXCEL, die aber weder die Anzahl der Fahrten noch die Anzahl der Tage repräsentieren. Wenn ich die 16.022 durch die 366 Tage des Schaltjahres 2024 dividiere, kommen 43,78 Kilometer pro Tag raus. Das ist doch ganz schick, erst mal nachmachen!
Krafttraining
Das Krafttraining-Jahr
Über mein Krafttraining habe ich hier schon einmal gelegentlich berichtet. Ich habe es im Jahr 2023 im Juni begonnen. Damals, um insbesondere meine Oberkörper- und Beinmuskulatur für mein 24-Stunden Rennen in Kelheim in dem Jahr zu stärken. Bei den Beinen vor allem die Muskeln, die beim Radfahren etwas unterbemittelt bleiben. Ich hatte bei den langen Trainingsfahrten zuvor gemerkt, dass ab etwa 180 Kilometern auf dem Rad der Oberkörper langsam begann zu schmerzen ebenso wie alles rund ums Knie. Das verband ich mit unterentwickelten Muskeln an den Stellen und entschloss mich, diese zu trainieren.
Dazu wurde ich wieder Mitglied im Fitness Point in Kerpen Horrem. Es ist natürlich das beste Studio der Welt. Das bezieht sich auf die Ausstattung, aber auch auf das Personal, die Leitung durch den Inhaber Frank Wolf und seine Frau Lydia und das Publikum. Und vor allem auf die Öffnungszeiten an den Randzeiten des Jahres, die meiner Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf sehr entgegenkommen.
Ich trainiere fast jeden Tag und immer abwechselnd Oberkörper (1 Tag Schultern/Arme, 1 Tag Rücken/Brust), Beine und Mitte. Bauch ist jeden Tag mit einer oder zwei Übungen dabei. Der Modus ist Kraft-Ausdauer, also leichte bis mittlere Gewichte und mindestens 15 Wiederholungen, Bauch mindestens 20. Bis auf wenige Ausnahmen verwende ich keine freien Gewichte sondern die vielen Maschinen, die das Studio zur Verfügung stellt.
Statistik
Ab Juni 2023 habe ich in dem Jahr an 134 Tagen trainiert, in 2024 an 243 Tagen, das ist in beiden Jahren weit mehr als jeden zweiten Tag. So sieht das auf die Monate bezogen aus:
Ich erfasse alle Trainings mit der App „RepCount“, die auch Statistiken erzeugt. Das Gewicht der bewegten Gewichte hat sich in der gesamten Zeit so entwickelt:
Im Jahr 2024 so:
Insgesamt also ein deutlicher Trend nach oben. Die Ausreißer in der Mitte haben damit zu tun, dass ich da noch vier statt später drei Sätze pro Übung trainiert habe und eine zeitlang vor allem Übungen, bei denen schwerere Gewichte eher gehen. Aber ich will mit diesen Grafiken ja auch nur einen Trend darstellen.
Auch das: eher schick, gerne nachmachen! Und im Spiegel sehe ich es auch…..
Körpergewicht
So richtige Ziele, was mein Körpergewicht anbelangt, habe ich gar nicht. Im Großen und Ganzen pendelt mein Gewicht so um die 85 Kilogramm, das ist bei meiner Körpergröße ein BMI von rund 24 und damit voll ok. Ich habe immer mal ein Gewicht von 80 Kilogramm für meine Langstreckenfahrten angestrebt und auch mal punktuell erreicht. Aber da hörte es dann auf, selbstachtsam zu sein, denn das Abkochen dahin tat mir weder mental noch körperlich gut. Mein Gewicht aktuell halte ich durch die ganze Bewegung, fast schon gleichgültig, was und wieviel ich esse, wobei ich auch dabei achtsam und wirksam vorgehe und einfach nicht zu viel esse (und vor allem nicht viel kalorienhaltig trinke). Das klappt gut und in Verbindung mit dem Radfahren und dem Wuchten sind die Kilos auch noch einigermaßen dort auf den Knochen, wo sie sein sollen. Passt schon!
Ich wiege mich mit einer Soehnle Körperfettwaage (auch fast jeden Tag). Weil ich dieses Jahr einmal zurücksetzen musste, habe ich hier nur wenige Monate Werte, aber die sehen so aus:
In RepCount führe ich das auch mit, da sieht es dann über einen längeren Zeitraum so aus:
Fazit
Ich praktizieren Selbstachtsamkeit und Selbstwirksamkeit so, dass ich, eigentlich jeden Tag, von draußen drauf schaue. Auf meine Erlebnisse, indem ich diesen Blog schreibe, was im Wesentlichen meine mentale Aufstellung widerspiegelt. Auf die Auswirkungen auf meinen Körper, in dem ich Daten erfasse und gelegentlich auch einmal auswerte. Das ist dann schon eine zweite Perspektive. Nicht so sehr die Daten und Auswertungen selber sind dabei das Entscheidende, sondern die Befassung damit. Denn mit dieser Befassung befasse ich mich mit mir selber. Und das ist es, um was es geht. Mit sich selber umgehen. Und das ist im Wesentlichen auch, WARUMICHRADFAHRE.


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