
Hallo ihr alle! Wer meinen heutigen Vormittags-Post gelesen hat, weiß Bescheid: Ich habe ein wenig über meine ersten sechs Monate im Ruhestand bilanziert. Die Zappanale habe ich dort bewusst unerwähnt gelassen. Denn der zweite Streich des Tages gehört wie gewohnt ganz exklusiv unserem Countdown! Und passend zu den Gedanken von heute Morgen möchte ich einen Aspekt des Festivals beleuchten, der vordergründig gar nichts mit der Musik zu tun hat.
Die Zappanale ist für viele der Besucher:innen, und eben auch für mich, eine Art heilige Auszeit. Wenn man das Gelände an der Galopprennbahn in Bad Doberan betritt, ist man augenblicklich weit weg von allem. Man ist unter sich. Die normale Zeit scheint komplett außer Kraft gesetzt, Tag und Nacht heben sich für ein paar Tage auf.
Ich kenne mittlerweile viele langjährige Stammgäste, bei denen genau dieses Gefühl im absoluten Fokus steht: Die Atmosphäre aufsaugen, das Gemeinschaftsgefühl genießen und sich einfach völlig entspannt zwischen Main Stage und Mystery Stage treiben lassen. Diese treuen Seelen haben meistens auch überhaupt keinen Bock auf meine (durchaus berechtigte!) Kritik, dass sich manche Gigs und Songs über die Jahre zu oft wiederholen.
Und wisst ihr was? Eigentlich geht es mir dieses Jahr ganz genauso. Ich fahre diesmal vor allem aus einem Grund wieder hoch: Ein guter Freund, dem ich das Festival einst ans Herz gelegt hatte, war nach seiner dortigen Premiere so unfassbar begeistert und hat mir dermaßen davon vorgeschwärmt, dass er mich damit direkt angesteckt hat! Jetzt fahren wir zusammen hin und treffen uns vor Ort.
Die einzigartige Atmosphäre wird bestimmt wieder da sein. Völlig egal, welche Biersorte diesmal ausgeschenkt wird oder wie die Toilettenwagen organisiert sind. Genau das waren in der Vergangenheit ja durchaus mal die vordringlichen, heißesten Diskussionsthemen auf dem Platz – direkt nach den jahrelangen, rechtlichen Drohungen von Zappas Witwe Gail, das Festival komplett dichtzumachen. Aber diese dunklen Wolken sind zum Glück endgültig Geschichte.
Was ich allerdings zunehmend mit Sorge spüre: Die Ticketpreise drücken auf die Stimmung. Einige bekannte Gesichter kommen mittlerweile gar nicht mehr, weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können oder wollen. Andere reisen nur noch für einen einzigen Tag an.
Ich bin extrem gespannt, wen ich in Bad Doberan alles wiedersehen werde. Eines ist sicher: Alle, die den Weg antreten, werden wie ich eine unvergessliche, schöne Zeit haben. In exakt 11 Tagen startet die Auszeit!
Music is the best – wir lesen uns morgen Mittag!

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