
Hallo ihr alle! Samstage sind traditionell zum Einkaufstag deklariert – aber für ein bisschen Zappanale-Vorfreude ist natürlich trotzdem Zeit.
Blicken wir zurück auf einen ganz besonderen Samstag, den 16. Juli 2022. Es ist nachmittags gegen 15:00 Uhr, die Sonne brennt vom makellosen blauen Himmel, und ich stehe in freudiger Erwartung vor der Main Stage. Auf meinem Selfie

trage ich das passende Motto-T-Shirt mit der unmissverständlichen Sprechblase: „You’re probably wondering why I’m here?“
Kenner:innen wissen sofort Bescheid: Das ist nicht nur der perfekte Festival-Slogan, sondern der Titel des 11. Songs auf dem wegweisenden Debüt-Doppelalbum Freak Out! (1966) der Mothers of Invention. Das Stück bildet das furiose Finale der ursprünglichen dritten LP-Seite und ist eine herrlich ironische, fast schon kabarettistische Abrechnung mit der damaligen Spießer-Gesellschaft und der kommerziellen Musikszene. Musikalisch wechselt es rasant zwischen beschwingtem Kazoo-Einsatz, treibendem Rhythmus und Zappas typischem, bissigem Humor. Genau der richtige Soundtrack, um sich auf einen grandiosen Festivalnachmittag einzustimmen!
Falls sich an jenem Tag tatsächlich jemand gefragt hat, warum ich um diese Uhrzeit vor der Hauptbühne stand: Das Titelbild dieses Posts liefert die Antwort. Die französische Band OIAPOK spielte auf!
Die Formation aus Straßburg liefert einen absolut faszinierenden, cineastischen Avant-Prog-Sound ab, der meisterhaft zwischen komplexem Rock, Jazz-Einflüssen und orchestralen Elementen balanciert. Auf der Bühne agieren sie in einer herrlich großen Besetzung – inklusive Bläsern, sattem Rhythmus-Fundament und als absolutes Highlight einer wunderschönen, klassischen Harfe! Diese sanften, kaskadierenden Harfenklänge inmitten von vertrackten, progressiven Rhythmen erzeugen eine ganz eigene, magische Atmosphäre. Das Spannende: Ihr gefeiertes Album Ocoatl erschien erst im Folgejahr 2023. Wir haben damals auf der Zappanale also echtes, brandneues Material quasi vorab serviert bekommen!
Das Wetter auf dem Selfie war absolut top – strahlender Sonnenschein, aber dank der frischen Brise bei weitem nicht so drückend und unerträglich heiß wie das, was wir gerade hier im Rheinland durchmachen. Genau das ist es, worauf ich mich neben der grandiosen Musik und meinen Freund:innen am meisten freue: das unschlagbare Ostseeklima.
That’s why I’m here! In exakt 24 Tagen ist es wieder so weit.
Music is the best – wir lesen uns morgen Mittag!


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