Take a ride on the wild side

Glück gehabt (oder wie man’s nimmt) 

Kohlebahn bei der Veedelstour Anfang August 2025

Ich habe schon lange nicht mehr über meine Veedelstour geschrieben. Die Veedelstour ist ja eine ADFC-Tour, die ich jeden Mittwoch um 18:00 Uhr vom Friedrich-Ebert-Platz in Kerpen-Horrem aus anbiete. Es geht immer so 20 Kilometer oder so in die Gegend hier, das Ziel lege ich meistens kurzfristig fest. Je nach Laune und manchmal auch aufgrund tagespolitischer Vorkommnisse, wenn morgens etwas in der Zeitung steht, was man sich anschauen kann und ich interessant finde. 

Gestern war so ein „je nach Laune“-Tag. Ich hatte Lust, die Verbindung von Bergheim Thorr nach Elsdorf Widdendorf zu fahren, aber nicht die Verbindung selbst, sondern einen Schlenker noch etwas weiter nach Westen direkt an die Kohlebahn heran. Gesagt, getan, dazu noch mal etwas später. 

Es gibt einen einigermaßen schönen Weg dahin durch Bergheim Ahe, aber der ist aufgrund einer Baustelle für Räder, erst recht für mein Liegedreirad, aktuell nicht gut passierbar. Also suchte ich eine Alternative und bog schon vor Ahe nach Südwesten ab. Dort führt ein asphaltierter Weg bis nach Heppendorf (wo allerdings 20 Meter in einem grauenvollen Zustand sind). Den Weg war ich erst einmal mit dem Rennrad gefahren, und deswegen wusste ich auch nicht mehr genau, wie er genau verläuft, ob er durchgeht etc. Aber das funktionierte gut und ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mitfahrerinnen und Mitfahrer diesen Weg noch nie gefahren waren, was sie mir auch bestätigten. 

An der Kohlebahn hatte ich dann das im Titel dieses Beitrages zitierte Glück. Es kam nämlich gerade eine Kohlebahn, die ich endlich einmal einigermaßen nahe vor die Linse der Insta bekam. Das hat mir gefallen, denn diese Monster sind ja nicht so häufig unterwegs. Und jetzt glitt eine, erstaunlich leise, vor uns her. Spannend fand ich Schilder, auf denen auf ein Gefälle von 5–7 Promille hingewiesen wurde. Wahrscheinlich für Züge von diesem Gewicht wichtig, aber im Vergleich zu Anstiegen oder Abfahrten bei der Tour de France … Nun ja, wir sind ja hier im Rheinischen Revier und nicht in den Alpen. 

Auf der Fahrt zurück mied ich die Engstelle in Ahe dadurch, dass ich einmal durch den Wohnpark dort fuhr. Auch dort waren einige meiner Mitfahrer*innen zuvor noch nie. Ich selbst habe mit meiner Familie einmal vor vielen Jahren, als wir hierhergezogen sind, neun Monate im Wohnpark gelebt. 

Meine Freundin Petra Perplexitiy, die künstlich Intelligente, weiß Folgendes über den Wohnpark: 

Der Wohnpark in Bergheim-Ahe wurde 1968 von Herbert Hillebrand mit etwa 800 Wohneinheiten gebaut und führte zu einem erheblichen Aufschwung des damals noch kleineren Dorfes Ahe. Die Idee hinter diesem Wohnpark war, modernen Wohnraum in einem bislang eher ländlich geprägten Ortsteil zu schaffen, was Ahe eine neue, stärkere Siedlungsstruktur verlieh und die Einwohnerzahl deutlich erhöhte [2].

Die Entwicklung des Wohnparks trug dazu bei, Ahe von einer kleineren, historisch landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem größeren und vielfältigeren Stadtteil Bergheims zu transformieren. Allerdings existiert heute in Ahe eine soziale Spaltung, insbesondere zwischen dem alten Ortskern, dem Neubaugebiet und dem Wohnpark als eigenständigem Teil der Gemeinde. Diese sozialen Herausforderungen äußern sich in Arbeitslosigkeit, Armut und einer hohen Anzahl von Menschen aus vielen Nationen, darunter auch ein hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind [1].

Heute wird Ahe, trotz dieser Herausforderungen, als ein Ort mit Potenzial gesehen, insbesondere durch eine junge Bevölkerung und die Möglichkeit, zwei weitere Neubaugebiete zu entwickeln. Die Stadt Bergheim arbeitet daran, durch ein gemeinschaftlich erarbeitetes Leitbild und verschiedene Strategiekonferenzen den sozialen Zusammenhalt zu fördern und den Bewohnern neue Perspektiven zu eröffnen. Ziel ist es, die Menschen, Generationen und Kulturen im Ort zu vereinen und Ahe als lebenswerte Gemeinschaft zu stärken [1].

Kurz gesagt: Der Wohnpark wurde als zukunftsweisendes Wohnprojekt 1968 errichtet und war Grundlage für die Wachstumsentwicklung Ahes. Heute steht der Wohnpark inmitten eines sozial komplexen Stadtteils, in dem Stadt und Bewohner gemeinsam an einer positiven Weiterentwicklung arbeiten.

**Citations:**

[1] [http://www.sas-ahe.de/downloads/schulprgramm.pdf](http://www.sas-ahe.de/downloads/schulprgramm.pdf)

[2] [http://www.wohnpark-ahe.info/index_htm_files/Historisches%20aus%20Ahe.pdf](http://www.wohnpark-ahe.info/index_htm_files/Historisches%20aus%20Ahe.pdf)

[3] [https://de.wikipedia.org/wiki/Ahe_(Bergheim)](https://de.wikipedia.org/wiki/Ahe_(Bergheim))

[4] [https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-1884.pdf](https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-1884.pdf)

[5] [https://www.rundschau-online.de/region/rhein-erft/bergheim/wie-aus-bergheim-ahe-ein-vorzeigequartier-werden-soll-604755](https://www.rundschau-online.de/region/rhein-erft/bergheim/wie-aus-bergheim-ahe-ein-vorzeigequartier-werden-soll-604755)

Nun ja, ich glaube, so kann man es wohl beschreiben. 

Nach Hause ging es dann durch ein Neubaugebiet in Ahe, das vollkommen anders angelegt ist als der Wohnpark. Mit vielen Einfamilien- oder kleineren Mehrfamilienhäusern. Wir fanden gerade so dort einen Weg wieder heraus und trennten uns dann nicht wieder inmitten von Horrem, sondern auf der Verbindung vom Wasserwerk zum nördlichen Ortseingang von Horrem. Einige fuhren dann durchs Tal zurück und einige weiter nach Quadrath oder in den Trips-Ring. 

Nach gut 20 Kilometern hatten wir einiges gesehen und erlebt. Eine Veedelstour, über die es etwas zu berichten gibt. 

Kommentare

  1. Ein toller Artikel. Es ist schön zu lesen..

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