GSpot gegen Fehmarn: Warum ich nach 20 km umgedreht bin

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Ein Windmessgerät in rot-weißem Farbdesign, das in einer Landschaft mit Windkraftanlagen und einem Wohnhaus im Hintergrund aufgestellt ist. Im Vordergrund sind ein Spielplatz und eine grüne Wiese zu sehen.

Windstärke gegen Willenskraft: Mein stürmischer Ritt über Fehmarn

Fehmarn, Sonne und das weite Meer – klingt nach der perfekten Idylle für eine entspannte Radtour, oder? Eigentlich hatte ich mir für heute richtig viel vorgenommen: Einmal quer über die Insel bis hoch zum Niobe-Denkmal im Norden sollte es gehen. Doch die Insel hatte ihren eigenen Kopf und schickte mir eine ordentliche Brise direkt ins Gesicht. Mein treuer Begleiter #GSpot und ich haben uns wacker geschlagen, aber manchmal ist Umkehren einfach die cleverere Entscheidung.

Der starke Westwind belehrte mich heute eines Besseren. Nach etwa 20 Kilometern im „Stehen-Paddeln-Modus“ war klar: Das Niobe-Denkmal muss warten, das wird heute kein Geschwindigkeitsrekord. Also habe ich kurzerhand umgeplant und die Tour etwas eingekürzt. Aber wisst ihr was? Die Highlights, die ich im Südwesten gesehen habe, waren jeden Tropfen Schweiß wert!

Die Highlights meiner Tour (der Nase nach Richtung Westen):

Petrikirche in Landkirchen 

Eine Kirche mit roten Ziegelfassaden und einem spitzen Holzturm, umgeben von einem Friedhof mit gepflegten Gräbern und grünen Büschen unter einem bewölkten Himmel.

Mitten im Herzen der Insel steht die beeindruckende St.-Petri-Kirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Besonders markant ist der freistehende, hölzerne Glockenturm, der typisch für die Region ist und fast wie ein Wächter wirkt. Im Inneren findet man Ruhe und eine wunderschöne, schlichte Architektur, die zum Innehalten einlädt.

Ein Aussichtsturm aus Holz neben einer Backsteinkirche mit einem Informationsschild im Vordergrund.

Ein toller Kontrast zum windigen Küstenweg. Habt ihr auch eine Lieblingskirche, an der ihr beim Radeln nicht vorbeikommt? ⛪

Flugplatz Neujellingsdorf 

Ein kleiner Flugzeugtyp Cessna D-EDXJ steht auf einem Flugplatz mit Rasenfläche, im Hintergrund sind Windkraftanlagen und ein Gebäude mit Solarpanelen zu sehen. Ein Windsack in Rot und Weiß zeigt die Windrichtung.

Wusstest du, dass Fehmarn einen eigenen Flugplatz hat? In Neujellingsdorf befindet sich Deutschlands kleinster Verkehrslandeplatz, der besonders bei Hobby-Piloten und für Rundflüge beliebt ist. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die kleinen Maschinen hier auf der Graspiste starten und landen. Ein kurzer Stopp lohnt sich immer, um den Blick in den Himmel zu richten. Wer von euch würde sich trauen, die Insel mal von oben im Kleinflugzeug zu checken? ✈️

Segelwindmühle „Jacobs“ in Lemkenhafen 

Eine alte Windmühle an einem Weg, umgeben von Sträuchern und Bäumen mit blauem Himmel im Hintergrund.

In Lemkenhafen steht diese wunderschöne, historische Windmühle von 1787, die heute ein Mühlenmuseum beherbergt. Sie ist die einzige noch komplett erhaltene Segelwindmühle in Schleswig-Holstein und ein echtes Fotomotiv. Früher wurde hier Korn gemahlen und Grütze gestampft, heute kann man dort tief in die Inselgeschichte eintauchen. Ein wunderbarer Ort für eine kleine Verschnaufpause direkt am Wasser. Schon mal eine Windmühle von innen erkundet?

Die alten Mühlen sind nur noch wenige, und ich fotografiere sie nicht so gerne. Aber es gibt ja auch die neuen Mühlen, die sind hier auf Fehmarn sehr häufig.

Deichfahrt & Schaf-Sicherung 

Ein panoramischer Weg entlang eines Wassers mit schmalem Kiesweg, Weideland auf der linken Seite und Wasser auf der rechten Seite bei klarem Himmel.

Das absolute Fahrgefühl erlebst du auf den Deichen zwischen Lemkenhafen und Orth sowie westlich von Orth. Hier radelst du direkt zwischen Himmel und Meer, während dir der Wind (heute leider von vorne!) um die Nase weht.

Ein metallener Zaun mit einem Hinweis zum Schieben, der Zugang zu einem Uferbereich zeigt, umgeben von Wiese und Wasser bei sonnigem Wetter.

Ein besonderes Detail sind die rollbaren Tore auf dem Deichweg, die man kurz öffnen muss. Sie sorgen dafür, dass die wolligen „Rasenmäher“ – die Schafe – nicht ausbüxen und auf ihrem Revier bleiben. Habt ihr schon mal geduldig gewartet, bis eine Schafherde den Weg freigemacht hat? 🐑

Jimi-Hendrix-Gedenkstein 

Eine Gedenktafel aus Stein mit der eingravierten Silhouette einer E-Gitarre und der Inschrift 'Jimi Hendrix, Erinnerungsort, Love and Peace Festival, 4.-6. September 1970'.

Direkt am Flügger Strand erinnert dieser massive Gedenkstein an das legendäre „Love-and-Peace-Festival“ von 1970. Es war der letzte Auftritt der Gitarrenlegende Jimi Hendrix vor seinem viel zu frühen Tod. Die Atmosphäre dort am Deich ist fast magisch, wenn man sich vorstellt, wie hier einst tausende Hippies im Matsch feierten.

Steinmuster im Gras, das Peace-Zeichen bildet, umgeben von weiteren Steinen in einer offenen Landschaft.

Ein Muss für jeden Musikfan, der den Spirit der 70er spüren möchte. Schon mal dort gewesen und die Wellen im Hendrix-Takt gehört? 🎸

Leuchtturm Flügge 

Ein historischer Leuchtturm umgeben von Bäumen und einigen Gebäuden, auf einem Feld unter blauem Himmel.

Mit seinen 38 Metern Höhe ist der Backsteinturm in Flügge schon von Weitem sichtbar und ein echtes Wahrzeichen im Südwesten. Wer die 162 Stufen erklimmt, wird mit einem atemberaubenden Panorama über die Orther Reede und bis zur Brücke belohnt. Er ist der einzige Leuchtturm der Insel, den man offiziell besichtigen und besteigen darf. Ein perfekter Ort für ein kurzes Päuschen, bevor der Wind wieder an den Haaren zieht. 🌊

Am Ende war es trotz des Windes ein großartiger Tag im Sattel. Man muss seine Grenzen kennen – und gegen Fehmarns Westwind zu kämpfen, ist eine Lektion in Demut. Da ich das Niobe-Denkmal heute nicht mehr erreicht habe, steht das Ziel jetzt fest: Das nehme ich mir für morgen vor! Dann hoffentlich mit etwas gnädigerem Wind.

Die Details zur heutigen Tour findet ihr hier:

Wie geht ihr mit starkem Gegenwind um? Beißt ihr euch durch oder dreht ihr auch mal früher um? Schreibt es mir in die Kommentare, lasst ein Like da oder teilt den Beitrag! 🚲💨

15 Kommentare zu „GSpot gegen Fehmarn: Warum ich nach 20 km umgedreht bin“

  1. Avatar von juckplotz

    Vielen Dank für den Beitrag. Als Süddeutscher musste ich da „oben“ an der Küste auch lernen, dass Gegenwind meinen Akku (bzw. den meines Pedelecs) schneller leert als eine anspruchsvolle Hügeltour in meinen Heimatgefilden.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Das ist echt so, oder? Auf der anderen Seite: wo Gegenwind ist, ist auch Rückenwind. Und: Gegenwind formt den Charakter (und den Hintern)‼️

      1. Avatar von juckplotz

        Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben, wurde mir oben in Schleswig Holstein gesagt.

        😜

      2. Avatar von warumichradfahre

        😂

      3. Avatar von warumichradfahre

        Den Spruch habe ich glatt mal für die Einladung zu meiner kleinen Reisepräsentation heute Abend vereinnahmt: https://warumichradfahre.blog/2026/04/01/einladung-zum-reisebericht/

      4. Avatar von juckplotz

        Hab’s vorher gelesen und geschmunzelt. Hab viel Spaß beim Vortrag.

  2. Avatar von Daggi Dinkelschnitte

    Schließt die Schafzimmertür selbsttätig wieder?

    1. Avatar von warumichradfahre

      Hihi, du kennst das?

  3. Avatar von Gisela Benseler

    Oh ja, das kann sich kein Mensch vorstellen, der dies nicht schon erlebt hat.
    Ich besuchte gerade mal wieder Heiligenhafen und fuhr fröhlich mit dem Leihfahrrad an den Strand.
    Aber wie weit kam ich? Kein einziges Kilometer, nur ein paar hundert Meter.
    Dann mußte ich absteigen und schob gegen den Wind.
    Wie weit kam ich damit? Nur ein paar Meter.
    Dann kam ich auch mit dem Schieben nicht weiter.
    Es blieb mir nur eines: Umkehren.
    Das ging dann auf dem Fahrrad „schnell wie der Wind“.🚴

  4. Avatar von ruhlerhof

    Vor ein paar Jahren habe ich einmal eine Radtour nach und über Celle gemacht.

    Auf den Rückweg hatte ich dann auf den letzten ca. 28 Kilometer mittelstarken Wind mit Böen von Vorne und zweitweilig von rechten Seite, wobei der Wind auch teilweise das Vorderrad wegdrückte und lenkkorekkturen nötig machte.

    Neben der verlängerten Fahrzeit hatte ich hiervon auch drei Tage Muskelkater.

    Arne Wilhelm

    1. Avatar von warumichradfahre

      Das kann ich mir nur zu gut vorstellen!

  5. Avatar von christahartwig

    Immerhin hast du nicht nur das Niobe-Denkmal aufgeschoben.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Das stimmt, aber das ist erst in der unmittelbaren Vorbereitung zur Fahrt heraus gekommen. Marienleuchte und die Fahrt die Ostküste hinunter waren es aber wirklich wert.

      1. Avatar von christahartwig

        Bestimmt. Du machst eine wirklich interessante Tour.

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