
Am Sonntag hatte ich mir genau das vorgenommen. Die letzten Tage war es zwar sonnig, aber doch recht heiß gewesen – diesmal versprach der Wetterbericht angenehme Temperaturen. Also ideales Radfahrwetter. Schon früh morgens sattelte ich mein Ice Adventure HD und rollte kurz nach acht Uhr auf die Piste.
Die ersten Kilometer liefen völlig unspektakulär – beinahe schon zu brav. Ich hatte mir eine alte Tour aus Komoot herausgesucht und war eigentlich der Meinung, sie würde mich zum Skywalk am Tagebau Garzweiler führen. Tat sie nicht. Aber egal – schön war die Strecke trotzdem.
So richtig spannend wurde es dann an der Giersther Höhe. Schon von Weitem sah ich die Sprühnebel einer Feldbewässerung, dazu ein verdächtig dunkler Fleck auf dem Radweg. Und was soll ich sagen: genau im falschen Moment drehte sich der Sprenger in meine Richtung. Splash – eiskalt abgeduscht! Kamera inklusive.
Auf den Videos der weiteren Fahrt kann man die Tropfen noch wunderbar erkennen. Zum Glück war’s inzwischen warm genug, dass alles rasch wieder trocknete.
Weiter ging es zum Kraftwerk Neurath. Beide Blöcke rauchten ordentlich – und auch in Niederaussem war Betrieb. Das wunderte mich ein wenig, schließlich war Sonntag, und Sonne und Wind hätten an dem Tag eigentlich genug Energie liefern können. Aber na gut – da mischt man sich besser nicht ein.
Hinter Neurath wurde es dann richtig idyllisch. Zwischen den Tagebauen hat sich inzwischen eine eigenwillige Landschaft entwickelt: Windräder soweit das Auge reicht – und dann, völlig unverhofft, eine kleine Apfelbaumallee entlang des Feldwegs.
Einen Apfel konnte ich mir natürlich nicht verkneifen. Und ja, er schmeckte genauso gut, wie er aussah.
Bis zur Halbzeitpause hatte ich übrigens höchstens fünf Prozent der Strecke mit Motorunterstützung gefahren. Alles andere lief auf reine Muskelkraft.
Meine eigenen Akkus waren also noch voller als die des Rades – und deutlich voller als die vom Handy. Das gab irgendwann komplett den Geist auf, weshalb meine Tour bei Komoot leider nicht vollständig aufgezeichnet wurde. Mein Kilometerzähler hingegen war treu und bestätigte: Die 100 Kilometer habe ich locker überschritten.
Die zweite Hälfte der Strecke führte mich über bekannte Wege: am südlichen Rand der Sophienhöhe entlang, vorbei am Umspannwerk bei Niederzier, durch Arnoldsweiler und Merzenich, und schließlich über den Bahnradweg nach Hause.
Und wisst ihr was? Im Gegensatz zu manch einer 100-Kilometer-Runde auf dem Rennrad war ich überhaupt nicht erschöpft. Vielleicht lag’s an der guten Verpflegung unterwegs. Aber ich glaube, es liegt vor allem am Liegedreirad: Da ist der ganze Körper entspannt, nur die Beine müssen arbeiten. Keine tauben Hände, keine verspannten Schultern, kein maulender Rücken. Nur die Oberschenkel melden sich kurz zurück – fair enough.
Am Ende blieb ein Gefühl von Freiheit, frischer Luft, ein bisschen Abenteuer und einer richtig schönen Sonntagsfahrt. Und genau deswegen liebe ich das Radfahren.
#Radliebe, #Trikeporn, #RevierErkundung, #AbenteuerAufDreiRädern, #100kmGlück,


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