
Über die Wege hier im Revier habe ich schon oft geschrieben. Auch darüber, dass es gerade zum Radfahren viele schöne, mehr oder weniger befestigte Wege überall in der Landschaft gibt.
Am meisten beeindruckt mich aber die Qualität der Wege, die auf oder im Zusammenhang mit den Betriebsanlagen der RWE, dem Betreiber der Tagebaue und Braunkohlekraftwerke, gebaut wurden.
Das habe ich bei meiner Tour am Karfreitag wieder einmal deutlich gemerkt, als ich z.B. auf dem noch relativ neuen Radweg, der sogar als Fahrradstraße ausgeschildert ist, am Nordrandweg entlang des Tagebaus Hambach gefahren bin.
Oder später auf dem Terranova Speedway, der auf der Trasse einer rückgebauten Bandanlage angelegt wurde, die Abraum aus dem Tagebau Hambach zur Verfüllung des Tagebaus Fortuna transportierte.
Während diese Wege noch auf oder entlang von Anlagen verlaufen, die zu den Betriebsanlagen von RWE, gehören, ist dies beim letzten Streckenabschnitt meiner Reise nicht mehr der Fall. Er führt über eine Anhöhe, die Wiedenfelder Höhe.
Ein Hügel ist an sich nichts Ungewöhnliches, aber eigentlich ist unsere Gegend ja brettflach. Die wenigen Erhebungen, die es gibt, haben alle mit der Braunkohle zu tun, meist sind es Abraumhalden, die aus dem Braunkohleabbau stammen. So wie eben die Wiedenfelder Höhe auch.
Und als ich dort oben stand, dachte ich, dass das Ende der Braunkohleförderung, das in wenigen Jahren in den noch offenen Tagebauen bevorsteht, an anderen Stellen im Rheinland schon längst eingetreten ist. Überall, von Brühl bis Bergheim, gibt es Landschaften, aus denen früher Kohle geholt wurde, an manchen Stellen würde es niemand bemerken, der die Geschichte nicht kennt, an anderen sind die Narben noch deutlich sichtbar.
Wer von Südwesten auf die Wiedenfelder Höhe fährt, wird nicht vermuten, dass es sich um einen künstlichen Hügel handelt. Doch am Nordrand sind noch Betriebsanlagen des ehemaligen Tagebaus zu sehen. Ansonsten ist die Höhe ein Teil unserer Landschaft geworden, wie viele andere auch.
Ich habe einmal einen guten Freund, Karl Immanuel Perplexity, gefragt, was er über die Wiedenfelder Höhe weiß, und er hat mir das erzählt:
Die Wiedenfelder Höhe: Eine Rekultivierte Landschaft
Die Wiedenfelder Höhe ist eine bemerkenswerte Landschaft in Nordrhein-Westfalen, die durch Rekultivierung entstanden ist. Sie befindet sich im Rhein-Erft-Kreis zwischen den Orten Niederaußem und Paffendorf, nahe der ehemaligen Tagebaue Fortuna-Garsdorf und Bergheim. Diese einzigartige Region hat nicht nur eine faszinierende Geschichte, sondern bietet heute auch eine Vielzahl von Nutzungen und Aktivitäten.
Lage und Geographie
Die Wiedenfelder Höhe liegt in der Ville, einem Gebiet mit reichen Braunkohlevorkommen. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 4 x 4 Kilometern und erreicht eine Höhe von bis zu 126,4 Metern über dem Meeresspiegel[1]. Die Hänge sind bewaldet, während das Plateau von mehreren Bauernhöfen genutzt wird.
Entstehung und Geschichte
Die Wiedenfelder Höhe entstand in den 1970er und 1980er Jahren auf dem Gelände des Tagebaus Fortuna-Garsdorf. Der Name leitet sich von der alten Ortschaft Wiedenfeld ab, die dem Braunkohlenabbau zum Opfer fiel und sich ursprünglich am westlichen Rand des Gebiets befand[1]. Etwa an der Stelle der heutigen Gehöfte lag die historische Burg Holtrop[1].
Aktueller Zustand
Heute ist die Wiedenfelder Höhe ein wichtiger Teil des Naherholungsgebiets zwischen Niederaußem und Bergheim. Die infolge des Bergbaus aufgegebenen Ortschaften und Höfe wurden durch Umsiedlerhöfe ersetzt[1]. Diese Höfe bieten eine Möglichkeit zur Landwirtschaft, und das Gebiet ist durch seine segensreiche Natur und die geschichtliche Bedeutung geprägt.
Nutzung
Die Wiedenfelder Höhe bietet eine Vielzahl von Nutzungen und Aktivitäten:
- Landwirtschaft: Die landwirtschaftlichen Flächen werden von Umsiedlerhöfen genutzt, die von Landwirten betrieben werden, die ihre ursprünglichen Höfe aufgrund des Braunkohlenabbaus verlassen mussten[1].
- Erneuerbare Energien: 2017 wurde auf der Wiedenfelder Höhe ein Windpark mit vier Windenergieanlagen errichtet. Diese Anlagen sind Teil des vom RWE betriebenen Windparks und leisten einen Beitrag zur Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen[1].
- Freizeit und Tourismus: Die Region bietet attraktive Rad- und Wanderwege und ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Besucher können die schöne Aussicht genießen und die lokale Tierwelt erleben[4].
- Kulturelle Bedeutung: Auf dem Plateau befinden sich wieder aufgestellte Wegkreuze, die an die im Tagebau untergegangenen Ortschaften erinnern und somit einen geschichtlichen Bezug bieten[1].
Fazit
Die Wiedenfelder Höhe ist ein beeindruckendes Beispiel für Rekultivierung und nachhaltige Nutzung von einst industriell genutzten Flächen. Sie bietet nicht nur historische und kulturelle Relevanz, sondern auch eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Energieproduktion. Durch die Bemühungen um Landschaftspflege und nachhaltige Entwicklung hat sich die Wiedenfelder Höhe zu einem wichtigen Bestandteil der lokalen Umwelt und Identität entwickelt.
Citations:
[1] https://de.wiki.li/Wiedenfelder_H%C3%B6he
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedenfeld
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedenfelder_H%C3%B6he
[4] https://park4night.com/de/place/216761
[5] https://www.eib.org/attachments/pipeline/1216_uvs_sect4_et_9_kap7.pdf

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