
Viel in Hürth unterwegs in letzter Zeit, aus Gründen. Und, was soll ich sagen: Es ist sehr sehr sehr ungemütlich in Hürth. Ganz anders als eine CDU Frau am Samstag zu mir sagte, als ich an einer gerade im Aufbruch befindlichen Radtour der Schwarzen durch Hermülheim vorbeifuhr und kurz anhielt, um mich zu erkundigen, was denn da wohl passiert. „Sieht gemütlich aus“, meinte sie, und wies auf meinen Skorpion. Ich entgegnete, dass es nicht immer gemütlich ist, vor allem nicht in Hürth. Das wollte sie irgendwie nicht hören, aber es ist schon so.
Zwei Szenen:
Am Samstag inspizierte ich die Kreuzung Frechener Straße / Sudentenstraße, wo Ende 2021 ein Jugendlicher auf dem Rad von einem Lkw-Fahrer überfahren wurde. Wir haben dort ein Geisterrad aufgestellt, damals unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit. Jetzt, mehr als drei Jahre nach dem Unfall, wurde die Ampelschaltung dort geändert.
Das sah auch erst einmal gut aus. Rechtsabbieger und geradeaus fahrender Radverkehr haben nicht mehr gleichzeitig GRÜN. Erst wird die Ampel am Rad- und Fußgängerüberweg GRÜN, dann, wenn dort die Ampel wieder auf ROT steht, bekommt der rechts abbiegende Autoverkehr GRÜN.
Soviel zur Theorie. Die Praxis ist: Die Autofahrer biegen trotz roter Ampel nach rechts ab? Glaubt Ihr nicht: Den Beweis findet Ihr auf dem Titelfoto dieses Beitrages. Aufgenommen von mir selbst mit meiner INSTA 360 Grad Kamera am Samstag. Es ist nichts passiert, der Autofahrer bremste rechtzeitig und ließ eine Frau und ihre Tochter über den Überweg. Dennoch, wie schnell etwas passiert, hat man ja in Hürth schon einige Male gesehen.
Was nützt eine rote Ampel, wenn sie nicht beachtet wird? Ein individueller Fehler? Ich vermag das nicht zu beurteilen. Mir scheint, da ist noch mehr notwendig, etwa rote Farbe auf dem Überweg.
Eine zweite Jagdszene: Ein paar Tage zuvor fuhr ich vom Rathaus in Hürth am Hürth Park vorbei in Richtung Frechener Straße. Von Weitem sah ich schon, in diesem Fall eine Autofahrerin, mit der Frontpartie ihres Autos auf dem Radweg halten, aus einem Parkhaus kommend. Ich dachte natürlich nicht daran, auf meine Vorfahrt zu verzichten, vor allem auch, weil Querverkehr vorhanden war und sie ohnehin nicht herausfahren konnte.
Ich schätzte ab, dass ich am linken Rand des Radweges gerade so mit meinem Faltrad vorbeikommen würde. Aber dann fuhr auf der Fahrbahn ein paar Zentimeter entfernt ein Bus an mir vorbei.
Ich muss sagen, mir wurde total anders. Ich bin ja nicht schissig, aber in dem Moment hatte ich echt richtig Angst. „Bloß jetzt keinen Fehler machen“, ging es mir durch den Kopf. Hab’ ich dann auch nicht, die Autofahrerin blieb stehen (sie fuhr aber auch nicht zurück) und der Busfahrer hielt auch seine Spur. Sonst wäre ich Matsch gewesen. Hier das Bild, ebenfalls aufgenommen mit meiner INSTA.

Nein, gemütlich ist es für Radfahrerinnen und Radfahrer in Hürth nicht. Es ist saugefährlich dort. Auch für zu Fuß gehende.
Das kann so nicht bleiben.

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