
Der Natur ganz nah – so fühlte es sich jedenfalls gestern an, als ich mich auf den Weg zum Globus in Köln-Marsdorf machte. Dort wartete beim Optiker eine kleine Reparatur an meiner Brille auf mich. Vermutlich hatte sie ein bisschen unter der ständigen Beanspruchung durch Fahrradhelm und Schlauchtuch gelitten – besonders der rechte Bügel sah ziemlich mitgenommen aus. Also schwang ich mich auf mein ICE ADVENTURE HD und düste los.
Ab Frechen-Bachem nahm ich die Trasse des seit über zehn Jahren gepla/nten Radschnellwegs 9 – ein Projekt, das noch immer auf sich warten lässt, aber schon jetzt eine wunderbare Verbindung bietet. Und genau dort kam ich der Natur einmal wieder ganz besonders nah.
Zunächst dachte ich, es handle sich um eine Wolke, die tief über dem Feld hing. Doch je näher ich kam, desto klarer wurde: Es war keine Wetterlaune, sondern einemächtige Staubfahne hinter einem Traktor. Das Gerät, das er zog, konnte ich nicht genau benennen – für Pflügen war es wohl zu oberflächlich, vielleicht eine Egge? Jedenfalls hatte ich in meiner Kindheit eine viel kleinere Version davon gesehen, die damals schlicht „Egge“ hieß.
Wie auch immer: Der Effekt war beeindruckend. Ganze 100 Meter fuhr ich durch eine Wolke aus trockenem Ackerboden. Das Kratzen in Hals und Nase gehörte natürlich dazu – aber als echtes Landkind nahm ich es sportlich. Ein bisschen fühlte ich mich wie im Freiluft-Sandstrahler, nur eben auf zwei Rädern.
Der Landwirt hatte es bestimmt schwerer als ich. Seit Tagen hat es nicht geregnet, und der Ackerboden war knochentrocken. Seine Arbeit wirkte eher wie ein oberflächliches Kratzen an einer harten Schicht, weniger wie ein Umgraben. Symptomatisch für viele Sommer in den letzten Jahren: heiße, trockene Böden, die kaum Wasser halten.
Natürlich begegnet man auf dem Rad häufiger den „Nebenwirkungen“ der Landwirtschaft: Staub von den Mähdreschern, Reste der Ernte auf dem Radweg, oder die Frage, ob man beim Spritzen unsichtbare Dämpfe einatmet. Doch eine Staubfahne dieser Größe – die hatte ich bislang selten.
Vielleicht ist das genau der Punkt: Die Natur verändert sich, das Klima wandelt sich – und wir Radfahrer*innen bekommen manches davon ziemlich direkt ab. Mal kratzend im Hals, mal als Duft von frisch gemähtem Gras, mal als brütende Hitze auf dem Asphalt. Aber am Ende bleibt es doch ein Geschenk: Wir erleben die Veränderungen unmittelbar, während wir draußen unterwegs sind.
Und ganz ehrlich: Selbst mit Staub in der Nase ist Radfahren für mich immer noch die beste Art, unterwegs zu sein.
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Vorschläge für Überschriften:
Staubwolken und Brillenbügel – ein Radtag in Köln Wenn der Acker Staub macht: Radfahren ganz nah an der Natur Radeln, Staub schlucken, weiter lächeln Ein Feld, ein Traktor, und ich mitten drin Warum selbst Staubfahnen mich nicht vom Radfahren abhalten


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