Wald und Natur früher und heute 🌲🦌

Puh, ich muss schon sagen, die Vorbereitung dieses Beitrages hat einiges an Mühen gekostet. Es soll um Wald und Natur gehen, heute. Und, wie das häufig hier im Blog der Fall ist, relativ spontan, aufgrund aktueller Ereignisse oder Erlebnisse. Heute passt das gut zusammen, Ereignisse und Erlebnisse.
Das Ereignis ist die Veröffentlichung des Waldzustandsberichts 2025 durch die Bundesregierung. Dort ist ein durchaus trauriges Bild vom Zustand unserer Wälder verzeichnet. Eine Zusammenfassung des Berichtes mit den markantesten Aussagen und Tabellen findet Ihr am Ende dieses Beitrages unter „Dokumentation“.
Für mich ist das besonders traurig. Denn ich bin im Wald groß geworden. Im Nordsaarland, in einem Ort, der heute zur Stadt St. Wendel gehört. Der aber mitten in der Natur liegt. Überall rund um mein Elternhaus waren Wälder. In denen ich mich als Kind sehr viel aufgehalten habe. Wir Kinder haben im Wald gespielt und auch Dinge getan, die nicht immer gut für den Wald waren, z. B. „Häuschen“ gebaut. Dazu haben wir Material, das wir auf Baustellen oder rund um die Häuser gefunden haben, zu Hütten zusammengenagelt. Dabei sind auch ein paar Bäume in Mitleidenschaft gezogen worden. Vor mehr als 50 Jahren war das aber noch nicht das ganz große Problem. 🌲🔨
Meine Eltern haben den Wald auch genutzt. Ich erinnere mich, dass wir im Sommer immer „Feuerholz“ geholt haben. Wir sind mit einer Schubkarre in den Wald gegangen und haben dort trockene, abgefallene Äste zu kleinen Bündeln verarbeitet, die im Winter dazu dienten, in unseren Kohleöfen Feuer anzuzünden. Ich habe also eine kindliche Bindung an den Wald. 🔥
Was ich aber nie gemacht habe, bis heute, ist, im Wald Rad fahren. Ich habe kein Mountainbike (mehr). Letztendlich finde ich im Wald Rad fahren eher langweilig. Ich fahre im und durch den Wald nur Rad, wenn mich mein Weg zufällig durchführt, und dann auch nur auf mehr oder weniger befestigten Wegen, nie abseits davon. Auch darum gibt es gerade in NRW eine Diskussion, denn die Landwirtschaftsministerin hier will das Radfahren im Wald gesetzlich regulieren. 🚲📜
Die Erlebnisse sind zweigeteilt.
Am Sonntag fuhr ich tatsächlich auf meinem Weg von Bochum nach Hattingen einmal durch einen Wald, allerdings auf einem asphaltierten Weg und ziemlich den Berg runter. Als auf einmal ein Rudel Rehe auf dem Weg stand und sich nur langsam wegbewegte.
Das war natürlich spannend, denn so hatte ich Rehe in der letzten Zeit schon lange nicht mehr gesehen. 🦌✨
Da wurde mir schon was komisch, denn als ich an der Stelle vorbeifuhr, an der die Rehe sich aufgehalten hatten, dachte ich, vielleicht kommen da noch welche hinterher. Und eine Kollision mit einem Reh möchte ich tatsächlich nicht haben. Kürzlich ist mal eines etwa 30 Meter vor mir über die Straße gesprungen, mit dem hätte ich lieber keine nähere Bekanntschaft gemacht. Die sind schwer und haben echt einige kinetische Energie. 😮💨

Das war eine vielleicht eher untypische „Wald“-Begegnung. Wenn man sich bewusst im Wald aufhält, sind die Tiere ja eher scheu und lassen sich nicht immer blicken. Aber hier hatten sie mich natürlich nicht auf dem Schirm und überquerten in aller Seelenruhe die Straße. Ich hab die Szene mit meiner Insta gefilmt, aber die Screenshots daraus waren ziemlich unscharf, deswegen sind diese Bilder mit Gemini ein wenig schärfer gestellt. Die Originale gibt es unten unter „Dokumentation“. 📸🤖
Das zweite Erlebnis: Am Dienstag bin ich mal wieder mit dem Enkel im Hänger zum Oerkhaussee in Langenfeld gefahren, weil ich mich da noch mal orientieren wollte, vor allem, weil es ja wohl zwei Seen sind.




Und der See liegt eben auch am Rand des Garather Forstes, an dem ich ja auch schon mal entlanggefahren bin. Und der mir ziemlich intakt erscheint, aber das kann ja täuschen. Auf jeden Fall habe ich dort Wald auch noch mal erlebt. Die Fahrt ist in der Karte unten unter „Dokumentation“ hellgrün eingefärbt. 🗺️👦🟩
Und warum hat mich das Zeit gekostet? Na ja, ich wollte den Waldzustandsbericht rausfiddeln und Gemini eine Zusammenfassung schreiben lassen. Dann die Fotos von den Rehen pimpen, die gepimpten Fotos und die Originale verkleinern und mit den Metaangaben in WordPress laden. Das Gleiche dann für die Fotos vom Oerkhaussee. Dann die Fahrten in meiner Tabelle aufnehmen, betiteln und dann in Komoot betiteln. Von Komoot herunterladen und dann in UMAP reinladen. Und schließlich diesen Beitrag schreiben. 💻☕
Eine Kanne Kaffee und etwas über eine Stunde später war das dann online. Ich hoffe, nicht zu spät für Euch.
Dokumentation:
Der Waldzustand: Ein kritischer Blick auf unsere grüne Kulisse
Der Zustand der deutschen Wälder bleibt im Jahr 2025 besorgniserregend, denn derzeit ist nur noch jeder fünfte Baum vollkommen gesund. Die langanhaltende Trockenheit der Vorjahre zeigt weiterhin spürbare Spätfolgen, während Extremwetterereignisse und Stürme den Baumbeständen massiv zusetzen. Zudem findet der Borkenkäfer in den geschwächten Fichtenwäldern ideale Bedingungen vor. Diese Entwicklung führt zu großen Kahlflächen, die das Landschaftsbild für Radfahrer:innen dramatisch verändern. Kronenverlichtungen sind dabei das sichtbarste Zeichen für den anhaltenden Stress der Bäume, weshalb die Durchschnittsentlaubung über alle Baumarten hinweg auf einem hohen Niveau verharrt. Besonders junge Bäume leiden unter dem Mangel an tiefem Bodenwasser, wodurch der Wald an heißen Sommertagen spürbar seine kühlende Wirkung verliert.
Regional sind Fichten weiterhin am stärksten vom Absterben bedroht, aber auch die Buche zeigt mittlerweile dramatische Schäden in der Krone. Eichen erweisen sich zwar als etwas resilienter, sind jedoch ebenfalls nicht schadfrei. Die Kiefer stabilisiert sich immerhin auf einem mäßigen, aber stabilem Schadniveau. Insgesamt zeigen Mischwälder eine höhere Widerstandskraft gegen den Klimawandel. Ein schneller Waldumbau ist für den Erhalt der Reviere zwingend notwendig, weshalb Forstbetriebe vermehrt auf trockenheitsresistentere, tiefwurzelnde Baumarten setzen. Kranke Bäume entlang von Waldwegen stellen allerdings ein wachsendes Sicherheitsrisiko dar. Totholz und Astbruch erfordern daher erhöhte Aufmerksamkeit auf dem Mountainbike, was auch die Wegepflege für die Kommunen finanziell und logistisch aufwendiger macht.
Der Wald erfüllt wichtige Funktionen als Kohlenstoffspeicher sowie Klimaregulator, und ein intakter Waldboden filtert unser Trinkwasser und schützt vor Erosion. Für uns Radfahrer:innen ist der Wald der wichtigste Erholungs- und Rückzugsraum, da sein Mikroklima die gefühlte Temperatur spürbar absenkt. Ohne gesunde Wälder verliert der Radsport einen großen Teil seiner Faszination. Die Erhebung mahnt uns zu einem bewussteren Umgang mit der Natur, weshalb wir unbedingt Rücksicht auf sensible Aufforstungsflächen und junge Kulturen nehmen müssen. Das Verlassen offizieller Wege schadet den ohnehin gestressten Waldböden massiv. Der Schutz des Waldes sichert letztlich die Trails von morgen, denn nur gemeinsam erhalten wir den Wald als grüne Lunge und Sportstätte.
Wichtige Daten im Überblick
Die folgenden Tabellen zeigen den Zustand der wichtigsten Baumarten und die Verteilung der Schadstufen. Sie verdeutlichen, wo das größte Risiko für Astbruch und Streckensperrungen liegt.
Zustand der Hauptbaumarten (Kronenzustand)
| Baumart | Gesunde Bäume (in %) | Deutliche Verlichtung (in %) | Hauptursache für Schäden |
| Fichte | 12 % | 43 % | Borkenkäfer, Dürre |
| Buche | 15 % | 45 % | Hitze, Spätfolgen der Vorjahre |
| Eiche | 19 % | 38 % | Insektenfras, Trockenheit |
| Kiefer | 22 % | 31 % | Diplodia-Pilz, Wassermangel |
Entwicklung der Schadstufen im Gesamtwald
| Schadstufe | Bedeutung für den Wald | Anteil am Gesamtbestand | Konsequenz für Radfahrer:innen |
| Stufe 0 (Keine Schäden) | Vitaler, dichter Kronenschluss | ca. 20 % | Optimale Schattenspender |
| Stufe 1 (Warnstufe) | Leichte, beginnende Verlichtung | ca. 40 % | Erhöhte Beobachtung nötig |
| Stufe 2–4 (Deutliche Schäden) | Starke Schäden bis hin zum Absterben | ca. 40 % | Achtung:Erhöhte Astbruchgefahr |
Quelle:Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – Waldzustandserhebung 2025. Zusammengefasst mithilfe von Google Gemini.
Karte:
Komoot Collection mit allen Mai-Fahrten:
Original Bilder der Rehe:




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