Take a ride on the wild side

Oase für Radfahrer:innen: Der Trinkwasserspender Nörvenich läuft!

Das Brompton G Line Faltrad steht auf dem gepflasterten Marktplatz von Nörvenich direkt neben der silbernen Säule des öffentlichen Trinkwasserspenders.

Heißer Ritt nach Nörvenich: Wenn der Wasserspender plötzlich dampft ☀️🚰

Heute nehme ich euch mit nach Nörvenich. Genauer gesagt auf eine meiner jüngsten Touren durch die Gemeinde. Bevor wir zum feucht-fröhlichen Teil kommen, gibt es erst einmal eine kleine Portion Angeberwissen für den nächsten Radl-Treff. 😉

Nörvenich ist nämlich ein echter Hotspot für Radfahrer:innen. Die Gemeinde im Kreis Düren liegt mitten in der flachen Zülpicher Börde. Was das für uns bedeutet? Satte 75 Kilometer bestens asphaltierte Wirtschaftswege! Perfekt, um die Reifen glühen zu lassen. Rund 12.000 Menschen verteilen sich hier auf 14 geschichtsträchtige Ortsteile. Die Historie reicht zurück bis ins Jahr 1028.

Ja, das ist die Harff’sche Burg (auch bekannt als Harffsche Burg oder Ruine Harff) in Nörvenich. Es handelt sich um die Ruine einer rheinischen Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert (erbaut um 1565), die heute unter Denkmalschutz steht. Hier sind einige Details zu dem Gebäude, die man auf deinem Foto gut erkennen kann: Der markante Rundturm: Der große Turm an der Ostecke mit seiner charakteristischen Schieferhaube ist das Wahrzeichen der Ruine. Backsteinbau: Das Gebäude ist ein typischer Ziegelsteinbau der Spätrenaissance. Zustand und Restaurierung: Wie auf deinem Bild an den Gerüsten und den Steinpaletten im Vordergrund zu sehen ist, wird die Ruine seit einigen Jahren aufwendig gesichert und restauriert (unterstützt unter anderem durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz), um den weiteren Verfall zu stoppen. Geschichte: Die Burg verfiel ab dem späten 19. Jahrhundert, nachdem sie nicht mehr bewohnt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts stürzten das Dach und die Giebel ein. Die Ruine liegt etwas versteckt auf einem Privatgelände (nahe dem Friedhof/Neffelbach), ist aber von den umliegenden Wegen aus gut sichtbar.
Harffsche Burg in Nörvenich

Heute treffen hier wunderschöne Baudenkmäler wie das Schloss Nörvenich oder die Burg Bergerhausen auf echte Action am Himmel: Der geschichtsträchtige Luftwaffen-Fliegerhorst sorgt regelmäßig für Eurofighter-Sound über den Köpfen.

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Ach ja, und tief unter dem Isweiler Feld schlummert das größte unerschlossene Braunkohlevorkommen des Reviers. Hoffen wir mal, dass es genau dort bleibt!

Ich habe ja schon öfter über unsere Nachbar-Gemeinde berichtet.

Meistens gab es nur Gutes zu vermelden. Doch mein jüngster Besuch setzte dem Ganzen die Krone auf. Die Gemeinde hat mich eiskalt – beziehungsweise brandheiß – überrascht! 🪵🔥

Es geht um den zentralen Marktplatz. Dort steht schon länger ein öffentlicher Wasserspender. Ein toller Service! Das einzige Problem: Das Ding funktionierte nie. Ich bin schon oft vorbeigekommen. Jeder Versuch endete mit frustriertem Knöpfchendrücken im Trockenen.

Letzten Samstag rollte ich bei brutaler Sommerhitze wieder von Kerpen rüber. Der Schweiß floss in Strömen. Am Marktplatz angekommen, fixierte ich mein treues Feindbild: den Brunnen. Mein optimistischer Gedanke: Bei diesen Temperaturen MUSS das Ding einfach laufen. Also, neuer Versuch. Und siehe da: Er lief tatsächlich! 🎉

Eine Hand drückt den metallischen Knopf auf der Oberseite des Wasserspenders in Nörvenich, woraufhin ein klarer Wasserstrahl im Bogen herausspritzt. Im Hintergrund spiegelt sich der Schatten des Fahrrads.

Voller Vorfreude hielt ich meine Trinkflasche drunter. Bruchteile von Sekunden später zog ich sie erschrocken wieder weg. Das erste Wasser aus dem Hahn dampfte! Kein Witz. Die Sonne hatte das Metallgehäuse und die Steigleitung in eine Solaranlage verwandelt. Mein Radler-Kaffee war quasi fast aufgebrüht. ☕💨

Ich blieb hartnäckig und hielt den Knopf gedrückt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kühlte die Leitung ab. Schließlich sprudelte herrliches, eiskaltes Grundwasser hervor. Die Rettung für den überhitzten Radler-Kopf! Flasche voll, Kopf nass, Axel glücklich. 🥶

Das Ganze war übrigens eine erstklassige Open-Air-Performance. Direkt daneben liegt Kleins Backstube. Die Terrasse war voll besetzt. Dutzende Augenpaare starrten mich unter ihren Sonnenschirmen staunend an. Die Einheimischen hatten „ihren“ Brunnen wohl selbst noch nie in Aktion gesehen. Ich habe gerne Pionierarbeit geleistet! 🥖👀

Mein Fazit: Danke an die Gemeinde Nörvenich für diese Oase. Bei strahlendem Sonnenschein ist dieser Spender ein echter Lebensretter für uns Radfahrer:innen. Man muss es am Anfang nur heiß mögen!

Meine Komoot Tour zu diesem Post findet Ihr hier:

Und die genaue Lage des Spenders habe ich in einem Komoot Highlight dokumentiert:

Habt ihr auch schon funktionierende Durstlöscher auf euren Routen entdeckt? Schreibt es mir in die Kommentare! Kette rechts und bleibt hydriert! 🚴‍♂️💨

🚰 Infokasten: Nie wieder auf dem Trockenen sitzen!

Suchst du auf deiner nächsten Tour auch verzweifelt nach einer Erfrischung? Zum Glück wird die Suche nach dem kühlen Nass digital. Mit diesen drei cleveren Tools findest du öffentliche Zapfstellen im Handumdrehen:

  • Trinkwasser-Unterwegs.de: Die offizielle Deutschland-Karte für öffentliche Brunnen. Perfekt, um die Route vorab zu checken.
  • Refill-Deutschland.de: Zeigt dir Läden und Cafés mit dem blauen Aufkleber. Dort darfst du deine Flasche kostenlos mit Leitungswasser füllen lassen.
  • OpenStreetMap & Rad-Navis: Viele Apps nutzen OSM-Daten. Such unterwegs einfach nach dem Stichwort „Trinkwasser“ oder „Drinking Water“ – oft sind die Brunnen direkt auf deiner Karte eingezeichnet!

Hast du eine neue Oase entdeckt? Dann trag sie ein und hilf der Community! 🚴‍♂️💨

Die öffentlichen Trinkwasserstellen in Köln (=0), dem Rhein-Erft-Kreis und Düren findet Ihr hier:

https://overpass-turbo.eu/s/2s7k

Und hier als UMAP:

Vollbildanzeige

Kommentare

  1. Nicht neu, aber zuverlässig: Wasserstellen auf Friedhöfen.
    Und dann gibt es ja auch noch unzählige, ganz analoge Zugangsmöglichkeiten zu Trinkwasser: Einfach Menschen „über den Gartenzaun“ hinweg ansprechen, evt. klingeln und um Wasser bitten. Da ergeben sich manchmal nette Gespräche bis hin zu Einladungen oder Tipps für die nähere Umgebung.
    Funktioniert regelmäßig übrigens auch bei Fragen nach dem Weg, Einkaufs- oder Übernachtungsmöglichkeiten.
    Zum Slapstick wird das Ganze gelegentlich, wenn Mensch dann nach dem Handy kramt, um nach dem 200 m entfernten Ziel in ihrer / seiner Nachbarschaft zu suchen.
    Wolfgang

    1. Klar. Ich hab mir sagen lassen, dass auf Friedhöfen nicht mehr immer wirklich Trinkwasser zur Verfügung steht. Aber den Tipp, einfach Menschen anzusprechen, habe ich selber schon genutzt, als ich mit drei Freunden über Nacht von Köln nach Paris gefahren bin. Denn so viel zu trinken kann man gar nicht mitnehmen und muss sich unterwegs versorgen und das haben wir wirklich manchmal, auch in Belgien und in Frankreich, über den Gartenzaun hinweg getan.

      1. Wenn kein Trinkwasser aus dem Hahn liefe, müsste das zwingend durch ein Schild gekennzeichnet sein.
        Wolfgang

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