Das (Un-)Wort der Woche: Sperrung! 🛑😤
Wenn ich dieses Wort in den letzten Tagen irgendwo gehört oder gelesen habe, ging bei mir direkt der Puls hoch. „Sperrung“ ist mein absoluter Favorit für das Unwort des Jahres. Gleich zweimal durfte ich diese Woche mit meinen Rädern völlig unerwartet vor roten Schildern und Bauzäunen stehen. Spoiler: Es war kein Vergnügen.
Erster Akt: Das Kerpener Suchspiel 🌳🧭
Dabei fing alles so gut an. Ich wollte mir in Kerpen den Fortschritt der neuen „Grünen Spange“ anschauen. Die bevorrechtigte Querung für den Rad- und Fußverkehr über die Brüsseler Straße nimmt langsam Form an. Sehr schön, dachte ich noch.

Doch die Freude hielt genau bis zur nächsten Ecke. Im weiteren Verlauf waren die Brücke über den Neffelbach und die anschließende Straße komplett dicht. Das Konzept einer offiziellen Umleitungsempfehlung für Radfahrer:innen scheint hier im Erbgut der Planungsbehörde einfach nicht zu existieren. Ergebnis: Ein ungeplantes, langes Herumirren im angrenzenden Wohngebiet. Unschön, aber irgendwie typisch Kerpen. Normalerweise klappt das mit den Umleitungen hier besser, aber diesmal war es ein Satz mit X.

Zweiter Akt: Die absolute Radfahrhölle in Frechen 🚳💥
Den Vogel schießt aber – wer auch sonst – wieder einmal die Nachbarstadt Frechen ab. Ich war auf dem Weg von zu Hause zu Decathlon nach Köln-Marsdorf. Meine absolute Lieblingsstrecke führt eigentlich über Habbelrath und die Grube Carl. Schon aus der Ferne sah ich das Elend: Vor der Brücke über die Bahngleise stand eine fette Schrankenanlage.

Vor einiger Zeit stand ich hier schon mal vor verschlossener Tür. Damals konnte man sich noch elegant durchmogeln. Auch diesmal sah es am linken Rand so aus, als hätte man eine Durchfahrt für Bikes freigelassen. Also rollte ich hoffnungsvoll weiter. Direkt an der Brücke prallte ich dann allerdings auf ein absolut undurchlässiges, massives Metallgitter. Nichts ging mehr. Ende der Durchsage. Umkehren!

Schilderwald ohne Sinn und Verstand 🗺️🤷♂️
Natürlich gab es auch hier keinerlei ausgeschilderte Umleitung. Mir kam ein Kollege auf dem Rad entgegen. Ich warnte ihn direkt vor dem Gitter. Er meinte nur ganz erstaunt, er hätte in der Zeitung gelesen, die Brücke sei zwar einsturzgefährdet, aber für den Fuß- und Radverkehr freigegeben. Nun, Stand gestern: Pustekuchen!
Frechen eben. Es passt einfach ins Bild, dass die Stadt dieses Jahr nicht einmal beim Stadtradeln mitmacht. Frechen im Rhein-Erft-Kreis liefert sich ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Hürth um den Titel „Die Radfahrhölle“. Glückwunsch dazu!
Die große Brücken-Krise: Uns bricht das Netz weg 🌉📉
Immerhin bin ich in bester Gesellschaft, wenn man mal in die große Presse schaut. Da dominiert gerade die Vollsperrung der Bonner Nordbrücke. Über 100.000 Autos und Lkw am Tag müssen sich jetzt neue Wege suchen. Ob man dort als Radler:in noch drüberkommt? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht einmal. Dazu kommt die Teilsperrung der A4-Brücke am Kölner Eifeltor.
Egal ob auf vier Rädern oder auf zwei: Unsere Mobilität wird immer mehr eingeschränkt, weil die Infrastruktur über Jahrzehnte kaputtgespart wurde. Wenn wenigstens wie bei der Grünen Spange in Kerpen neu gebaut wird, hat man ja eine Perspektive. Wie es mit der maroden Bahnbrücke in Frechen weitergeht? Das steht völlig in den Sternen.
Passt auf euch auf und plant im Moment lieber ein paar Minuten extra ein!
Euer Axel! 🚲✌️
Dokumentation:
Fahrt zu Decathlon und zurück:

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