
Windstärke gegen Willenskraft: Mein stürmischer Ritt über Fehmarn
Fehmarn, Sonne und das weite Meer – klingt nach der perfekten Idylle für eine entspannte Radtour, oder? Eigentlich hatte ich mir für heute richtig viel vorgenommen: Einmal quer über die Insel bis hoch zum Niobe-Denkmal im Norden sollte es gehen. Doch die Insel hatte ihren eigenen Kopf und schickte mir eine ordentliche Brise direkt ins Gesicht. Mein treuer Begleiter #GSpot und ich haben uns wacker geschlagen, aber manchmal ist Umkehren einfach die cleverere Entscheidung.
Der starke Westwind belehrte mich heute eines Besseren. Nach etwa 20 Kilometern im „Stehen-Paddeln-Modus“ war klar: Das Niobe-Denkmal muss warten, das wird heute kein Geschwindigkeitsrekord. Also habe ich kurzerhand umgeplant und die Tour etwas eingekürzt. Aber wisst ihr was? Die Highlights, die ich im Südwesten gesehen habe, waren jeden Tropfen Schweiß wert!
Die Highlights meiner Tour (der Nase nach Richtung Westen):
Petrikirche in Landkirchen

Mitten im Herzen der Insel steht die beeindruckende St.-Petri-Kirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Besonders markant ist der freistehende, hölzerne Glockenturm, der typisch für die Region ist und fast wie ein Wächter wirkt. Im Inneren findet man Ruhe und eine wunderschöne, schlichte Architektur, die zum Innehalten einlädt.

Ein toller Kontrast zum windigen Küstenweg. Habt ihr auch eine Lieblingskirche, an der ihr beim Radeln nicht vorbeikommt? ⛪
Flugplatz Neujellingsdorf

Wusstest du, dass Fehmarn einen eigenen Flugplatz hat? In Neujellingsdorf befindet sich Deutschlands kleinster Verkehrslandeplatz, der besonders bei Hobby-Piloten und für Rundflüge beliebt ist. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die kleinen Maschinen hier auf der Graspiste starten und landen. Ein kurzer Stopp lohnt sich immer, um den Blick in den Himmel zu richten. Wer von euch würde sich trauen, die Insel mal von oben im Kleinflugzeug zu checken? ✈️
Segelwindmühle „Jacobs“ in Lemkenhafen

In Lemkenhafen steht diese wunderschöne, historische Windmühle von 1787, die heute ein Mühlenmuseum beherbergt. Sie ist die einzige noch komplett erhaltene Segelwindmühle in Schleswig-Holstein und ein echtes Fotomotiv. Früher wurde hier Korn gemahlen und Grütze gestampft, heute kann man dort tief in die Inselgeschichte eintauchen. Ein wunderbarer Ort für eine kleine Verschnaufpause direkt am Wasser. Schon mal eine Windmühle von innen erkundet?
Die alten Mühlen sind nur noch wenige, und ich fotografiere sie nicht so gerne. Aber es gibt ja auch die neuen Mühlen, die sind hier auf Fehmarn sehr häufig.

Deichfahrt & Schaf-Sicherung

Das absolute Fahrgefühl erlebst du auf den Deichen zwischen Lemkenhafen und Orth sowie westlich von Orth. Hier radelst du direkt zwischen Himmel und Meer, während dir der Wind (heute leider von vorne!) um die Nase weht.

Ein besonderes Detail sind die rollbaren Tore auf dem Deichweg, die man kurz öffnen muss. Sie sorgen dafür, dass die wolligen „Rasenmäher“ – die Schafe – nicht ausbüxen und auf ihrem Revier bleiben. Habt ihr schon mal geduldig gewartet, bis eine Schafherde den Weg freigemacht hat? 🐑
Jimi-Hendrix-Gedenkstein

Direkt am Flügger Strand erinnert dieser massive Gedenkstein an das legendäre „Love-and-Peace-Festival“ von 1970. Es war der letzte Auftritt der Gitarrenlegende Jimi Hendrix vor seinem viel zu frühen Tod. Die Atmosphäre dort am Deich ist fast magisch, wenn man sich vorstellt, wie hier einst tausende Hippies im Matsch feierten.

Ein Muss für jeden Musikfan, der den Spirit der 70er spüren möchte. Schon mal dort gewesen und die Wellen im Hendrix-Takt gehört? 🎸
Leuchtturm Flügge

Mit seinen 38 Metern Höhe ist der Backsteinturm in Flügge schon von Weitem sichtbar und ein echtes Wahrzeichen im Südwesten. Wer die 162 Stufen erklimmt, wird mit einem atemberaubenden Panorama über die Orther Reede und bis zur Brücke belohnt. Er ist der einzige Leuchtturm der Insel, den man offiziell besichtigen und besteigen darf. Ein perfekter Ort für ein kurzes Päuschen, bevor der Wind wieder an den Haaren zieht. 🌊
Am Ende war es trotz des Windes ein großartiger Tag im Sattel. Man muss seine Grenzen kennen – und gegen Fehmarns Westwind zu kämpfen, ist eine Lektion in Demut. Da ich das Niobe-Denkmal heute nicht mehr erreicht habe, steht das Ziel jetzt fest: Das nehme ich mir für morgen vor! Dann hoffentlich mit etwas gnädigerem Wind.
Die Details zur heutigen Tour findet ihr hier:
- Tour auf Komoot: Hier ansehen
- März #mar26 Collection: Zur Sammlung
- Schleswig-Holstein #DESH Collection: Zur Sammlung
- Alle Fotos im Album: Google Fotos #mar26
Wie geht ihr mit starkem Gegenwind um? Beißt ihr euch durch oder dreht ihr auch mal früher um? Schreibt es mir in die Kommentare, lasst ein Like da oder teilt den Beitrag! 🚲💨


Kommentar verfassen