
Am Freitag ging es ja nach Düren zur Critical Mass. Der Treffpunkt dort ist der Marktplatz. Das ist rund 25 Kilometer von meinem Haus entfernt. Die Fahrt geht fast geradeaus nach Westen durch den Nachbarort Sindorf und dann im Wesentlichen über den Bahnradweg, durch Buir, Merzenich und dann direkt in die Stadt.
Es war neblig und kalt, und ich war froh, mein Dreirad zu haben. Mein Dreirad, das ist ein ICE Adventure HD (HD steht für Heavy Duty). Denn das Dreirad ermöglicht mir, auch bei einem solchen Wetter, sorgenfrei loszufahren. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich mir sicher, dass das Rad aufgrund seiner breiten Silhouette sehr auffällig und sichtbar ist, natürlich kommen meine Fähnchen, die ich jetzt im Winter immer angebaut habe, und die exzellente Beleuchtung noch dazu. Aber insbesondere genieße ich, dass das Rad einfach nicht umfallen kann. Denn bei einem solchen Wetter wie Freitag droht immer irgendwo Glätte und außerdem sind auch an einigen Stellen noch Schneereste vorhanden, die nicht weggetaut sind. Klar, auch ein Dreirad kann rutschen und schlittern, aber das finale Unheil, das Umfallen, der Sturz, der ist praktisch ausgeschlossen. Und das passiert leider ja bei diesen Witterungs- und Straßenverhältnissen nicht selten und dann hat man es halt nicht mehr in der Hand, wie man stürzt und was man sich dabei antut.
Also fuhr ich gut gelaunt los und machte auf dem Weg auch noch eine witzige Entdeckung, nämlich eine der Loks, die neulich auf der Bahnstrecke von Köln nach Aachen kurz hinter Geilrath verunglückt war.
Sie liegt an einem Abstellplatz am Bahnradweg auf der Seite. Ich bin dort seit dem Unglück schon häufig vorbeigefahren, aber entdeckt habe ich sie jetzt erst.
Unterwegs kehrte ich noch in einem Aldi in Buir ein, um mich ein wenig mit Proviant zu versorgen. Und dann weiter nach Düren. Es ist nicht so schön, durch den Nebel zu fahren, aber ein wenig Wind von hinten machte es dann doch angenehm. Glätte gab es nicht. Dafür einen komplett verschmutzten Weg in Richtung Merzenich, auf dem mir dann schon klar wurde, dass ich zurück einen anderen Weg nehmen würde.
Die Critical Mass war wirklich critical, denn wir erreichten die kritische Masse nicht. Wahrscheinlich hatten doch viele nicht mitbekommen, dass sie ja verschoben worden war. Und das Wetter wurde dann doch auch immer unangenehmer, vor allem wurde es immer kälter. Also fuhren wir nur kurz und so langsam, dass selbst ich in meiner ziemlich perfekten Verpackung kalt bekam.
Deswegen entschied ich mich dann, vom Zielort, das ist ebenfalls der Marktplatz, gleich nach Hause zu fahren.
Und das war dann eine wirklich schöne und entspannte Fahrt. Das Fahren fiel mir leicht, obwohl es ein wenig Gegenwind gab. Ich nahm eine alternative Strecke in Merzenich und umfuhr die Schlamm- und Buckelroute. Der Bahnradweg war dann abwechselnd stockdunkel oder von den Lichtern der Autos auf der Autobahn hell erleuchtet. Der Himmel war bedeckt, aber ich hatte das Gefühl, dass die Luft nicht mehr so feucht war wie über Tag und der Nebel viel weniger. Es war klirrend kalt, aber in meiner dicken Jacke und meinen Kleiderschichten war es mir kuschelig. Zwei Paar Wollhandschuhe übereinander und die wasser- und winddichten Winterschuhe schützten sogar die kritischen Körperteile. Ich rollte so dahin und dachte immer wieder, dass ich eigentlich nicht aufhören wollte und hätte weiter und weiter fahren können.
Mit einem Lächeln auf den Lippen kam ich zu Hause an. Ein schönes Erlebnis.
Und das hat auch etwas zu tun, dass man sich auf so einem Dreirad halt um nichts zu kümmern braucht. Das Fahren ist so einfach und man kann sich dem Genießen der Umgebung und seinen Gedanken hingeben.
Das ist, WARUMICHRADFAHRE! Vor allem Trike!
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